Beitrag der Behindertenhilfe Bergstraße zum Welt-Down-Syndrom-Tag
Starke Frauen, die mitten im Leben stehen
Ariane Sentner, Jaqueline R. , Katharina Schulze und Wiebke Wollny (v.l.) – vier starke, junge Frauen. Das Foto entstand bei der Vernissage der 23. Bilderausstellung der bhb im Oktober 2019 unter dem Motto „Kunst kennt keine Behinderung“. Foto: oh
KREIS BERGSTRASSE – Zum Welt-Down-Sydrom-Tag möchte die Behindertenhilfe Bergstraße (bhb) Ihnen vier starke, junge Frauen aus dem Kreis Bergstraße vorstellen, die mitten im gesellschaftlichen Leben stehen.
Wer sind diese lebensfrohen, jungen Frauen?
Ariane Sentner wird im April 26 Jahre alt und wohnt in einer WG in Lorsch. Sie fährt unheimlich gerne mit ihrem Tretroller zur Arbeit. Dank des internen Fachdienstes für betriebliche Integration der bhb arbeitet sie seit fast vier Jahren auf einem sogenannten betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz (BiB) in einer evangelischen Kindertagesstätte in Lorsch. Dienstags fährt Frau Sentner zu den Räumlichkeiten der bhb in Lorsch, wo sie gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der bhb Berufsschulunterricht erhält. Der Berufsschultag bietet immer eine Gelegenheit, um viele Freunde zu sehen, die sie sonst nicht so häufig sieht. Sie unternimmt wahnsinnig gerne etwas mit ihren Freundinnen. Auf die Frage, was sie sich wünschen würde, erwidert Frau Sentner strahlend, aber bestimmt: „Nichts.“
Die bhb-Mitarbeiterin Jaqueline R. arbeitet aktuell in dem markanten Glaspavillon der bhb in der Darmstädter Straße am Standort Bensheim. Hier im "IdeenReich" gibt sie den vielfältigen Holzprodukten aus der hauseigenen Schreinerei einen kreativen Anstrich. Dabei trägt die 21-jährige nicht nur dazu bei, dass jedes bhb-Eigenprodukt zu einem liebevoll gestalteten Unikat wird, sondern berät mitunter auch Kunden bei der Auswahl ihres ganz persönlichen Lieblingsstücks.
Jacqueline R. liebt es, sich schick anzuziehen und sich zu schminken. Und da sie momentan frisch verliebt ist, telefoniert sie auch gerne mal stundenlang mit ihrem Freund. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde die Einhäuserin gerne noch viel mehr Unternehmungen mit ihren Freundinnen machen.
Katharina Schulze hat im August letzten Jahres den zweijährigen Berufsbildungsbereich bei der bhb abgeschlossen und wirkt seither engagiert in der Bensheimer Montagegruppe IV mit. Zu ihren Lieblingsaufgaben dort zählt ohne Zweifel das Kartonagenstecken. Doch was Sie am meisten an ihrer Arbeit mag, ist die Tatsache, dass beide Gruppenleiterinnen Frauen sind. "Das finde ich ziemlich cool!"
Den Ausgleich zur Arbeit findet sie in der Kunst. Die 21-jährige gehörte im letzten Jahr zu den Künstler*innen, die ihre Bilder während der 23. Bilderausstellung ausgestellt haben. Eines ihrer ausgestellten Werke wurde als Motiv für die offizielle Weihnachtskarte der bhb ausgewählt. Frau Schulzes Wunsch: eine bekannte Künstlerin zu sein, wie van Gogh oder eine berühmte Sängerin.
Wiebke Wollny wohnt zusammen mit Ariane Sentner in einer Wohngemeinschaft, aber an den Wochenenden fährt sie in der Regel zu ihren Eltern nach Groß-Rohrheim. In ihrer Freizeit ist sie sehr aktiv. Zum Beispiel nimmt sie seit 10 Jahren an der Varieté-Gruppe des Circus Projekts Waldoni in Darmstadt teil.
Frau Wollny fährt am liebsten mit dem Fahrrad oder Roller zur Arbeit. Seit etwa zweieinhalb Jahren arbeitet die 26-jährige in der Wäscherei der bhb am Standort Lorsch. Nachdem Frau Wollny bereits durch Praktika für betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze, wie z.B. im Kindergarten reingeschnuppert hat, hat sie sich entschlossen in der Wäscherei zu bleiben. Da gefällt es ihr am besten und ihre Kollegen mag sie alle sehr. In der Wäscherei wird unter anderem die Funktionskleidung vieler Rettungssanitäter im Kreis Bergstraße gereinigt. „Das ist eine sehr wichtige Aufgabe.“
Was verbindet die jungen Frauen?
Ariane Sentner, Jaqueline R., Katharina Schulze und Wiebke Wollny arbeiten bei der bhb, sie sind alle in dieselbe Schule gegangen und einige von ihnen kennen sich sogar schon „seit der Geburt“.
Die vier jungen Frauen treffen sich regelmäßig privat oder auch bei verschiedenen Freizeitangeboten der bhb und anderen Organisationen. Ein wöchentliches Highlight, zumindest für drei aus der Runde, ist der Paartanzkurs, der in Kooperation mit der Lebenshilfe Bensheim e.V. und dem Tanzstudio Stoll in der Tagesförderstätte der bhb Bensheim stattfindet. Dort lernen sie gemeinsam den Walzer, Tango, Discofox und den langsamen Blues.
Sie gehen gerne gemeinsam ins Kino, zum Bowling oder auch mal zum Shopping. Und wenn sie sich nicht persönlich treffen können, dann senden sie sich eben Sprachmitteilungen über das Handy.
Und was sie noch verbindet? Ja, das Down-Syndrom. Und was macht das?- Es macht sie zumindest um ein Chromosom reicher als die meisten anderen Menschen unserer Erde.
Der Welt-Down-Syndrom-Tag
Der 21. März wurde 2012 von den Vereinten Nationen (UN) offiziell zum Welt-Down-Syndrom-Tag ausgerufen, um das öffentliche Bewusstsein für die Thematik des Down-Syndroms zu steigern. Dabei ist der 21.03. kein zufällig gewähltes Datum. Die Zahlen 21 und 3 stehen dafür, dass bei den betreffenden Menschen das Chromosom 21 nicht wie üblich doppelt, sondern gleich dreifach vorkommt. zg