
BÜRSTADT – An zwei Tagen bewiesen die „Winterträume in der Scheune“ wieder ihre besondere Anziehungskraft – wer an den 23 Ständen im KamÜ in der Industriestraße und im Hüttendorf auf dem Bahnhofsvorplatz die unendlich vielen Geschenkideen, Kunsthandwerk, Deko-Objekte, Schmuck, einzigartige Adventsgestecke, Pralinen und sonstige Köstlichkeiten auf sich wirken lassen und kaufen wollte hatte am Freitagnachmittag bis in den Abend Gelegenheit und am Samstag noch einmal ganze sieben Stunden. Neu war die räumliche Ausweitung auf den Bahnhofsvorplatz, nachdem im vergangenen Jahr tausend Besucher ins KamÜ geströmt waren und diesmal Gemütlichkeit statt Getümmel angesagt war. Viel Platz hatten die Besucher diesmal im Freien mit 13 weiteren Ständen im Hüttendorf und einem Kinderkarussell. Der Fotocamper war umlagert und am Glühweinstand eines Landwirts aus Dornheim war der helle Physalis-Glühwein mit 20 Prozent Saftanteil begehrt – die runden gesunden Früchte sind auch als Kapstachelbeeren bekannt. Da die Bobstädter Kita Pater Maximilian Kolbe den Reinerlös aus der Bewirtung erhält, hatte die Kita selbst die personelle Regie in der Cafeteria unter freiem Himmel mit Verkauf von Kaffee und Kuchen, Glühwein und Waffeln übernommen. Die Waffeln hatte Rüdiger Engert gesponsert, Hausherr im KamÜ. Die Kuchen waren die „Standmiete“ der Aussteller. Markus Rieck hatte Verbrauch und Vorrat an Glühwein im Blick – in vier Stunden am Freitag waren 40 Liter in die Becher geflossen, am Samstag setzte sich der starke Trend fort.
Foto: Hannelore Nowacki
Privates Engagement trifft Hobbykunst
Die Geschichte der „Winterträume in der Scheune“ begann vor sieben Jahren als Sabrina Frick und Markus Rieck die Idee hatten in der Ratskellerscheune ein kleines vorweihnachtliches Event mit Verkauf zu veranstalten, das viel Zuspruch fand und nach der Coronazeit größer wurde, mit immer mehr Kunsthandwerk. Das Erstaunliche ist, die beiden haben mit ihrem Non-Profit-Veranstaltung in privater Initiative viel Spaß und Arbeit, sind aber ganz normal im Berufsleben tätig, sie als Büroangestellte, er als Krankenpfleger. Mittlerweile arbeitet Markus Rieck in der Schweiz, ist den Winterträumen und Bürstadt aber treu geblieben. Beide sind sich einig: „Wir können es uns ohne Winterträume gar nicht mehr vorstellen – ja, es macht Spaß“. Nach zwei bis drei Wochen Pause fangen sie nach Weihnachten mit den Vorbereitungen wieder an. Zum ersten Mal war jetzt die Stadt Bürstadt mit Citymanager Tim Lux im Boot, Hütten und Vorplatz wurden zur Verfügung gestellt, Sabrina Frick und Markus Rieck dankbar annahmen. Warme wollige Stricksachen und Genähtes hatte Gaby Hennessey aus Hanau am Stand draußen im Angebot, alles natürlich selbst gemacht, wie sie betonte. Mit Ehemann ist sie als begeisterte „Wohnmobilistin“ unterwegs, die beiden Tagen sehe sie als schönen Wochenendausflug mit Übernachtung gleich nebenan. Annette Eifler aus Babenhausen entspannt sich bei ihrem Hobby, die Ergebnisse sind dekorative Unikate mit vielen Details, ideenreiche Kompositionen in Form von Schlüsselborden, dekorativen Häuserborden und entzückenden weihnachtlichen Szeneobjekten in Kugelform zum Aufhängen. Eindrucksvoll auch die Kunst aus dem 3D-Drucker am Stand nebenan, der Vasen mit elegantem Design formt.
Foto: Hannelore Nowacki
Schulkinder wissen mit Bastelarbeiten zu begeistern
Zum Aufwärmen bot sich ein Rundgang im KamÜ an, beginnend im Erdgeschoss in einem Raum voller kreativer Ideen, verzaubert durch die Magie des Lichts. Wie auch im Obergeschoss unter dem offenen Dachgebälk hatte Sabrina Frick Lichterketten dekoriert. Hier wie im Obergeschoss unter dem offenen Dachgebälk des ehemaligen Kornspeichers entstand ein Gefühl des Weihnachtswunderlands. Am Eingang der Wünschebaum des Bensheimer Frauenhauses, ein paar Schritte weiter Häkelarbeiten von „Häkelfee“ Petra Jacob aus Hofheim und Makramee-Kunst von Ariane Hildebrand. Ihre Design-Hundehalsbänder sind im Stil von Paracord geknotet. „Schön“ finden sie das romantische Ambiente und das Kommen und Gehen der Besucher. Trubel am Stand der Abschlussklasse 4A der Bürstädter Schillerschule, die ihre gebastelten Lichterengel und andere Bastelarbeiten gekonnt präsentierten und eine Menge davon zur Finanzierung ihres Ausflugs verkauften. Eigentlich waren die Kinder in Schichten eingeteilt, doch mache es ihnen so viel Spaß, dass viele gerne länger blieben, teilte Klassenlehrerin Annalena Rickes erfreut im Gespräch mit dem TiP mit. Seit den Herbstferien hatten die Kinder jeden Montag in einer Doppelstunde hoch motiviert gebastelt.
Hannelore Nowacki
Foto: Hannelore Nowacki
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