MUSIK: Lehrkräfte der Musikschule begeisterten Saalpublikum mit Programm der Extraklasse
„Tach, Herr Bach 2024“ – das gesellige Konzert mit witziger Moderation kam gut an
La Cumparsita – gefühlvoller Tango mit Gitarrenklängen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Einzigartig, wie in den Vorjahren ein Erlebnis und doch wieder anders war das 7. Konzert in der Reihe „Tach, Herr Bach 2024“ am Samstagabend im farbig illuminierten großen Saal der Notkirche. Den spritzigen musikalischen Cocktail in abwechslungsreicher Mischung von Stilen und Epochen servierte das Kollegium der Musikschule bei einigen Stücken gemeinsam mit Gastmusikern. Als virtuoser Künstler des Worts mit spritzigen Ideen und tiefsinnigen Gedanken wusste Musikschulleiter Joachim Sum als Moderator die Konzertbesucher in den Überleitungen der Stücke zu amüsieren. Die Lacher immer auf seiner Seite, wies Sum auf die musikalischen Spezialitäten hin, nahm sich aber auch die französischen Bettwanzen zum Tango vor und meinte, es wäre doch schön, wenn Bettwanzen das geringste Problem der Demokratie wären. Die Seilbahngondeln der Bundesgartenschau wünschte sich Sum nach Lampertheim, mit Station Schillercafé und Verlängerung zum Sodabuckel.
Kräftigen Applaus spendeten die Besucher den Stars des Abends schon zu Beginn, als der Vorsitzende des Vereins der Musikschule Dr. Nikolaus Selzer dazu ermunterte. Selzer machte deutlich, dass dieseLehrkräfte erfolgreiche Pädagogen sind, die auch als Solisten Konzerte geben, in Orchestern, Ensembles und Bands spielen, in Deutschland und teilweise international auftreten. Dem Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher dankte Selzer für die Organisation und Pressearbeit. Große Anerkennung sprach Bürgermeister Gottfried Störmer der Musikschule aus, der gerne wieder Schirmherr geworden war. Der Lions Club und Rotary Club präsentierte das Konzert in Zusammenarbeit mit cultur communal der Stadt Lampertheim. Der Erlös aus den Einnahmen kommt der Musikschule zugute, zudem verzichteten alle Künstler auf ihre Gage. Von den elf Komponisten auf dem Programm war Johann Sebastian Bach (1675-1750) Platz 1 mit der Trio Sonate vorbehalten.
Mit Eigenkomposition begeistert
Musiklehrer Karsten Opitz (*1965), der klassische und E-Gitarre unterrichtet, begeisterte das Publikum am Schluss mit seiner Eigenkomposition „LEKOland“, gespielt von Cathrin Ambach (Querflöte), Karsten Opitz (E-Gitarre), Svitlana Karikh (Flügel), Gastmusiker Martin Jungkunz (E-Bass) und Andreas Pilder (Schlagzeug). Musikerin Ju-Hee Oh (Flügel) war erkrankt, so dass die Trio Sonate von Bach mit Cathrin Ambach an der Querflöte und Shilo Hamano (Oboe) ohne Flügelbegleitung auskommen musste wie auch Elena Haag (Akkordeon) beim Tangostück „Libertango“ von Astor Piazolla (1921-1992). Mit flinken vier Händen galoppierten Svitlana Karikh und Maurizio Viggiani beim Galop-Marche von Albert Lavignac (1846-1916) über die Flügeltastatur, eigentlich waren mit Ju-Hee Oh sechs Hände im Sausetempo vorgesehen. In atemloser Stille lauschte das Publikum dem Gitarrenspiel von Rudi Weinacker bei Kompositionen von Francisco Tárrega. Dem variantenreichen Tango war der Mittelteil zwischen den beiden Pausen mit vier Stücken gewidmet – feurig und temperamentvoll, zärtlich und von süßem Schmerz der Sehnsucht durchdrungen. Klassik und Romantik, Jazzfeeeling und mitreißender Rock waren der abwechslungsreiche Rahmen für den Tango.
Nach der Zugabe kannte das Publikum kein Halten mehr und spendete im Stehen frenetischen Beifall. In geselliger Atmosphäre bei munteren Tischgesprächen hatten die Besucher an den großen Tischen Platz genommen – auch das ein Markenzeichen von „Tach, Herr Bach“. Die Zuschauer auf der Empore genossen den Blick von oben auf das Geschehen. Sekt, Wein, Bier und andere Getränke hatte der Ausschank zur Auswahl, auf langer Tafel versprachen deftige Kleinigkeiten, duftendes Backwerk und knusprige Blätterteig-Vanille-Törtchen Stärkung und Genuss für gut drei Stunden. Mitglieder der beiden Clubs hatten die Bewirtung übernommen. An der Abendkasse gab es für Kurzentschlossene noch Restkarten. Rosen erhielten die Musiker auf der Bühne und das Publikum war eingeladen noch zu verweilen und Speis und Trank zu erwerben.
Hannelore Nowacki
Fröhliches Finale bei „Tach, Herr Bach 2024“ – Musikschulleiter Joachim Sum dirigierte. Foto: Hannelore Nowacki
Information
Die mitwirkenden Musiker waren: Cathrin Ambach (Querflöte), Shiho Hamano (Oboe), Svante Nelles (Waldhorn), Maurizio Viggiani (Flügel), Rudi Weinacker (Gitarre), Svitlana Karikh (Flügel), Elena Haag (Akkordeon), Gabi Noe-Müller (E-Bass), Martin Jungkunz (Gast, E-Bass), Karsten Opitz (Gitarre), Andreas Pilder (Schlagzeug/Percussion), Adrian Störmer (Gitarre), Hans-Jürgen Götz (Gast, Percussions), Stefan Müller (Gast, Gitarre), Dr. Hans-Joachim Rieß (Gitarre), Joachim Sum (E-Gitarre/Gitarre).