Vorschulkinder der Kita Villa Kunterbunt lernen Wichtiges rund um Sonnenschutz und Badespaß
Spielerisch Sommerregeln entdecken
Robbe „Nobbi" und der DLRG-Bademeister erklären den Kindern spielerisch die Baderegeln. Foto: www.dsg.dlrg.de
BÜRSTADT - Die meisten Kinder mögen Wasser. Sie lieben es, damit zu spielen und darin zu planschen. Oft werden sie durch den Reiz der Wasserfläche jedoch zu leichtfertigem Verhalten verleitet. Dann kann das nasse Element zur ernsten Lebensbedrohung werden. Nicht selten ereignen sich Unfälle mit tödlichem Ausgang im heimischen Umfeld oder in der näheren Umgebung. Am häufigsten sind Vorschulkinder bis zu fünf Jahren betroffen.
Damit diese wissen, wie sie sich auch in gefährlichen Situationen richtig verhalten, sollten sie die wichtigsten Bade- und Sonnenschutzregeln kennen. NIVEA und die DLRG haben aus diesem Grund bereits im Jahr 2000 den DLRG/NIVEA Kindergartentag ins Leben gerufen.
Denn Baderegeln kann man nie zu früh lernen, ebenso wie den richtigen Schutz vor Sonne. Daher hat Frau Rosan, Erzieherin in der Villa Kunterbunt in Bürstadt, dieses besondere Projekt in die Sonnenstadt geholt. Die Vorschulkinder der Villa Kunterbunt lernen hierbei nicht nur spielerisch und mit viel Spaß, wie man sich richtig eincremt, sondern auch, was man alles beachten muss, wenn man schwimmen geht.
Zu viele Unglücke im Wasser
Hintergrund des Projektes ist eine traurige Statistik: Denn allein 2013 sind in Deutschland 34 Kinder ertrunken - davon 13 zwischen 0 und 5 Jahren. In Seen, Teichen, Flüssen aber auch im heimischen Garten im Pool oder gar in der Badewanne. Die Zahl aller Todesfälle durch Ertrinken ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um 16,4 Prozent angestiegen. In Deutschland verloren mindestens 446 Personen im Wasser ihr Leben, 24 davon in Hessen. Besonders in den Sommermonaten ist die Zahl extrem, Hintergrund ist zumeist unpassendes und übermütiges Verhalten. So starben im Juli 2013 125 Personen in deutschen Gewässern - mehr als vier Personen pro Tag.
Was muss ich beim Schwimmen beachten? Im Bürstädter Waldschwimmbad lernten die Vorschulkinder der Villa Kunterbunt vor Ort wichtige Regeln. Foto: oh
Blick hinter die Kulissen
Diese Zahlen sollen niedriger werden. In der vergangenen Woche besuchten die Kinder der Villa Kunterbunt daher zum Projektstart gemeinsam mit ihren Erzieherinnen das Waldschwimmbad. Dort bekamen sie durch den Schwimmmeister vor Ort wichtige Informationen zum Verhalten im Schwimmbad beigebracht. Zudem konnten Sie einen Einblick in die Technik hinter dem Bad erhalten - so wurde anschaulich demonstriert, wie der Filter funktioniert.
Baderegeln leicht gemacht
Neben dem Erlernen wichtiger Regeln wie „Vor dem Baden abkühlen", „Nicht in unbekannte Gewässer springen", „Nicht bei Gewitter baden" oder „Nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen" haben die Kinder aber auch viel Spaß bei zahlreichen Aktionen. So wird gemeinsam Zitronenlimonade hergestellt, die Kinder backen süße Rettungsringe oder basteln sich eine Schirmmütze und es wird gespielt, gemalt und gepuzzelt. Zudem lernen die Kinder, wie eine Rettunsmaßnahme aus dem Wasser aussieht. Dabei wird ein Kind, das auf einem Rollbrett liegt, aus der Mitte eines Fallschirmes, der das Wasser symbolisiert, gezogen - während die anderen Kinder durch Schwingen des Fallschirms Wellen herstellen. Einer der Höhepunkte des Projekts, das bis Ende Juni läuft, wird der Auftritt des Maskottchen des Projektes, der Seerobe „Nobbi" sein. Bei diesem Puppentheater zeigen die Kinder, was sie gelernt haben. Durch „Stopp"-Rufe greifen sie immer wieder in die Handlung ein und helfen Nobbi und dem DLRG-Bademeister zum richtigen Verhalten im Wasser und in der Sonne.
Sonnenschutz ist wichtig
In den kommenden Wochen lernen die Kinder zudem auf einprägsame Art und Weise mit jeder Menge Spaß, wie man sich richtig eincremt - welche Körperstellen hier besonders geschützt werden müssen und welche Menge Sonnencreme die richtige ist. Außerdem wird der richtige Umgang mit Sonnenbrille und Mütze behandelt. Da die Schutzmechanismen der Kinderhaut noch nicht vollständig entwickelt sind, benötigen diese besonders guten Schutz.
Eltern mit einbezogen
Gemeinsam mit ihrem Mann, der bei der DLRG Bensheim aktiv ist, hat Frau Rosan im Rahmen eines Elternabends bereits die Eltern über den Projektinhalt und die Regelnd informiert - denn ohne die Unterstützung der Eltern ist die Umsetzung nur schwer möglich. Denn damit die Badeunfälle in Deutschland gerade bei Kindern zurückgehen, ist die Mitarbeit aller Beteiligen von hoher Bedeutung. Damit bei der Badeunfallstatistik der kommenden Jahre eine möglichst geringe Zahl an Verunglückten steht. Benjamin Kloos