
LAMPERTHEIM – An der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge begrüßt Stadtarchivarin Carmen Daramus die 15 angemeldeten Bürgerinnen und Bürger. Unter dem Titel „Dem jüdischen Leben Lampertheims auf der Spur“ ging es am 22. Mai entlang von sieben Stationen zu Orten, die für die Lampertheimer jüdische Gemeinde von Bedeutung waren und an denen die jüdische Familie May lebte und arbeitete, bis sie vertrieben oder deportiert wurde.
Jahrhunderte lang war das jüdische Leben in Lampertheim fester Bestandteil des städtischen Lebens. Im Nationalsozialismus ging die Ausgrenzung der Juden rasch voran: Zutrittsverbote, Boykotte und Übergriffe auf Menschen jüdischer Herkunft. Am 10. November 1938 – ein Tag später als das reichsweit angeordnete Pogrom – zerstörten SS-Männer das jüdische Gotteshaus und brannten es nieder. Anschließend wurden mehrere Juden in das KZ Buchenwald verschleppt. Darunter war auch Josef May, der dort ermordet wurde. Die letzte Station war der jüdische Friedhof. Hier wurde die Gräber der Familie May besucht und die jüdische Grabkultur dargestellt.
Die Teilnehmerzahl war auf 15 Personen begrenzt. Um der großen Nachfrage und den Personen auf der Warteliste die Möglichkeit der Teilnahme zu eröffnen, wird die Führung noch einmal am Donnerstag, 3. Juli, um 18 Uhr angeboten. Um eine Anmeldung wird gebeten per E-Mail an stadtarchiv@lampertheim.de oder telefonisch unter 06206 / 935-209. Die Führung ist Teil einer Reihe von Gedenk- und Bildungsangeboten anlässlich des 80. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs. zg
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