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  • Do., 03. August 2023, 12:26 Uhr
    SONNENENERGIE: Freibadsaison endet am 15. September -  Photovoltaik und neues Schwimmerbecken kommen

    SPD-Kreistagsfraktion besuchte bei Sommertour die Biedensandbäder

    Die SPD-Kreistagsfraktion zeigte sich von der Schönheit der Biedensandbäder beeindruckt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Zuerst die Information, dann ein Rundgang durch das Freibad bis zum Badesee, mit diesem Besuchsprogramm beeindruckte Marius Schmidt die Gäste aus dem Kreis Bergstraße, die am frühen Dienstagabend zur Sommertour der SPD-Kreistagsfraktion in die Biedensandbäder gekommen waren. Von Schmidt, der Geschäftsführer der Biedensandbäder und Erster Stadtrat und auch Vorsitzender der SPD Bergstraße und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag ist, erhielten die Gäste Informationen aus erster Hand. Wechselhaftes Wetter, eine dunkle Wolkenfront auf der einen Seite und zugleich strahlender Sonnenschein bei angenehmen 24 Grad Lufttemperatur lockten zwei Stunden vor Toresschluss nur eine überschaubare Zahl an Badegästen an. Im Schwimmerbecken bei 24 Grad Wassertemperatur zogen einige Badegäste ihre Bahnen. Im Badesee bei 23 Grad Wassertemperatur war ein Badegast in der Ferne zu sehen. Vor allem die Teilnehmer aus dem Odenwald zeigten sich von der weitläufigen Anlage mit saftig grünen, gepflegten Rasenflächen und Naturbadesee begeistert. Nach kurzer Begrüßung gab Fraktionsvorsitzender Josef Fiedler aus Biblis-Nordheim das Wort weiter an Schmidt, der die geplante Installation der Photovoltaikanlage auf dem statisch abgesicherten Dach der Umkleiden und den Ersatz des gekachelten Schwimmerbeckens durch ein Edelstahlbecken ab 18. September erläuterte. Das Ende der Freibadsaison am 15. September steht daher fest. Nach jahrelangen Diskussionen und Beschlüssen in der Stadtverordnetenversammlung über PV-Anlagen auf Freiflächen und auf versiegelten Flächen habe es einen Grundsatzbeschluss gegeben für die Installation auf den Umkleiden, zukünftig können auch weitere anliegende Gebäudeteile genutzt werden. Mit dem kommunalen Energieversorger GGEW haben die Biedensandbäder im März in Absprache mit Energieried einen Pachtvertrag geschlossen. Eigentum und Wartung verbleiben bei GGEW. 

    Sommer mit Wolken am natürlichen Badesee der Biedensandbäder. Foto: Hannelore Nowacki


    Biedensandbäder investieren in Effizienz 

    Mit den 245 PV-Modulen auf einer Dachfläche von 479 Quadratmetern erreichen die Biedensandbäder 40 Prozent Selbstversorgung. Nur ein Stromrest wird ins öffentliche Netz eingespeist, im Sommer bei mehr Reststrom steige die Einspeisung. „Eine gelungene Überlegung“, stellte Schmidt zu dem gewählten Pacht-Modell fest. „Wir gehören zu den effizientesten Bädern im Kreis“, lautete sein Fazit, auch wenn der Zuschuss jährlich etwa 750.000 Euro betrage, was betriebswirtschaftlich einschließlich Abschreibungen auf eine Million komme. Nachdem bei bekannter Marktlage Wechselrichter und Schaltschränke schwer zu beschaffen gewesen seien, könne es jetzt erst los gehen. Auch müsse das Gebäude eingehaust werden, was bei Badebetrieb gestört hätte. Von der PV-Anlage profitierten die Biedensandbäder wirtschaftlich, aber auch für die Umwelt werde etwas Gutes getan, betonte Schmidt. Das sei auch bei der Sanierung des Schwimmerbeckens der Fall – hier werde der Wasserverbrauch durch eine um 40 Zentimeter auf 1,85 Meter verminderte einheitliche Tiefe gesenkt. Bisher war die tiefste Stelle 2,25 Meter. Da der Schwimm-Weltverband FINA für Wettkämpfe eine Mindesttiefe von 1,80 Meter vorschreibe, sei Lampertheim weiterhin wettkampftauglich. Nachhaltig sei auch die energetische Sanierung des Hallenbades mit jetzt 20 Prozent weniger Stromverbrauch und Wärmeeinsparung. Das Blockheizkraftwerk sei mit Vertrag bei GGEW von Öl auf Gas umgestellt worden. SPD-Fraktionsmitglied und Landtagsabgeordnete Karin Hartmann aus Grasellenbach sprach die hohe Fördersumme an, nicht viele Kommunen würden so hohe Landeszuschüsse bekommen. Edelstahl sei eine Luxusausführung, werde aber vom Fördergeber wegen der Langlebigkeit verlangt. Schmidt fasste zusammen, dass innerhalb von vier Jahren für das Hallenbad und das Freibad 1,5 Millionen Euro Fördergelder geflossen seien, unter anderem von KfW und der Digitalen Dorflinde für das WLan. Im Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramms (SWIM) der Landesregierung stehen jährlich 10 Millionen Euro zur Verfügung. Jens Klingler, Vorgänger von Schmidt als Biedensandbäder-Geschäftsführer, wies darauf hin, dass Schulen sogar aus dem Kreis Groß-Gerau ihren Schwimmunterricht in Lampertheim durchführen. Schmidt berichtete von elf Schulen insgesamt ab September, auch aus Worms, sowie von Vereinen aus Lampertheim und Worms, die hier ihre Wasserflächen reservieren und ihre Gebühren bezahlen. Der Vorteil als Schwimmzentrum – hier könne man spontan das Seepferdchen machen. Insgesamt seien schon 250 Seepferdchen ausgegeben. Hannelore Nowacki

    Großer Spaß beim Rutschen ist bei den Biedensandbädern im Angebot. Foto: Hannelore Nowacki
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