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So., 04. September 2016, 13:43 Uhr
110 Jahre TG Biblis - Jubiläum im Pfaffenaustadion gefeiert
Sportliches Vergnügen nach Art der alten Germanen
TG-Vorsitzender Peter Mohler hatte seine Willkommensworte zum „Germanischen Fünfkampf“ auf der Schriftrolle notiert, allerdings in neuzeitlicher Schreibweise. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Zum Festprogramm passte am Samstag auch das Sommerwetter. Da die Turngemeinde Biblis (TG) ihr 110-jähriges Jubiläum sportlich ambitioniert nach Germanenart feierte, kam der strahlende Sonnenschein sehr gelegen. Die Zuschauer auf der Tribüne blickten auf die sattgründe Rasenfläche, Tummelplatz der Germanen, die sich mit Kelten und Wikingern im „Germanische Fünfkampf“ maßen. Die fünf Disziplinen Knochenwerfen, Met-Fassrollen, Pfahllaufen, Steinstoßen und Gallierversenken erforderten von den sechs Mannschaften Kraft und Geschicklichkeit, vor allem aber Spaß an der Sache. Beachtliche 6,7 Kilogramm wog der Felsbrocken, den die „Mannsleut“ in die Sandgrube zu werfen hatten, mit 4,1 Kilogramm Steingewicht bekamen es die „Weibsleut“ zu tun. Teilnehmer, die sich mit Fellen und Pelzen ausgerüstet hatten wie „Die Fitten und Flotten“, ließen sich von der Hitze nicht kleinkriegen. Leichter hatten es die Wettkämpfer der Handballer in altgermanischer „Festkleidung“, Jutesäcke im Lochdesign, und „Romys Eleven“ in maßgeschneiderten, ungebrauchten Kartoffelsäcken. TG-Vorsitzender Peter Mohler war mit Hörnerkopfschmuck und rotem Schopf sowie altgermanischen Beinkleidern und Pelzweste unverkennbar der Häuptling aller Germanenstämme und besonders tapfer im Ringen mit der Glutsonne. Die „lieben germanischen Brüder und Schwestern“ begrüßte er herzlich zum Kräftemessen beim 1906 entstandenen Traditionsverein für „körperliche Kultur“ im Dorfe Bibifloz, wie Biblis einst urkundlich erwähnt wurde. „Die Besten mögen gewinnen“ – mit diesen Signalworten übergab der Häuptling das Mikrofon an Volker Henseler, der den Teilnehmern die Spielregeln erklärte. Unter den Zuschauern war die Sparte Politik stark vertreten, auch zwei Bundestagsabgeordnete, Dr. Michael Meister (CDU) und Christine Lambrecht (SPD, waren gekommen. Beim Tauziehen am späten Nachmittag traten zunächst die gemeldeten Mannschaften an. Beim „Prominenten-Tauziehen“ legte sich die politische Prominenz ins Zeug, auf der einen Seite zog das Bibliser Team mit Bürgermeister Felix Kusicka an der Spitze, auf der anderen Seite zeigten die insgesamt sechs politischen Kräfte aus Kreis und Land mit einer starken Frau am Zug, wie man bestens an einem Strang zieht. Die Gewinner wie die Zweitbesten aus Biblis erhielten aus der Hand von Gurkenkönigin Michelle I. eine Auszeichnung am Band um den Hals gelegt, ein germanisches Füllhorn mit TG-110-Jahre-Emblem. Dann ging es mit dem Halbfinale der vorherigen Mannschaften weiter. Den Gewinnern winkten Medaillen, etliche Met-Flaschen, ein Fässchen Bier und eine Riesenflasche Sekt. Bald darauf war Party mit Musik für alle angesagt. Am Sonntag ging die Jubiläumsfeier im Stadion in die zweite Runde. An beiden Tagen waren bis zu 120 Vereinsmitglieder im Einsatz. Vereinsvorsitzender Mohler freute sich: „Wir haben viele Leute, die gerne mitmachen - und viele junge Leute, die Ideen haben. Das ist ganz wichtig“. Hannelore Nowacki
Die beiden „Prominenten-Mannschaften“ hatten sich mit besten Kräften beim Tauziehen eingesetzt. Der Anstrengung folgte die fröhliche Verleihung der Auszeichnungen durch Gurkenkönigin Michelle I. Foto: Hannelore Nowacki