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  • Fr., 09. Dezember 2022, 06:19 Uhr
    HESSEN MOBIL: Winterdienst für das Ried und Kreis Bergstraße einsatzbereit

    Straßenmeisterei mit Salzvorrat gut versorgt

    Jochen Vogel zeigt den sensiblen Streuteller hinten am Einsatzfahrzeug, der Salz und Sole nach Bedarf dosiert und weiträumig verteilt. Foto: Hannelore Nowacki


    BENSHEIM – Kälter soll es werden und im Odenwald könnte es sogar schneien. Der Winter darf kommen, die Straßenmeistereien von Hessen Mobil haben sich auf alle Wetterlagen vorbereitet, Schichtpläne sind gemacht und genügend Salz ist auch vorrätig. Notfalls kann bei Südsalz in Heilbronn nachbestellt werden. Bei einem Pressetermin in der Straßenmeisterei in der Ampèrestraße in Bensheim erläuterten die Fachleute von Hessen Mobil die Vorbereitungen und Planungen für die Winterzeit und zeigten den nicht ganz weißen Schatz in ihrer Obhut, der jedoch dem Salz für das Frühstücksei chemisch entspricht. Dieses Natriumchlorid mit Wasser vermischt ist das Wundermittel, das die Straßen bei Schnee und Eis wegen der langen Bodenhaftung befahrbar macht. Allerdings, so warnt Jochen Vogel vom Regionalbüro Südhessen, das für vier Landkreise zuständig ist, auch bei bestem Winterdienst sind keine sommerlichen Straßenverhältnisse möglich. Sein Appell an die Verkehrsteilnehmer: Rücksicht nehmen und die Einsatzfahrzeuge nicht überholen. Davor ist die Straße nicht geräumt und gestreut, es lohnt sich also nicht zu überholen. Zu beachten sei auch die Breite von bis zu vier Metern und das Gesamtgewicht von 23 Tonnen. Das Feuchtsalz FS 30 besteht aus 70 Prozent Salz und 30 Prozent Sole, eine Mischung, die besonders gut auf der Fahrbahn haftet und auch präventiv mit den Streutellern der Fahrzeuge breit verteilt werden kann. In der zwölf Meter hohen Halle der Straßenmeisterei in der Ampèrestraße in Bensheim sind 3.000 Tonnen Salz eingelagert, ein fünf Meter hoher Berg türmt sich auf, der für die gesamte Wintersaison geplant ist. Praktischerweise können die Streu- und Räumfahrzeuge zum Salzladen in die Halle fahren. Im Kreis Bergstraße versorgen die Straßenmeistereien Bensheim und Beerfelden 450 Kilometer überörtliche Strecken, dafür stehen sieben Fahrzeuge zur Verfügung, zu den vier eigenen kommen drei Fremdfahrzeuge, ein Vorteil in den Sommermonaten, wenn für die Grünpflege nicht so viele Fahrzeuge gebraucht werden. Zwölf eigene Fahrer sind beschäftigt, unter ihnen eine Frau. Geräumt werde nach besten Kräften in der Regel von 6 bis 22 Uhr, im Notfall sind die Fahrer schon nachts ab 1.30 Uhr unterwegs. In ganz Hessen verteilt sind 80 Glättemeldeanlagen, um präventiv frühzeitig streuen zu können. Die Wetterdaten liefert ein Infosystem des Deutschen Wetterdienstes, mehr als 10 Tage in die Zukunft vorauszuschauen sei nicht möglich, erklärte Jochen Vogel. Landesweit nach einheitlichem Verfahren werden die Routen nach Bewertung der Streckenabschnitte geplant. Innerörtlich sind die Kommunen zuständig, Hessen Mobil mache jedoch Ortsdurchfahrten mit. An Bord sei eine sehr gute technische Ausstattung, einstellbar sind Streutechnik und Menge nach Fahrbahntemperatur, die selbst gemessen wird. Zwischen fünf Gramm Salz wie ein Teelöffel voll bis 25 Gramm auf einen Quadratmeter seien nötig. Ist Salz nicht schädlich für die Umwelt? Eine Frage, auf die Gregor Scheurich die Antwort hat: Was wäre denn die Alternative? Splitt müsste in großen Mengen ausgebracht werden, produziert Feinstaub und müsste anschließend als Sondermüll entsorgt werden. Am Gedeihen des Straßenbegleitgrüns lasse sich erkennen, dass Salz ausreichend verdünnt werde. Im Jahr 2021 wurden in Hessen 60.000 Tonnen eingelagert, doch in den letzten zwei bis drei Jahren werde wegen der milden Witterung weniger Salz als früher gebraucht, berichtete Wolfgang Lorentz. Jochen Vogel hatte weitere Zahlen: In Hessen sind für diese Saison 90.000 Tonnen Salz für 15.200 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen eingelagert, bei den 46 Straßenmeistereien sind tausend Winterdienstkräfte sind einsatzbereit und 350 Winterdienstfahrzeuge verfügbar. Preislich liegt eine Tonne Salz bei 90 Euro. Hannelore Nowacki

     
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