
LAMPERTHEIM – Ein Bagger steht schon auf dem eingezäunten Gelände hinter der sanierten Altrheinhalle, herausgerissener Beton türmt sich in Stücken auf – mit den Bauarbeiten zum neuen Lessing-Gymnasium (LGL) hat tatsächlich nach langen Jahren der Planungen ein neues Zeitalter im Schulzentrum West begonnen. Einer ersten Phase null mit einem 2019 fertig abgelieferten Raum-Funktionsbuch war zuletzt eine weitere anderthalbjährige Planungsphase mit einer zum Teil neuen Generation von Teilnehmern aus der Schulgemeinde gefolgt. Auf diesen Termin habe er sich schon lange gefreut, sagte Landrat und Schuldezernent Christian Engelhardt der großen Gästeschar, die zur gemeinsamen Feier des symbolischen Spatenstichs am Donnerstagmittag aufs Schulgelände gekommen war. Die Bäume spendeten den wohltuenden Schatten in der Hitze des Tages, hier drängten sich die Zuhörer. Allein der Neubau des Lessing-Gymnasiums auf einer Bruttogrundfläche von 13.800 Quadratmetern wird 81,6 Millionen Euro kosten, für die anschließende Sanierung und Erweiterung der benachbarten Alfred-Delp-Schule wird der Kreis Bergstraße als Schulträger weitere 41 Millionen Euro investieren.
„Eine irre hohe Zahl“, nannte Engelhardt diese insgesamt über 120 Millionen Euro für das größte Bauprojekt des Kreises Bergstraße. „Aber wir bekommen einen guten Arbeits- und Lernort“, betonte Engelhardt, es werde flächeneffizient und kompakt gebaut, aber nicht teuer und zudem groß und modern für einen Zukunftsstandort. Seit geraumer Zeit ist die Raumnot sichtbar, eine Containeranlage wurde auf dem Schulhof errichtet. Die weit über 2.000 Schüler der Zukunft würden merken, dass beste Bedingungen fürs Lernen geschaffen wurden. Bald werde sichtbar, was diesen Bildungsstandort weit über die eigene Zeit hinaus für viele Generationen prägen werde: „Ein Ort für Bildung, Begegnung und Zukunft in Lampertheim“. Eine lange Bauphase steht bevor: Johannes Kühn, technischer Leiter des Eigenbetriebs Schule und Gebäudewirtschaft des Kreises Bergstraße, teilte auf Nachfrage mit, dass er mit zehn Jahren rechne, bis das alte Lessing-Gymnasium abgerissen und wirklich alles fertig ist. Nach drei Jahren Bauzeit werde das neue Gebäude des Lessing-Gymnasium bezogen, das alte Lessing-Gymnasium werde die Alfred-Delp-Schule belegen bis deren Gebäude grundlegend erneuert und erweitert sind.
Foto: Hannelore Nowacki
Engelhardt hob als Vorteil dieser Vorgehensweise hervor, dass Interimslösungen und Container vermieden würden, was Kosten und organisatorischen Aufwand erspare. Zukünftig werde das Lessing-Gymnasium siebenzügig geführt, die Zahl der Schüler werde von heute bereits mehr als 1.100 auf etwa 1.500 Schüler wachsen. Für die veränderten Anforderungen an Unterricht, Betreuung und Organisation in der Schule von morgen würden heute die Voraussetzungen geschaffen. Als Clusterschule gebaut, folge die Architektur des neuen LGL der Pädagogik mit mehr Möglichkeiten für Zusammenarbeit und Projektarbeit. In poetischer Beschreibung brachte Engelhardt das zukünftige Bauwerk nahe: „Man kann sich dieses Gebäude wie einen großen Baum vorstellen – im Erdgeschoss die Wurzeln, Ort der Begegnung mit der Aula als lebendigem Mittelpunkt. Darüber der Stamm – Stockwerk für Stockwerk Räume des Lernens und des Entdeckens. Und mit jeder Etage wächst die Krone, vielfältig und voller Möglichkeiten“. In Zahlen ausgedrückt: Vom Erdgeschoss bis zum 4. OG entsteht ein Raumgefüge mit mehr als 70 Räumen, davon 50 Klassenräume, 20 Fachräume sowie Betreuungs-, Arbeits- und Rückzugsbereiche, im Zentrum die 350 Quadratmeter große Aula.
Foto: Hannelore Nowacki
Dankbarkeit und Vorfreude auf die Zukunft
LGL-Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur freute sich ebenso wie der Landrat, dass so viele Interessierte zur Feier des Spatenstichs gekommen waren: Vertreter der politischen Gremien, der Bürgermeister, Lehrer und Schüler, Vertreter der Schulkonferenz, des Fördervereins und des Elternbeirats, der Schulleiter der Alfred-Delp-Schule, auch Gewerke und Planungsbüros, und viele andere waren gekommen. Beeindruckt sprach sie von einem „gigantischen“ LGL-Neubau. Dem Schulträger dankte sie auch für die Sanierung der Altrheinhalle. Der stellvertretende Schulleiter Jérôme Dath drückte dem Kreis Bergstraße seine Dankbarkeit aus, einen Schulstandort dieser Dimension zu schaffen. Die „sehr, sehr langen“, intensiven Planungsarbeiten gemeinsam mit dem Kollegium und den Fachleuten der Gebäudewirtschaft des Kreises, angefangen mit der Planungsphase null bis 2019 ließen die beiden Revue passieren. Eine Zeit auch des gemeinsamen Lernens, die sie gut in Erinnerung haben. Für die musikalische Umrahmung der Feier durch die Big Band des Lessing-Gymnasiums und die junge Geigerin der Alfred-Delp-Schule zollte die Schulleitung großes Lob. Sebastian Kuhn, Schulleiter der Alfred-Delp-Schule, sprach von einer gemeinsamen Geschichte der beiden benachbarten Schulen und brachte seine besondere Freude an diesem Tag zum Ausdruck, dass es irgendwann „auch für uns losgeht“. Als Investition in die Bildung und Zukunft der Stadt Lampertheim und als „sehr, sehr starkes Zeichen“ wertete Bürgermeister Alexander Scholl die Gesamtmaßnahme mit rund 120 Millionen Euro in seinem Grußwort. Die Stadt werde die Bauphase intensiv begleiten. Was Baulärm und anderes angehe, empfahl er, sich das Ergebnis vorzustellen. Bevor der gesellige Teil der Feier mit Bewirtung beginnen konnte, war noch Arbeit zu leisten: Zum symbolischen Spatenstich mit Landrat Engelhardt und den Schulleitungen traten Bürgermeister Scholl und die stellvertretende LGL-Schulsprecherin Luisa Thiel an, begleitet vom Schulelternsprecher Dr. Martin Koschnick und Johannes Kühn vom Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft.
Hannelore Nowacki











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