Stadt Lampertheim und Sparkasse Worms bieten besondere Aktion der Bürgerbeteiligung und gehen neue Wege
Spektakuläre Idee zur Finanzierung der Kinderkrippe Neuschloß
Die Stadt Lampertheim, unter anderem vertreten durch Ideengeber Jens Klingler (3.v.r.) und Bürgermeister Erich Maier (3.v.l.), und die Sparkasse Worms-Alzey-Ried um Vorstand Dr. Marcus Walden (l.) gehen neue Wege: Durch einen Sparkassenbrief soll ein Darlehen für die Stadt ermöglich werden, dass die Finanzierung der Kinderkrippe in Neuschloß sicherstellt. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - Es ist eine besondere, und wie Bürgermeister Erich Maier bei der Vorstellung am Dienstag im Magistratsraum betonte, spektakuläre Aktion, die durch die Sparkasse Worms-Alzey-Ried angeboten wird und den jungen Familien und deren Kindern in Lampertheim zugute kommt: Die Kunden der Sparkasse haben die Möglichkeit, einen Sparkassenbrief mit einer jährlichen Verzinsung von 1,75 Prozent zu zeichnen. Die dadurch entstehenden Einlagen gibt die Sparkasse in Form eines günstigen Darlehens an die Stadt Lampertheim weiter, die somit den Bau der neuen Kinderkrippe in Neuschloß finanziert - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
„Die Bürgerbeteiligung ist derzeit in aller Munde. Durch diese Idee, die von unserem 1. Stadtrat Jens Klingler entwickelt wurde, bekommt sie eine ganz besondere Bedeutung", stellte Bürgermeister Maier klar.
„Die Frage, welche Formen es bei der Neufinanzierung für Kommunen gibt, ist von immer größerer Bedeutung. In diesem Bereich sind kreative Ansätze besonders wichtig, bisher wurden diese von Seiten des Landes jedoch abgelehnt. In diesem Jahr gibt es nun eine neue Idee, mit der ich an die Sparkasse als unsere Bank herangetreten bin. Die Idee beinhaltet den Ansatz, wie man gleichzeitig uns als Kommune über ein Darlehen finanzieren und gleichzeitig die Bürger zur Finanzierung mit einbeziehen kann. Was die Sparkasse nun aus dieser Idee gemacht hat, ist etwas ganz Besonders, für die Sparkasse selbst, für die Stadt und auch für die Bürger. Denn wir können so nicht nur die Kinderkrippe finanzieren, sondern gleichzeitig die Bürger beteiligen, während die Sparkasse einen wichtigen Schritt zur Kundenbindung gelingt. Und die Bürger selbst profitieren von den attraktiven Zinsen", so Lampertheims 1. Stadtrat Jens Klingler „Der Vorteil für uns als Stadt ist zudem, dass wir keinen administrativen Aufwand haben, sondern alles über die Sparkasse abgewickelt wird. Für das Darlehen bekommen wir sehr gute Konditionen, die denen aus dem Hessischen Investitionsfond 1:1 entsprechen. Mit diesem innovative Konzept setzen wir ein Zeichen, dass es Möglichkeiten gibt, mit der eigenen Bank vor Ort neue Wege im Bereich der Finanzierung zu gehen."
„Dieses Konzept greift die ureigensten Prinzipien der Sparkasse auf, denn von Beginn an haben wir Geld von den Bürgern eingesammelt und dieses verzinst", betonte Sparkassenvorstand Dr. Marcus Walden. „In diesem Jahr feiern wir 175-jähriges Jubiläum, dieses wird am Montag mit einem Festakt in Worms gefeiert. Aus diesem Grund haben wir auch den Zinssatz von 1,75 Prozent gewählt. Wir freuen uns, dass wir unseren Kunden mit der Finanzierung der Kinderkrippe in Neuschloß eine Investition in der Region bieten können. Das Motto der Sparkasse „Aus der Region, für die Region" wird hier gelebt."
Der Sparkassenbrief hat eine Laufzeit über fünf Jahre und kann mit Beträgen von 1.000 bis 5.000 Euro gezeichnet werden. „Mit dieser Höchstgrenze wollen wir möglichst vielen Sparkassenkunden die Möglichkeit bieten, dieses attraktive Angebot wahrzunehmen", so Dr. Marcus Walden. Die Sparkassenbriefe können ab sofort und bis zum 11. Oktober 2013 in allen Geschäftsstellen der Sparkasse gezeichnet werden. Bei einer Überzeichnung des Kontingents in Höhe von 750.000 Euro entscheidet das Los über die Zuteilung.
„Das Geld kommt einem sozialen Zweck zugute: Der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Herzlichen Dank für die Kooperation an die Sparkasse, und herzlichen Dank an Jens Klingler für diese innovative Idee. Wir sind überzeugt, dass die Sparkassenbriefe reißenden Absatz finden werden, so Bürgermeister Maier abschließend. Benjamin Kloos