
LAMPERTHEIM – Wasser ist nicht nur zum Schwimmen da, auch für Sommerträume. Ein Motto, das zur Einweihungsfeier für das neue Edelstahlschwimmerbecken im Freibad der Biedensandbäder passte. Zumindest wenn man die saftig grünen Rasenflächen und die schönen großen Bäume bei Regen im Blick hatte – auf den gepflegten Liegewiesen kann man sich an sonnigen Badetagen in den Tag hineinträumen und im heißen Sommer spenden die Bäume wohligen Schatten. Jedoch prasselte pünktlich zur Einweihungsfeier am Mittwochabend viel Regen aus den dunklen Wolken – ans Schwimmen war nicht zu denken. Regenschirme wurden aufgespannt und schnell schafften fleißige Helfer drei rote Faltzelte aus dem DLRG-Fundus herbei, die sie mit vereinten Kräften in die Nähe des neuen Schwimmerbecken trugen. Darunter fanden Gäste und Ehrengäste Platz, die aufmerksam den Reden lauschten. Vertreter der Vereine, die Schwimmsport betreiben, der Schulen und der an den Bauarbeiten beteiligten Firmen waren eingeladen, gekommen waren Aufsichtsratsmitglieder der Biedensandbäder, Magistratsmitglieder, Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende sowie die Ehrengäste Walter Pfeiffer und Richard Thürauf vom Hessischen Schwimm-Verband. Heike Hildebrand aus Hofheim, bekannt für Humor in vielen Lebenslagen von der Fastnacht bis zum Spargelschälwettbewerb, hatte die einführende Ansprache übernommen. Das Lampertheimer Bade- und Schwimmparadies strahle weit über die Grenzen der Stadt hinaus, stellte der Biedensand-Bäder-Geschäftsführer Marius Schmidt in seiner Rede mit Blick auf die sportliche Bildung und den Freizeitwert fest, verdeutlicht durch einige Zahlen: 12 Vereine und 12 Schulen bis nach Gernsheim kommen zum Schwimmen in die Biedensandbäder sowie 155.000 Badegäste jährlich. DLRG und die Volkshochschule bieten ihre Schwimmkurse hier an. Als einmalig in der Region beschreibt Schmidt die gelungene Kombination von Hallen- und Freibad mit Badesee, was auch den politischen Gremien zu verdanken sei, die im Sinne der Daseinsvorsorge die Investitionen einstimmig beschlossen hätten – insgesamt etwa 10 Millionen Euro in all den 59 Jahren seit 1966. Dies sei die Stunde Danke zu sagen. Was lange währt, wird endlich gut, das neue Edelstahlschwimmerbecken wartet auf die ersten Schwimmer in dieser Saison. Das erneuerte Schwimmerbecken aus Edelstahl mit durchgängiger Tiefe von 1,80 Metern und einer Länge von genau 50,04 Metern einschließlich Platz für die Anschlagmatten ist wettkampftauglich. Neu sind der seitliche Komforteinstieg ohne Behinderung von Schwimmern und die beiden barrierefreien Durchschreitebereiche zum Becken, wobei der Übergang in Nähe der Umkleiden noch eine Rampe erhält. Die gesamte Badewassertechnik und die Rohre sind erneuert, die neue Rücklaufkammer liegt in der Erde. Der Kostenrahmen sei eingehalten betonte Schmidt. Im Sommer für die Badegäste auch wichtig: Für den „Kiosk am See“ wurde ein neues Pächterteam gefunden. Die Grünanlagen rund um das Becken werden noch angelegt.
Foto: Hannelore Nowacki
Jeder Euro gut angelegt
Wie anschließend auch Richard Thürauf vom Hessischen Schwimm-Verband bekräftigte, wies Schmidt darauf hin, dass Schwimmen zu können lebensrettend und daher jeder Euro gut angelegt sei. Dass Zuschüsse durchaus erkämpft werden müssen, erläuterte Thürauf, der berichtete, dass der Schwimm-Verband 2014 insgesamt 50 Millionen Euro zur Hallenbadsanierung erbetteln konnte. Beim Folgeprogramm habe es günstige Änderungen gegeben – Zuschüsse gab es zugleich auch für die Freibadsanierung. Bald sei das wieder abgeschafft worden. Lampertheim habe mit dem Höchstsatz profitiert und zweimal in den Fördertopf gegriffen. Das Freibad-Schwimmerbecken habe das Land Hessen zu einem Drittel mit rund einer halben Million Euro gefördert. Seine Idee, man könnte jetzt Meisterschaften nach Lampertheim holen, was der Stadt einen Riesenauftrieb gäbe, wurde mit Applaus belohnt. Bevor das kalte Büffet eröffnet wurde, nahm sich Heike Hildebrand noch einmal das Thema Fördermittel vor, als humorvolle Pointe in Richtung Bürstadt – Fördermittel abgreifen gehe auch in Lampertheim.
Hannelore Nowacki













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