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  • Do., 23. Januar 2025, 21:30 Uhr
    NEUJAHRSEMPFANG MIT SPORTLEREHRUNG: Gemeinde Groß-Rohrheim hatte die Bürger in die Rathausscheune eingeladen / In 2025 wichtige Weichen stellen

    Spielräume dank solider Finanzpolitik und Rücklagen

    GROSS-ROHRHEIM – In der Rathausscheune wurde es zum Neujahrsempfang der Gemeinde Groß-Rohrheim mit Sekt, Saft und Gebäck richtig voll und warm, während draußen Raureif die Natur verzaubert hatte. Am Ende hatte das Programm mit Reden, Videos und Sportlerehrung 45 Minuten länger gedauert als geplant. Ein Höhepunkt war die Übergabe des 5.000-Dollar-Spendenschecks von Professor Friedrich Ulfers aus New York an die Gemeinde Groß-Rohrheim für gemeinnützige Zwecke. Hinter dem Rednerpult glänzte die Jahreszahl 2025 an der Wand, zunächst wurde jedoch Bilanz gezogen. Gemeindevertretervorsteher Torsten Henzel blickte in seiner Begrüßungsrede zufrieden zurück. Viele Veranstaltungen könnten nur durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen in Initiativen und Vereinen am Ort stattfinden. „Dafür gebührt ihnen unser aller Dank“, betonte Henzel und erinnerte daran, dass auch die Gemeindevertretung eine Form des Ehrenamtes sei. Sichtlich erleichtert stellte Henzel fest, dass die Sitzungen mittlerweile in deutlich ruhigerem Fahrwasser verliefen und wichtige Entscheidungen für den Ort im Wissen um die Verantwortung häufig über die Parteigrenzen hinweg einstimmig beschlossen würden. In sieben Sitzungen der Gemeindevertretung seien die Hälfte der insgesamt 80 Abstimmungen einstimmig gewesen, bei 65 Prozent der Abstimmungen habe es eine zwei Drittel Mehrheit gegeben – „und das bei vier Fraktionen“. Im neuen Jahr müssten wichtige Weichen gestellt werden. Im weiteren Verlauf nach der Neujahrsansprache des Bürgermeisters sprach der evangelische Pfarrer Dr. Dominik Weyl zur Christengemeinde und Bürgergemeinde, von der „Kirche fürs Dorf“ im aktiven Sinn, von Hoffnung, Zuversicht und Mut, die Hände nicht in den Schoß zu legen. Auf die Hessische Gemeindeordnung (HGO) kam Weyl zu sprechen, auf die Gemeinde als Grundlage des demokratischen Staats und dass den Engagierten der lange Atem nicht ausgehen möge und sie immer Freude bei ihrer Tätigkeit hätten.  

    Ehrenamtliches Engagement ist Herz der Gemeinde

    Im Rückblick auf sein erstes Amtsjahr zog Bürgermeister Karsten Krug eine positive Bilanz. Krug sprach von einem Jahr  mit Fortschritten und intensiver Zusammenarbeit, Veränderung auch im Rathaus und der Verwaltung, aber auch schon ersten sichtbaren Erfolgen. Seinen Dank sprach Krug allen aus, die sich hauptamtlich, ehrenamtlich oder im privaten Rahmen engagiert haben. Krug machte deutlich: „Das Ehrenamt ist das Herz unserer Gemeinde“. Wie bei seiner ersten Neujahrsrede vor einem Jahr angekündigt, sei sein Ziel gewesen, das Rathaus wieder näher an die Menschen im Ort zu bringen, was unter anderem durch die Einbindung in Entscheidungsprozesse erreicht werde wie bei den Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen u.a. Familien und Kinder, Senioren, Modernisierung der Bücherei oder Integration von Flüchtlingen. Eine wertvolle Plattform sei auch der Vereinsfrühschoppen. Regelmäßigen Austausch gebe es mit den Kirchen, der Schule und weiteren Akteuren. Diese Netzwerke zu stärken, bleibe ein zentrales Ziel. Zu weiteren sichtbaren Erfolgen zählt Krug die Einführung der Rentenberatung im Rathaus und die Erweiterung des Kulturprogramms, das in diesem Jahr „zumindest ansatzweise“ ausgebaut werden soll. Die Kündigung der Trägerschaft durch die evangelische Kirchengemeinde habe durch den sachlichen Dialog abgewendet werden können, daran beteiligt waren die politischen Gremien. Das Ordnungsamt sei seit Jahresbeginn wieder eigenständig, mit der Folge, dass sich die Bürger zum Schutz der Schwächeren im Straßenverkehr nun auf verstärkte Kontrollen im ruhenden und fließenden Verkehr einstellen können. Trotz steigender Kosten und Anforderungen sei die Haushaltslage stabil und dank solider Finanzpolitik und Rücklagen bleibe die Gemeinde auch in diesen schwierigen Zeiten handlungsfähig, der Hebesatz der Grundsteuer sei vergleichsweise gering. Da aber auch die  neue Landesregierung den Kommunen nicht mehr Mittel zukommen lasse, sei eine Grundsteuererhöhung auf Dauer unausweichlich. 

    Was 2025 besser werden soll

    Für das Jahr 2025 kündigt Krug einige zentrale Vorhaben an. An der Nahversorgung hapert es – letzte Bäckerei und Postfiliale geschlossen, auch keine Apotheke mehr. Bürgermeister Krug zeigte sich zuversichtlich, hinsichtlich Backwaren und Postfiliale bald eine Alternative zu finden, Kontakte zu Bäckereien wurden aufgenommen. Ein städtebauliches Entwicklungskonzept wird erarbeitet, um langfristige Perspektiven zu schaffen, zum Beispiel ein Dorfmittezentrum um die Allee herum. Am 26. April wird der neue Winterrasenplatz eröffnet. Gewerbegebiete werden erschlossen, was die Gemeinde stärke und Arbeitsplätze schaffe. Im Neubaugebiet wird ein neuer Spielplatz errichtet, Blühflächen werden angelegt. Die Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug, beraten wird über die Erweiterung des Gerätehauses und den Bedarfs- und Entwicklungsplan. Um weiter ein attraktiver Sportstandort in der Region zu bleiben, werde es in Beratungen um den Wunsch nach einer zeitgemäßen Sporthalle und die Weiterentwicklung bestehender Sportanlagen gehen. Auf dem Gelände Kirsch könnte an zentraler Stelle vielleicht mit Bundesfördermitteln ein neuer Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen. 

    Die Handball-Abteilung Männer 1 des TV Groß-Rohrheim sind Aufsteiger.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Sportler- und Züchterehrung

    Groß-Rohrheim ist auch Heimat vieler aktiver Sportler, die traditionell beim Neujahrsempfang für ihre besonderen Leistungen von der Gemeinde geehrt werden, die sie nicht durchweg in den örtlichen Vereinen erbringen. Ekkehard Faatz bot dem Publikum durch Interviews, sachkundige Erläuterungen und witzige Anmerkungen gelungene Unterhaltung. Bürgermeister Krug überreichte Urkunden und Handtücher als Präsent, teils unterstützt vom Team aus dem Rathaus mit Silke Baumann, das die Veranstaltung vorbereitet hatte. Weltmeister im Modern and Contemporary Dance sind die jungen Damen der NEO Dance Company der TG Bobstadt. Aufsteiger ist die Abteilung Handball des TV 1906 Groß-Rohrheim, die mit dem gesamten 23-köpfigen Kader und Trainern vertreten war. Trainer Frank Herbert bescheinigte den Meistern in der Bezirksoberliga 2023/24 „unglaubliche Lernbereitschaft und Leistungswillen“. Am Vortag in der Bürgerhalle hatte der  Oberliga-Aufsteiger gegen die SG Egelsbach besiegt, ein Team aus den Top-Fünf. Vier Mitglieder des Rasse- und Geflügelzuchtvereins waren bei der Landesverbandsschau 2024 und der Werbeschau der Coburger Lerchen erfolgreich.  

    Hannelore Nowacki

    Die NEO Dance Company der TG Bobstadt ist Weltmeister im Modern and Contemporary Dance in Serbien geworden. Gleich nach dem Neujahrsempfang machten sie sich auf den Weg zum Training.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Sportler- und Züchterehrung: 

    TTC EWR Groß-Rohrheim: Carlos Jeitner. SKG Stockstadt und Golfclub Neuhof: Im Tennis und Golf-Sport war Luisa Krug erfolgreich. Schützenverein 1972: Sportpistolenmannschaft mit Phillip Appelshäuser, Steven Hofmann, Martin Lautenbach, Ulrich Schädler, Michael Thomas. Rasse- und Geflügelzuchtverein: Bernd Germann, Wolfgang Menger, Gottfried Schögel, Wolfgang Triebel. TG Bobstadt – Tanzgruppen: Mila David, Mila Drexler, Mila Fries, Maxima Lutz, Viktoria Lutz. Annabelle Folcz, Elisa Fries, Leni Pertschy. Lilith Cornils, Elena Czanderle, Kira Gabel, Aurelia Gruber, Lea-Sophie Hartmann. Trainerin Lisa Herrmann. TV 1906/Abt. Handball Männer 1: Alexander Anthes, Lukas Baumann, Jonas Ehlert, Jonas Engert, Louis Erlemann, Elias Fiechtner, Luca Fox, Tom Friedrich, Jan Fries, Niklaus Fries, Justus Fröhlich, Levi Gabel, Ryan Haas, Sebastian Haas, Hill Haas, Alexander Heß, Nils Heß, Philip Kautzmann, Johannes Krist, Yannick Meinl, Dominik Reis, Jonas Sartorius, Alexander Wägerle. 

    INFO: In bester Stimmung berichtete der 90-jährige Professor Friedrich Ulfers, dass er nun nach Jahrzehnten als Professor an der New York University emeritiert sei. Nach seiner Auswanderung hatte er dort auch studiert. Wo er zuhause ist? „In New York bin ich at home, in Groß-Rohrheim bin ich dahoam“, sagt er, wobei er deutlich macht, dass er in seiner amerikanischen Heimat bleiben werde. Pendeln wolle er solange er kann, und das hoffentlich noch lange. 

     

     

     

     

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