SERIE: Talk im TIP von Kalle Horstfeld heute mit dem Jugendbeirat der Stadt Lampertheim
Sprachrohr für die Jugendlichen im Gespräch
Kalle Horstfeld sprach in der Serie „Talk im TIP” mit dem Jugendbeirat Lampertheim – diesem gefällt unter anderem neben der Nähe zu den umliegenden Städten auch die nahe Natur. Foto: oh
„Talk im TIP“ ist eine Beitragsreihe des TIP-Verlags in Zusammenarbeit mit dem Initiator Kalle Horstfeld. Horstfeld der inzwischen auch als „Lômbadda Babbler“ bekannt ist, hatte im Februar 2020 mit dem „Talk im Alten Rathaus“ eine neue Veranstaltungsreihe in Lampertheim initiiert. Bei diesen Treffen sollten verschiedene Gäste vorgestellt und zu ihrer Lebensgeschichte befragt werden.
Durch die Corona-Pandemie ist die Veranstaltungsreihe vorerst einmal gestoppt. Horstfeld wird deshalb in regelmäßigen Abständen „Bürger unserer Stadt bzw. Region“ vorstellen und zu verschiedenen Themen befragen. Heute im Gespräch: Der Jugendbeirat der Stadt Lampertheim.
Jugendbeirat Lampertheim:
Seit dem 23.07.2014 besteht in Lampertheim eine politische Vertretung der Lampertheimer Jugendlichen, der Jugendbeirat.Die Interessen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Stadt werden durch den Jugendbeirat vertreten, dieser ist darüber hinaus unabhängig, überparteilich und frei in der Wahl seiner Themen. In allen Angelegenheiten, die Kinder und Jugendliche berühren, kann er die Organe und Gremien der Stadt, die Stadtverordnetenversammlung, Ausschüsse und den Magistrat sowie die Ortsbeiräte, als Experte in eigener Sache beraten, anregen und unterstützen.
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lampertheim hat in Ihrer Sitzung vom 23. Oktober 2020 die Mitglieder des vierten Jugendbeirats der Stadt Lampertheim benannt. Diese sind: Layla Assi, Zouheir Assi, Leni Mia Basler, Caitlin Bruce, Helen Sophie Diehlmann, Arne Jaedke, Chana Maria Johanne Klein, Leon Klos, Leonie Krämer, Melina Kugler, Nour Mohammad, Malik Saleh, Sarah Saleh und Sophie Schönberger.
Kalle: Was gefällt euch in Lampertheim besonders gut?
Jugendbeirat: Wir mögen, dass man von Lampertheim einfach und schnell die umliegenden größeren Städte erreichen kann. Das Lampertheim selbst aber nah am Wald und am Rhein liegt - so hat man beides!Besonders gut gefällt uns, dass wir neben vielen Feldern und dem Lampertheimer Wald das Naturschutzgebiet Biedensand haben. Auch der Stadtpark ist ein guter Ort zum Treffen für alle Altersgruppen. Natürlich finden wir es auch super, dass wir in Lampertheim den Jugendbeirat haben, bei dem alle Jugendliche ihre Wünsche einbringen können.
Kalle: Was gefällt euch in Lampertheim weniger gut?
Jugendbeirat: Das Lampertheim wenig Plätze oder Bars/Cafés hat, die vor allem für Jugendliche ansprechend sind, ohne in die nächstgrößere Stadt fahren zu müssen. Weniger gut gefällt uns auch, die Innenstadt von Lampertheim. Man könnte den Schillerplatz besser nutzen, z.B. durch ein Open-Air-Kino oder dass man die Innenstadt mehr begrünt. Was uns auch nicht sehr gut gefällt ist, dass es wenige ansprechende Geschäfte oder Restaurants gibt, die vor allem für Jugendliche sind. Man kann sich nur schwer irgendwo abends in Lampertheim treffen.
Kalle: Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr in Lampertheim sofort ändern.
Jugendbeirat: Zuerst die Innenstadt moderner und attraktiver machen mit mehr Angeboten für Jugendliche und das gesellschaftliche Leben. Für ein besseres Sicherheitsgefühl würden wir mehr Licht in den Straßen einrichten. Wir würden auch mehr junge Menschen in die Stadtverordnetenversammlung einbinden.Was wir uns auch wünschen sind weniger Casinos. Schließlich der Ausbau der Infrastruktur, die für Jugendliche wichtig ist (Busnetzwerk und Fahrradwege).
Der Jugendbeirat Lampertheim vertritt die Interessen der Kinder und Jugendlichen in Lampertheim – und ist darüber hinaus stets sehr aktiv, so etwa beim Freiwilligentag. Archivfoto: Stadt Lampertheim
Kalle: Wie habt ihr die Anfangszeit der Corona-Pandemie erlebt?
Jugendbeirat: Anfangs haben wir die Zeit für uns sehr genossen, die Auszeit und Ruhe vor allem nach dem Schulstress. Wir konnten mal wirklich herausfinden, was uns persönlich Spaß macht, was uns eigentlich wichtig ist und was uns fehlt. Alles in allem finden wir, dass uns die Anfangszeit wirklich gutgetan hat. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass diese Pandemie so lange dauern wird.
Wir glauben für uns alle war es anfangs etwas ungewohnt und natürlich auch neu. Auf einmal musste man Masken tragen und die Schule fiel aus. Es war einfach alles ungewohnt und neu. Die Zeit zog sich und sie verging einfach nicht. Es war wie als würde man träumen aber nicht aufwachen.
Kalle: Welche Veränderungen sind euch bisher während Corona-Pandemie aufgefallen?
Jugendbeirat: Die Menschen werden unvorsichtiger und halten sich nicht mehr so an die Hygienevorschriften wie noch zu Anfang der Pandemie. Das finden wir gefährlich. Die meisten Leute sind viel ängstlicher und vorsichtiger geworden, doch gibt es natürlich auch Leute, die sich auf einmal nicht mehr an Regeln/Gesetze halten. Es sind viel mehr Spaziergänger unterwegs. Manche Sachen haben sich zum Positiven andere zum Negativen entwickelt.
Kalle: Habt ihr irgendwelche Gefühle oder eine Vermutung wie es mit der Corona-Pandemie jetzt weitergeht?
Jugendbeirat: Wir denken, dass wir hier in Deutschland so schnell noch nicht wieder zurück zu Normalität können. Wir haben aber großes Vertrauen in die Impfung und hoffen, dass so schnell wie möglich alle Menschen dieses Angebot nutzen können. Zudem denken wir, dass der Lockdown verlängert wird und diese ganze Situation sich dieses Jahr kaum verbessern wird. Wir gehen davon aus, dass es dieses Jahr noch zu Einschränkungen kommt, und dass wir hoffentlich nächstes Jahr wieder (langsam) zum Alltag zurückkommen.