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  • Do., 06. März 2025, 10:47 Uhr
    MUNDART: Erste Verleihung des Hessischen Mundart-Preises in Rüdesheim

    Tag der Muttersprache mit den Lômbadda Babblern

    Auf dem Bild der Hessische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Ingmar Jung, mit "Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld.
    Foto: oh

    LAMPERTHEIM – Am Internationalen Tag der Muttersprache wurde in Rüdesheim am Rhein erstmals der Hessische Mundart-Preis verliehen. Unter dem Motto „Hessens Vielfalt zum Klingen bringen“ zeichnete Heimatminister Ingmar Jung zwei herausragende Projekte aus, die sich der Pflege und Förderung der hessischen Mundart widmen.

    Für die Lômbadda Babbler war die Teilnahme an diesem Wettbewerb eine besondere Erfahrung. „Wir wollten dabei sein, neue Leute kennenlernen und spannende Projekte entdecken“, berichtet „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld. Die Bewerbung wurde mit Unterstützung von Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb und Manfred Scholz, Fachdienstleiter Kultur der Stadt Lampertheim, eingereicht.
    Ein besonderes Highlight war das persönliche Gespräch Horstfelds mit Heimatminister Ingmar Jung. „Ich war erstaunt, wie authentisch er ist, wie viel Ahnung er von Mundart hat und wie gut er selbst Dialekt babbeln kann“, so Horstfeld. „Man merkt, dass ihm das Thema wirklich am Herzen liegt.“

    Insgesamt 65 Bewerbungen aus ganz Hessen wurden eingereicht. Aufgrund der hohen Qualität der Einsendungen entschied sich die Jury, den Hauptpreis aufzuteilen: Der Verein „Miteinander – Füreinander Oberes Fuldatal“ wurde für seinen „Rhöner Hörkalender zum Advent“ ausgezeichnet. Dieses Projekt ermöglicht es, Geschichten, Gedichte und Lieder in Mundart als Podcast im Internet und über eine Telefonnummer abzurufen. Ein besonderes Merkmal ist der generationenübergreifende Austausch zwischen Senioren und Schülern.

    Der Verein „Dialekt im Hinterland“ erhielt den Preis für das Projekt „Geschwasde on Geschrewene Sproche“ (GOGS). Seit 2013 sammelt der Verein unter wissenschaftlicher Begleitung Mundartbegriffe aus den 66 Ortschaften des Altkreises Biedenkopf und verknüpft die gesprochene mit der geschriebenen Sprache in einer digitalen Plattform.

    Neben den Hauptpreisen vergab Heimatminister Jung zwei Sonderpreise: Der Wiesbadener Kindergarten Europaviertel wurde ausgezeichnet, weil dort die hessische Mundart in den Alltag integriert wird. Die Kinder lernen spielerisch regionale Begriffe und Redewendungen.

    Der Autor und Schauspieler Willi Schmidt erhielt den Preis für sein Theaterstück „Offm Eschbann“, das die Sprache und Geschichten des dörflichen Lebens in Oberhessen thematisiert und mittlerweile verfilmt wurde.

    „Der Hessische Mundart-Preis zeigt, dass Dialekt lebendig ist und unser kulturelles Erbe stärkt. Mit dieser Auszeichnung wollen wir Menschen ermutigen, sich für Mundart und Brauchtum einzusetzen“, betonte Heimatminister Ingmar Jung in seiner Rede.

    Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den Rheingau Vista Boys. Die Preisverleihung soll künftig jedes Jahr am Internationalen Tag der Muttersprache stattfinden. Für“Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld und sein Team war die Teilnahme eine wertvolle Erfahrung: „Die Begegnungen mit anderen Dialektgruppen und der Austausch über unsere gemeinsamen Interessen haben uns inspiriert. Wir freuen uns darauf, neue Impulse mitzunehmen und unsere eigenen Mundart-Projekte weiterzuentwickeln.“

    Mit der Einführung des Hessischen Mundart-Preises setzt das Land Hessen ein starkes Zeichen für die Erhaltung und Förderung der sprachlichen Traditionen – und zeigt, dass Dialekt lebendig bleibt, wenn er aktiv gepflegt wird. zg

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