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  • Do., 12. September 2013, 15:57 Uhr
    Geologischer Garten im Bürgerhauspark mit vielen Informationen / Lehrreiches Konzept umgesetzt

    Stein um Stein mit der Zeit in die Erdgeschichte reisen

    Beim Rundgang durch den neu angelegten Geologischen Garten mit neuen und bereits vorhandenen Steinelementen ergaben sich heitere Gesprächsmomente neben interessanten Einblicken in die regionale Erdgeschichte. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Sogar bei Regen ist der Bürgerhauspark einen Spaziergang wert, umso mehr als jetzt auch der Geologische Garten fertig gestellt ist. Stein um Stein führt der Weg durch den Park in Richtung Teichanlage und gleichzeitig beginnt eine Zeitreise in die Erdgeschichte. Und die lässt sich im Ried und Odenwald durch die Gesteine 500 Millionen Jahre zurückverfolgen. In den Rasen eingelassene Pflastersteine im Abstand von jeweils zwei Metern weisen den Weg und geben einen Eindruck, wie Zeiträume von Jahrmillionen vorstellbar werden können – fünf Millionen Jahre liegen in diesem Maßstab zwischen den Steinen. Informationstafeln erklären die geologischen Vorgänge und beschreiben die ausgestellten Gesteine und Felsformationen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bürstadt haben Mitarbeiter des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald ein lehrreiches Konzept umgesetzt, das besonders auch für Schulklassen interessant ist. Bürgermeisterin Bärbel Schader begrüßte am Mittwoch die Planer des Geologischen Gartens, den Geologen Jochen Babist und den Geografen Dirk Dewald am Rathauseingang zu einem Rundgang.

    Zusammen mit dem Ersten Stadtrat Walter Wiedemann, den Magistratsmitgliedern Rudi Pumm und Herbert Röchner sowie Jürgen Eberle, der Vorsitzender des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses ist, und dem Umweltbeauftragten der Stadt Bürstadt Micha Jost führte der Weg an die erste Informationstafel. Als Geologe ist Babist ausgewiesener Experte, der die kleine Gruppe durch die romantischen Winkel des Parks führte und zu den aufgestellten Gesteinen interessante Details erzählte und auch vorführte. Vom schwarzen Grafitquarzit zum Beispiel bekommt man tatsächlich schwarze Hände. Andere Ansichtsstücke kommen aus der vulkanischen Vergangenheit der Region oder sind im damaligen Wüstenbecken entstanden wie der Buntsandstein, Baustoff für viele Burgen und Brücken. Auch was es mit der Wollsack-Verwitterung auf sich hat, können die Parkbesucher am Objekt erkunden. Wie von der Natur so gewollt, liegen und stehen Gesteinsbrocken und Formationen unter Bäumen und am Wegrand, die schon vor vielen Jahren hier ihren Platz erhielten.

    Bürgermeisterin Schader berichtete vom damaligen Stadtgärtner Schiffner, der vor über dreißig Jahren Gesteine zur  Parkgestaltung einsetzte. Ideen um das Element Stein seien immer wieder aufgegriffen worden, Steintafeln und Grenzsteine wurden aufgestellt. Entstanden sind Oasen der Ruhe, gut zum Durchatmen, findet die Bürgermeisterin voller Anerkennung. Eine Erweiterung wäre schön, daher habe sich die Stadt Bürstadt bei der Hopp-Stiftung beworben. Dirk Dewald erzählte, dass er schon viele Jahre mit Micha Jost zu tun habe, das Projekt habe etwas länger bis zur Umsetzung gebraucht. Nun aber konnte man in Bürstadt „ein Vorzeigeprojekt“ umsetzen. Die Riedgemeinden seien noch nicht sehr lange Mitglied im Geo-Naturpark und hätten sich auch schwer getan. Denn das Ried gelte nicht als bevorzugtes Wandergebiet, so hätten sich Anknüpfungspunkte nicht gleich ergeben. In dem als Verein organisierten Geo-Naturpark sind über 100 Kommunen in mehreren Landkreisen Mitglied geworden.

    Hannelore Nowacki

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