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  • Fr., 17. Februar 2017, 11:19 Uhr
    Arbeitskreis Dorferneuerung überrascht – größerer Raum für Begegnung bleibt auf der Strecke

    Sporthalle mit Foyer wird im Bestand saniert

    Bürgermeisterin Barbara Schader berichtete dem Arbeitskreis Dorferneuerung, dass die Finanzierung eines erweiterten Foyers für die Stadt Bürstadt nicht finanzierbar sei. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT – Zur Sitzung des Arbeitskreises Dorferneuerung am Dienstagabend hatte Moderator Stefan Lösch im Auftrag der Stadt Bürstadt recht kurzfristig eingeladen, dennoch waren dreizehn Einwohner gekommen. Doch Bürgermeisterin Barbara Schader brachte keine frohe Kunde mit. Ein großes Projekt der Dorferneuerung, die großzügige Umgestaltung und Vergrößerung des Foyers der Sporthalle als Raum der Begegnung für Feiern und kleinere Veranstaltungen, wird aus Kostengründen zu den Akten gelegt. Beim Foyer bleibt der Fläche nach alles wie es ist, es wird nur gründlich nach aktuellem Baustandard saniert wie auch die Sporthalle. Einen Anbau, wie vom Arbeitskreis und der Stadt Bürstadt favorisiert, wird es nicht geben. Die Verwaltung unter der Führung der Bürgermeisterin hatte eine Beschlussvorlage zur Abstimmung im Haupt- und Finanzausschuss und letztlich in der Stadtverordnetenversammlung erarbeitet, die begründet, dass die vom Kreis Bergstraße als Schulträger und Eigentümer der Immobilie vorgegebenen Kosten für den Haushalt der Stadt Bürstadt nicht tragbar seien. Diese Beschlussvorlage lag einigen Arbeitskreismitgliedern, die auch Stadtverordnete sind, bereits vor. Vollkommen von dieser neuerlichen Entwicklung überrascht waren jedoch die übrigen Arbeitskreismitglieder. Noch im September war die Begeisterung im Arbeitskreis über die Pläne zur Neugestaltung des Foyers riesig – das beauftragte Planungsbüro hatte eine großzügige, moderne Gestaltung eines vergrößerten Foyers mittels eindrucksvoller Bilder vorgestellt. Ein großes Ziel des Arbeitskreises, in Bobstadt einen ansprechenden, größeren Raum der Begegnung für Versammlungen und Feiern zu bekommen, schien vor wenigen Monaten noch Wirklichkeit zu werden und ist nun hinfällig. Bürgermeisterin Schader erklärte, dass im laufenden Jahr 200.000 Euro für Planungsarbeiten im Haushalt eingestellt seien, für die Sanierung eine Million Euro als „Verpflichtungsermächtigung“ im nächsten Jahr vorgesehen seien. Nach Berechnungen des Kreises Bergstraße werde das Gesamtprojekt 4,7 Millionen Euro kosten, allein für das Foyer werden 1,7 Millionen Euro veranschlagt. „Diese 1,7 Millionen Euro tun weh“, meinte Schader. Moderator Lösch nannte diese Entwicklung „wenig erfreulich“, er sei bei allen Gesprächen mit dem Kreis Bergstraße dabei gewesen, leider sei die Sache relativ erfolglos verlaufen. In der Diskussion zeigten Arbeitskreismitglieder ihren Unmut, Arbeitskreissprecher Volker Utz sprach von „überraschenden Zahlen“. „Das kann nicht sein“, meinte Michael Withake zur genannten Summe des Kreises von zwei Millionen Euro für den Anbau, die Höhe des Quadratmeterpreises sei nicht nachvollziehbar.  Moderator Lösch wies darauf hin, dass sich der Kreis Bergstraße die Planung nicht aus der Hand nehmen lasse. Bürgermeisterin Schader erklärte die Vertragsbindung zwischen der Stadt Bürstadt und dem Kreis Bergstraße als Schulträger, die beim Bau der Sporthalle vor Jahrzehnten auf Wunsch der Stadt zustande gekommen war. Ziel sei gewesen, über den schulischen Bedarf einer Turnhalle hinaus einen Raum für Veranstaltungen im Stadtteil Bobstadt zu erhalten. Die Kostenbeteiligung sei damals für die Sporthalle mit 60 Prozent für den Kreis und 40 Prozent für die Stadt Bürstadt festgelegt worden, am Foyer beteiligt sich die Stadt Bürstadt vertraglich mit 60 Prozent. Fest steht nun auch, dass die Sanierung des Foyers keine Maßnahme aus der Dorferneuerung ist, weil die Antragsunterlagen bis 15. März bei der WI-Bank eingehen müssten, das aber sei nicht zu leisten, erklärten Schader und Lösch. Nach kontroverser Debatte überwog im Arbeitskreis die Meinung, dass zumindest ein kleiner Teilerfolg erreicht wurde, wie Ortsvorsteher Uwe Metzner es ausdrückte. Auch werde die Sanierung durch den Termindruck, resultierend aus dem auslaufenden Dorferneuerungsprogramm, früher in Gang kommen. Auch Hans-Georg Gött plädierte für die „abgespeckte Variante“. Moderator Lösch bilanzierte: „Der Arbeitskreis bedauert die Entwicklung, aber die wichtigsten Ziele wurden wie angedacht erreicht“. Dieser Einschätzung schlossen sich bei der Abstimmung neun Teilnehmer an, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. 

    Der Eingang zur Sporthalle mit vorgelagertem Foyer in der aktuellen Ansicht. Foto: Hannelore Nowacki


    Bei der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am folgenden Tag war das Thema Modernisierung mit Anbau an die Sporthalle erster Punkt der Tagesordnung. Die Mitglieder des Ortsbeirates waren eingeladen und erschienen. Ortsvorsteher Uwe Metzner, dem die Beschlussvorlage auch jetzt nicht vorlag, teilte dem Gremium das Abstimmungsergebnis im Arbeitskreis Dorferneuerung mit, das Bedauern ausdrückt und zugleich Freude, dass das gesamte Sanierungsprojekt in Angriff genommen werde. Der Ortsbeirat sprach sich einstimmig für die Empfehlung der Beschlussvorlage an die Stadtverordnetenversammlung aus. Festgestellt wurde in der Diskussion, dass die Beschlussvorlage keine belastbaren Zahlen zu den Kosten enthalte, jedoch die große Foyer-Variante nicht finanzierbar sei. Der „Sanierung im Bestand“ stimmte der Ausschuss bei einer Enthaltung zu. Hannelore Nowacki
     

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