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  • Fr., 11. September 2015, 11:26 Uhr
    Lukas Mett bei Ochsenschläger auf dem Hof und im Hoflädchen

    Spaß und Arbeit beim Freiwilligen ökologischen Jahr

    Auf dem Hof von Dagmar und Siegbert Ochsenschläger hat Lukas Mett aus Hofheim viele Möglichkeiten die Landwirtschaft und Natur kennenzulernen. Abwechslungsreich ist die Arbeit, aber auch nicht ganz leicht. Foto: Hannelore Nowacki


    WATTENHEIM  – Bella, der niedliche Hofhund, ist ganz begeistert von Lukas Mett. Dabei kennen sich die beiden erst wenige Tage. Mit den bunten Bentheimer Schweinen und den jungen schwarzen Bershire Edelschweinen hat er schon beim Füttern und Streicheln freundliche Bekanntschaft gemacht. Wobei die schwarzen Schweinchen mit ihren weißen Socken, der weißen Nase und dem schwarzweißen Ringelschwanz etwas ganz Besonderes sind. Nur die ganz jungen Schweine sind etwas vorsichtig, hat Lukas Mett schnell gemerkt. Mit ihnen spielt er ab und zu, damit sie die Angst verlieren. Dagmar Ochsenschläger freut sich über den 18-jährigen Lukas Mett als neues Team-Mitglied. Der junge Mann aus Hofheim war zuvor noch nie bei Ochsenschlägers auf dem Hof oder im Hoflädchen, aber das Internet hat ihm gezeigt: Hier ist eine freie Einsatzstelle für das Freiwillige ökologische Jahr. Für das Freiwillige ökologische Jahr hat er sich entschieden, weil er nach seinem Realschulabschluss an der Berufsfachschule in Bensheim keine Lehrstelle gefunden hatte. Sein Berufswunsch ist etwas Handwerkliches im Bereich Metalltechnik, auf Metallbearbeitung hatte er sich in der Schule schon zwei Jahre spezialisiert. Das Freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) sieht Lukas Mett als  Überbrückung, das gibt auch Pluspunkte im Lebenslauf. Alles ist im grünen Bereich, soviel steht schon nach zehn Tagen fest. Die Arbeit auf dem Hof, mit den Schweinen, Hühnern und Hähnchen ist vielfältig, gerade das gefällt ihm gut. Aber das war ihm schon nach der Probearbeit klar. Dazu kommt die Arbeit auf dem Feld. Gerade läuft die Kartoffelernte auf Hochtouren. 15 Kartoffelsorten baut Siegbert Ochsenschläger an, darunter auch gute alte, kleine Sorten, die am besten mit der Kartoffelschleuder aus dem Boden geholt werden. Ein Vollernter würde gar nicht alle erfassen, erklärt Dagmar Ochsenschläger. Deshalb folgt Lukas Mett dem Traktor mit dem Korb und sammelt die Kartoffeln auf. Das geht auf den Rücken, hat er schon gemerkt, denn er ist groß und bückte sich entsprechend tief. Nun geht er in die Hocke oder auf die Knie, seine neue Arbeitshose ist auch mit Knieschutz ausgerüstet.  Später auf dem Hof werden die Kartoffeln sortiert und in Säcke gefüllt. Als nächstes kommt  die Apfelernte auf der Streuobstwiese. Bei den Veranstaltungen auf dem Hof wird Lukas Mett mithelfen – am 3. Oktober ist Hoffest mit vielen Besuchern. Sogar in Frankreich war er schon mit Ochsenschlägers, denn aus der Nähe von Straßburg werden die Küken geholt. Hähnchen und Suppenhühner werden geschlachtet, auch dabei hilft er mit. Dagmar Ochsenschläger weiß, dass dafür nicht jeder geeignet wäre.

    Bella lässt sich nicht von jedem streicheln. Aber bei Lukas Mett genießt sie die Streicheleinheiten. Foto: Hannelore Nowacki


    Doch Lukas Mett hat mit dem Ausnehmen schon Erfahrung, denn als Angler muss er das können, erklärt er. Ein großes Lob bekommt Dagmar Ochsenschläger für die Verpflegung: „Alles wird frisch gemacht“. Was gefällt ihm am besten? Die Schweine. Da braucht Lukas Mett nicht lange zu überlegen. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, findet er. „Das passt aber“. Jeder Tag in seiner Fünftagewoche ist anders. Nach acht Stunden ist der Tag zu Ende, dann fährt er nach Hause. Sein Vater ist vielen als Pfarrer wohlbekannt. Einige Wochenseminare wird Lukas Mett besuchen, die der ökologischen Weiterbildung und dem Austausch mit anderen Freiwilligen dienen. Verlangt wird zusätzlich die Bearbeitung eines Projekts. Das Thema dürfen sich die Freiwilligen selbst aussuchen. Auf dem Hof Ochsenschläger hat er schon gelernt, dass man Hähnchen auch ohne Massentierhaltung aufziehen kann und die Schweine ihren Ringelschwanz behalten dürfen. Dagmar Ochsenschläger hatte sich letztes Jahr zum ersten Mal bei der Naturschutz-Akademie als Einsatzstelle eintragen lassen. Ihre Erfahrung: „Man hat junge Leute auf dem Hof und bekommt mit, was die Jugend bewegt – es ist ein Geben und Nehmen“. Hannelore Nowacki

    Information

    Der zentrale Träger für das Freiwillige ökologische Jahr ist die Naturschutz-Akademie Hessen.  Junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren haben die Möglichkeit, sich 12 Monate lang für Natur und Umwelt zu engagieren. Sie können sich in dieser Zeit orientieren, praktische Berufserfahrung sammeln, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ausprobieren und ausbauen und in einem Team Projekte durchführen. Geboten werden außerdem Taschengeld, Verpflegung und Sozialversicherung, bei Bedarf eine Unterkunft.

     

     

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