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  • Do., 20. Februar 2014, 00:21 Uhr
    Bürger vermissen Herz für Kinder / Ortsbeirat betont Bedeutung der Weiterentwicklung und Transparenz

    Spielplatz am Messplatz in Bobstadt in Fokus gerückt

    Im Mittelpunkt der Diskussion: Der Spielplatz am Meßplatz im Bobstadt. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT - Ein Thema mit besonderer Brisanz bewegt die Bürger in Bobstadt: Die mögliche Veräußerung des Geländes des Spielplatzes und der Rollschuhbahn am Messplatz in Bobstadt als Baugelände. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Spielplätze für Kinder in der heutigen Zeit, in der die Kommunen in Wettbewerb um den Zuzug junger Familien stehen, von großer Bedeutung sind.

    Lesen Sie hier die wichtigsten Auszüge des Leserbriefes, aber auch die Stellungnahme des Ortsbeirates Bobstadt und des Ortsvorstehers Hans-Georg Gött. Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader verweist bezüglich der Diskussion auf die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und der Gremienarbeit und in diesem Zusammenhang auf den „sehr engagierten Arbeitskreis Dorferneuerung Bobstadt, in den jeder Bürger seine Ideen einbringen kann." Die Stadtverwaltung und sie selbst als Bürgermeisterin habe die Aufgabe, die Beschlüsse der Gremien wie des Ortsbeirates, der Arbeitskreise und Ausschüsse sowie der Stadtverordnetenversammlung umzusetzen und das Programm der Dorferneuerung zu begleiten. „Das ist für mich eine Politik für und mit den Bürgern", betont Schader. Eine weiter Stellungnahme kann sie aufgrund der genannten Gründe nicht abgeben, „da dies mein Amt nicht zulässt." Benjamin Kloos

    Der Meßplatz in Bobstadt. Foto: Hannelore Nowacki


    Auszug eines Leserbriefes Bobstädter Bürger zur möglichen Bebauung des Kinderspielplatzes:

    ”Wir sind eine Reihe Bobstädter Bürgerinnen und Bürgern, die dem Vorhaben der Stadt Bürstadt, das Gelände des Spielplatzes und der Rollschuhbahn am Messplatz in Bobstadt als Baugelände zu  verkaufen, fassungslos gegenüberstehen!

    Es handelt sich hier um den größten, ältesten und am meisten frequentierten Spielplatz im Ortsteil Bobstadt, dessen Geräte vollkommen funktionstüchtig sind und der außerdem auch noch zentral gelegen ist. Umrandet wird der Spielplatz von fünf 60 Jahren alten Lindenbäumen, die im Sommer den Kindern viel Schatten spenden und zum verweilen einladen. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nicht nur in Neubaugebieten Kinder und damit Bedarf an Spielplätzen gibt. Auch die Rollschuhbahn ist bei einigermaßen guten Witterungsverhältnissen sehr beliebt, die Kinder lernen dort Rad fahren spielen Hockey, Fußball, Handball, fahren mit Rollschuhen oder Inlinern bzw. Skateboards, oft sieht man Kinder mit ihren ferngesteuerten Autos spielen. Allein am Nachmittag des 13. Februar waren dort, wie von uns gezählt, 13 Kinder beim Spielen. Der Aussage, dass dort sowieso nie Kinder sind, kann jederzeit widersprochen werden, es sei denn, man schaut dort am Morgen – wenn die Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule sind – oder bei widrigen Witterungsverhältnissen vorbei.

    „Ein Herz für Kinder fehlt am Messplatz"

    Das Argument, spielende Kinder könnten zum Radfahren, Rollschuhfahren, Skateboardfahren Innliner oder spielen mit Ferngesteuerten Autos usw. auf den Basketball-Platz nahe der Feuerwehr ausweichen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wie soll es Ihrer Meinung nach möglich sein, dass sich Rad fahrende oder skatende Kinder einen einzigen Platz mit Kindern und Jugendlichen teilen, die Basketball spielen? Diese Aussage ist, wie Sie ist bei näherer Betrachtung  zugeben müssen, fernab jeder Realität.

    Generell gilt, dass sich der bestehende Spielplatz „Am Messplatz“ geradezu in optimaler Lage zum Wohngebiet und zum Ortskern befindet, weshalb das Ansinnen der Stadt, diesen Spielplatz an ein Randgebiet (Naturoase) zu verlegen, völlig unverständlich ist. Kinder und Eltern haben hier die von der Politik stets propagierten kurzen Wege, der Platz trägt dazu bei, dass der Ortsteil Bobstadt ein Mindestmaß an Familienfreundlichkeit aufweist und stellt insofern einen Gewinn vor allem für junge Familien dar, die es unter allen Umständen zu fördern gilt. Zudem stellt sich die Frage, weshalb die Stadt Bürstadt erneut ohne Not Geld in die Hand nehmen will, um einen neuen Spielplatz am Ortsrand – in für Kinder völlig ungeeigneter Lage – aus dem Boden zu stampfen.

    Nach unserer Meinung verbietet sich dieses Vorhaben aus vielerlei Gründen: Zunächst stellen wir uns die Frage, wie es um die Sicherheit der Bobstädter Kinder bestellt ist, wenn diese fernab jeglicher Wohnbebauung einen Spielplatz besuchen sollen. Wir fragen uns, ob dort jederzeit gewährleistet ist, dass Kinder keinen schädlichen Einflüssen oder gar Schlimmerem ausgesetzt sind. Darüber hinaus sollten Sie als Mutter und Bürstädter Bürgermeisterin wissen, dass sich in unmittelbarer Nähe dieses offenbar geplanten Spielplatzes Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG befinden. Wie Sie ebenfalls wissen sollten, handelt es sich dabei um die Bahnstrecke zwischen den Großstädten Frankfurt und Mannheim. Diese Strecke wird tagtäglich von unzähligen Personen- und Güterzügen befahren und dient tausenden Menschen als täglicher Arbeitsweg. Allein diese Tatsache birgt unserer Meinung nach ein erhebliches Gefährdungspotenzial für alle Kinder. Um zu dokumentieren, dass große Teile der Bobstädter Bevölkerung unsere Auffassung teilen, reichen wir Ihnen eine Liste mit Unterschriften von Bürgern nach, die sich für den Erhalt des Spielplatzes „Am Messplatz“ sowie der dort befindlichen Rollschuhbahn aussprechen.

    Freundliche Grüße von besorgten Eltern und Kindern die auf dem Spielplatz/Rollschuhbahn täglich spielen, und auch weiterhin dort spielen möchten!

    Glückliche Kinder: Alle Beteiligten sprechen sich für ein Bobstadt aus, an dem sich Familien wohlfühlen können. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    Stellungnahme des Ortsbeirats Bobstadt zur Messplatzbebauung:

    In einem „Offenen Brief“ wird  dem  Ortsbeirat Bobstadt unterstellt, sich über Interessen und Belange der Bobstädter Bürger hinweggesetzt und eine Bebauung des Messplatzes sowie des angrenzenden Kinderspielplatzes abgesegnet zu haben.

    Hierzu ist eindeutig zum Ausdruck zu bringen, von einer Entscheidung bzw. Absegnung kann überhaupt keine Rede sein. Die Feststellung, die Stadt Bürstadt habe in dieser Angelegenheit auf den Ortsbeirat eingewirkt, ist definitiv falsch. Richtig ist, dass nach der  Realisierung des Multifunktionalen Sportfeldes sowie der erfolgten Verlagerung der Kerwe eine Bebauung des Messplatzes angedacht ist.  Mit dieser Maßnahme soll die Entwicklung von Bobstadt weiter forciert werden.

    „Transparenz gewährleistet"

    Der Gedanke der Überplanung und Neugestaltung des Messplatzes ist ein ursächlicher Vorschlag aus den verschiedenen Arbeitskreisen der Dorferneuerung und steht schon seit 2009 als Handlungsfeld auf der Agenda der Dorferneuerung. Ein markantes Merkmal eines Dorferneuerungsprogramms: es wird durch die Bürger und Bürgerinnen gestaltet.  Vom ersten Schritt an muss die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie deren Wünsche und Vorstellungen erfolgen. Das war in Bobstadt auch der Fall. Um die Mitarbeit von vielen Bürgern und Bürgerinnen zu erreichen  hat der Ortsvorsteher bei jeder Gelegenheit  die Bobstädter Bürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert,  sich aktiv einzubringen und selber auch die Vorteile des Programms zu nutzen.

    Ein wichtiger Bestandteil des Dorferneuerungsprogramms stellt die Erstellung eines „ Innerörtlichen Konzepts“ dar, dessen Ziel es ist, den Ortskern zu verschönern und Chancen für eine innerörtliche Bebauung zu erhöhen und das für den privaten sowie kommunalen Bereich.

    Basierend auf dem Wunsch aus dem Arbeitskreis bezüglich des Messplatzes (Überplanung) sowie der Verfolgung der Ziele des „Innerörtlichen Konzepts“ hat  der Ortsbeirat in einer Ortsbeiratssitzung im März 2013 eine Empfehlung zur Aufstellung eines Bebauungsplans für den Messplatz ausgesprochen.

    Dieser Schritt ist öffentlich erfolgt und demzufolge in der Presse vorher und nachher entsprechend publiziert worden.

    Im Rahmen der Beschäftigung mit der angedachten Messplatzbebauung kam dann im Laufe der Monate noch die Überlegung auf, das ganze Areal zu bebauen und an anderer Stelle einen attraktiven Platz für Kinder und Jugendliche zu errichten, d.h. es stand nie die Abschaffung eines Spielplatzes zur Debatte. Der Ortsbeirat war und ist immer bei seinen Überlegungen auf eine Optimierung sowie Attraktivitätssteigerung unseres Ortsteils bedacht.

    Der Ortsbeirat macht keine Politik am Bürger vorbei, im Gegenteil versucht er die Wünsche und Belange der Bürger in seine Entscheidungen einfließen zu lassen.  Nur muss der Ortsbeirat dabei das Gesamtwohl sowie die Gesamtentwicklung unseres Stadtteils im Auge behalten. Für die Bedienung von Einzelinteressen hat er bestimmt kein Votum erhalten.

    Der Ortsbeirat Bobstadt

     

     

     

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