
BIBLIS – Mehr als zufrieden ist Martin Peters als Turnierleiter und Vereinsvorsitzender nach dem 72. Bibliser Reitturnier auf der vereinseigenen Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Biblis in der Pfaffenau. An vier Tagen war hier der Schauplatz sehenswerter Wettbewerbe in den Disziplinen Springen und Dressur mit Teilnehmern aus neun Nationen, unter anderem aus den USA und Brasilien. Auf dem weitläufigen Wiesengelände in unmittelbarer Nähe zu den Reitplätzen hatten die Pferdetransporter viel Platz und die Pferde frische Bibliser Landluft zum Durchschnaufen.
Frühaufsteher konnten an allen vier Tagen schon ab 8 oder 9 Uhr Springprüfungen und Dressurreiten auf sich wirken lassen. Zu gut hatte es der Sommer an den beiden ersten Tagen mit der Wärme gemeint. Zum Wohl der Pferde fanden die Siegerehrungen an den heißen Tagen nur mit den Reitern statt, die Pferde durften den Schatten genießen. Im Schatten des ausladenden Vordachs der Reithalle, fast hautnahe mit Blick auf den Springplatz, befinden sich die meisten Zuschauerplätze, doch erst mit dem Wetterwechsel ab Samstag kamen vermehrt Zuschauer und am Sonntag wurde es voll – die Zuschauer strömten auf die Anlage. Ein Fest auch für die Kinder, denn zu den Höhepunkten am Sonntag gehörten die Führzügelklasse und die Voltigier-Vorführung mit Kindern und Jugendlichen. Die Turnierleitung hatten Martin Peters und Sportwart Dieter Frieß.
Sportliche Höhepunkte und gute Stimmung
Zur Siegerehrung der Klasse M** am Sonntagnachmittag war Bürgermeister Volker Scheib gekommen, der die hervorragende Arbeit und die beachtlichen Investitionen des Reit- und Fahrvereins Biblis zur Durchführung solch großer Reitturniere lobte. Mit 54 Teilnehmern war die Springprüfung Klasse S* mit Hindernishöhen von 140 Zentimetern am frühen Samstagabend sehr gut belegt, was Peters besonders freute wie auch die über 200 Nachnennungen in der verlängerten Anmeldephase und während des Turniers. Sportlicher Abschluss im Springreiten war die Springprüfung Klasse S* mit Stechen, Höhe der Hindernisse 140 Zentimeter, bei der elf Reiter an den Start gingen. Sieger wurde David Will vom RFV Viernheim mit seinem Pferd „Chaqueen“ nach fehlerfreier Runde mit einer Zeit von 82,29 Sekunden, die Zweitplatzierte Andrea Marches auf „Charming31“ zeitlich knapp dahinter mit 82,35 Sekunden. Im Springen waren neben David Will und Angelina Krauße-Herröder die Lokalmatadore Armin Schäfer jun. und Bernd Herbert aufgefallen. Mit Stolz kann Vereinsvorsitzender Peters auf die erfolgreichen Vertreter seines Vereins verweisen, die sich im vorderen Drittel platzieren konnten: In der Dressur Bettina Weiland-Dressler, Patricia Helfrich, Lara Dinges und Luisa Peters, im Springen machten Lotta Vormehr und Max Stefan mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam.
Foto: Hannelore Nowacki
Zum Erfolg und zur guten Stimmung trugen die rund 120 Helfer gemeinsam mit dem Team vom RV Jägerhof bei. Auf den Reitplätzen waren sie für gute Bedingungen zuständig und in der Küche sorgten sie durchgehend mit abwechslungsreichem Angebot zu familienfreundlichen Preisen für genussvolle Stunden. Turniersprecherin Britta Heger moderierte die Prüfungen auf dem Springplatz durchweg über die vier Tage, an denen Ursula Höhnle und Katharina Hess in der Meldestelle die Teilnehmer durchgehend betreuten. Bei der vergnüglichen Reiterparty am Samstagabend war DJ „MaVo“ am Zug.
Neuer Boden für 160.000 Euro war nötig
Nachdem das Reitturnier im Vorjahr wegen Bodenmängeln von Hauptspring- und Vorbereitungsplatz ausfallen musste, ist der Untergrund nach der Sanierung in bestem Zustand. Wie Vereinsvorsitzender Peters im Gespräch mit dem TiP erläuterte, liegt auf dem Schotter im Untergrund eine Trennschicht, darauf die 15 Zentimeter dicke Tretschicht aus Sand und weißen Vlies-Schnipseln, die das Wasser gut halten und den Boden auflockern. Der neue Boden soll bis zu 15 Jahre halten und hat 160.000 Euro gekostet, zur Hälfte aus eigenen Vereinsmitteln. Ohne Zuschüsse der Gemeinde Biblis, des Kreises Bergstraße, des Landessportbundes Hessen und des Landes Hessen wäre diese Investition nicht zu stemmen gewesen, betonte Peters. In Eigenregie habe der Verein die neuen Außenbande rund um den Hauptspringplatz als Ersatz für die alten aus Holz installiert. Die Reitböden in der Dressur wurden bereits zu den Süddeutschen Ponymeisterschaften 2023 erneuert. Zahlreiche Sponsoren unterstützten das Turnier, denen Peters seinen besonderen Dank ausspricht.
Hannelore Nowacki
Beitrag aus der Rubrik