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  • Do., 05. August 2021, 14:53 Uhr
    Nahverkehrsplan: Warum gibt es noch keine 7-Tage-Buslinie nach Heppenheim?

    SPD Lampertheim fordert Umsetzung des Nahverkehrsplans

     Die lang ersehnte Buslinie von Lampertheim nach Heppenheim sollte laut Nahverkehrsplan am 1. Juli auch hier halten. SPD-Stadtverordnete Lara Strubel und der SPD-Bundestagskandidat Sven Wingerter erinnerten an diese nicht eingehaltene Umsetzung und fordern die verantwortlichen Akteure im Kreis Bergstraße auf sich zu einigen. Foto: Hannelore Nowacki


     

    LAMPERTHEIM – Viele Lampertheimer warten, aber er kommt noch nicht. Der Bus um 17 Uhr an der Haltestelle in der Neuschloßstraße in Richtung Hüttenfeld hatte Viernheim als Fahrziel. Der ausgehängte Fahrplan bestätigt es: Hüttenfeld und Viernheim - mehr Ziele stehen nicht drauf. Aber warum gibt es noch keine regelmäßige Buslinie von Lampertheim nach Heppenheim zum Bahnhof und Kreiskrankenhaus, der an allen sieben Tagen der Woche verkehrt? Und das obwohl der geltende Nahverkehrsplan 2020 bis 2024 diese Busverbindung als “vordringliche Maßnahme“ definiert hatte und die Umsetzung zum 1. Juli 2021 ankündigte? Zu diesem Thema hatte die SPD Lampertheim am Mittwoch zu einem Pressegespräch an der Haltestelle nicht weit von McDonald eingeladen. Stadtverordnete Lara Strubel und der SPD-Bundestagskandidat Sven Wingerter machten ihrem Ärger mit Argumenten Luft. Beide weisen darauf hin, dass die SPD diese Buslinie sogar schon 2013 für den Nahverkehrsplan 2014 bis 2018 gefordert habe. Strubel und Wingerter sind oder waren in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) lokal- und kreispolitisch engagiert. Sven Wingerter war in der letzten Legislaturperiode verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Kreistag, beruflich ist er als Mobilitätsberater im Kreis Darmstadt/Dieburg tätig. Lara Strubel ist Vorsitzende des Lampertheimer Fahrgastbeirates und war Mitglied im Kreisfahrgastbeirat, der in der neuen Legislaturperiode von der neuen Mehrheitskoalition aus CDU und Grünen abgeschafft wurde. Mehr als ärgerlich finden beide die gegenwärtige Situation für alle, die als Pendler unterwegs sind oder zu den Behörden in die Kreisstadt Heppenheim fahren müssen, auch für Krankenhausbesuche und sonstige Aktivitäten reiche der Rufbus nicht aus, da er zweimal am Tag nur zum Kreiskrankenhaus fährt, samstags und sonntags aber gar nicht. Im umfangreichen öffentlichen Beteiligungsprozess über den ganzen Kreis Bergstraße hinweg hätten die Bürger sich vehement für die Buslinie nach Heppenheim ausgesprochen. Was sich schon daher erkläre, dass man für die Fahrt von Lampertheim nach Heppenheim bis zu viermal umsteigen und zunächst nach Bürstadt fahren müsste. Das könne mehr als anderthalb Stunden kosten – mit dem Auto wäre man in 20 Minuten am Ziel. Dabei sei es der SPD Lampertheim egal, welcher der lokalen Anbieter die Konzession für die Buslinie erhalte, stellte Strubel klar. Nur einigen sollten sie sich schnell. Nachdem Landrat Christian Engelhardt auch Verkehrsdezernent sei, richte sich der Appell, das Kompetenzgerangel zu beenden, an ihn und die anderen Akteure von VRN und Stadt Lampertheim. „Einigt euch“, fordert Strubel. Spätestens mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die SPD Lampertheim die Vorgabe aus dem Nahverkehrsplan im Sinne der Bürger umgesetzt sehen. Es gehe auch um Geld, um sogenannte Bestellmittel des VRN, erklärte Strubel. Scheitern an einer Lücke von nur 7 Kilometern, nur weil die Akteure sich nicht einigen wollen? „So kommen wir natürlich nicht voran“, sagt Wingerter, und sieht dabei auch den Klimaschutz und die Mobilitätswende betroffen. Hannelore Nowacki

     

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