Freiwillige Feuerwehr Biblis sorgte für Volksfeststimmung
Tag der offenen Tür mit Sonne und gutem Essen
Nur ein strammer Strahl trifft das Feuer, mit fünf bar Druck bei der Löschaktion der Kinderfeuerwehr war Durchhaltevermögen gefragt. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Bei der Freiwilligen Feuerwehr Biblis gab es am „Tag der offenen Tür“ Sonne satt und beste Stimmung - in der Ferne jedoch Donnergrollen und dunkle Wolken. Gemeindebrandinspektor Ingo Ess und Wehrführer Jakob Seibert hatten das Wetter am Sonntag fest im Blick und wagten am frühen Nachmittag eine Prognose: Das Wetter werde halten, bis alle Gäste gegangen. Unwetterzellen in den Tagen zuvor hätten in Biblis zum Glück keine großen Einsätze erfordert. Spaß und Spiel stand am „Tag der offenen Tür“ bei den Kindern ganz oben auf der Wunschliste. Aus der Hüpfburg war vergnügtes Lachen zu hören, während bei der Jugendfeuerwehr unter dem Dach des hohen roten Kuppelzeltes beim Kinderschminken, Malen und Buttonbasteln Konzentration angesagt war. Am Brandhaus konnte das Löschen geübt werden. Auch als umsichtige Helfer beim Abräumen und anderen Tätigkeiten war die Jugendfeuerwehr für die Gäste im Einsatz. Jugendwart Christian Durrer konnte am Sonntag außer einem Ausfall wegen Krankheit auf sein komplettes Team zählen. Rollbraten mit Pommes und Krautsalat, aber auch die Currywurst übten auf die Besucher eine magische Anziehungskraft aus und an der Kuchentheke waren etwa 40 Kuchen im Angebot. Die gastfreundliche Feuerwehr war mit 35 Kräften der Einsatzabteilung im Bewirtungseinsatz. Eine Alarmgruppe war darauf vorbereitet jederzeit auszurücken, wenn der Piepser losgehen würde, erklärte Wehrführer Seibert im Gespräch mit dem TIP. Schon um zehn Uhr morgens trafen die ersten Gäste ein. Abordnungen der Feuerwehren aus der Nachbarschaft, aus Biblis, Bobstadt, Bürstadt und Hofheim ließen es sich in gemütlicher Atmosphäre gutgehen. Bürgermeister Felix Kusicka mit Ehefrau Monika kam zu seiner ersten Amtshandlung nach dem Urlaub zum Stützpunkt. Was ist zu tun, wenn es brennt, und was sollte man lieber nicht tun? Das erfuhren Kinder und Erwachsene im Puppentheater der Branderziehungsabteilung der Bobstädter Feuerwehr. Das Sechserteam hatte für die drei gut besuchten Vorstellungen im großen Lagerraum die Bühne einschließlich kompletter Technik und Sitzreihen aufgebaut.
Das Steuer liegt gut in der Hand und die Aussicht ist super, auch der Funkkontakt macht Spaß. So kann die dauerhafte Begeisterung für die Feuerwehr beginnen. Foto: Hannelore Nowacki
Dass man die 112 bei Feuer wählt, hatte Kasperle zwar vergessen, aber die Kinder im Publikum und sein Freund Seppl wussten es. Auch dass man sich nicht verstecken darf, wenn es brennt, erklärte er. Eine spannende Feuerwehrübung zeigte die Kinderfeuerwehr. Mit hellgrünen Helmen und Westen ausgerüstet, stiegen sie in ein großes Löschfahrzeug, das Martinshorn heulte auf. Dann musste alles ganz schnell gehen, eilig stieg die Kinderfeuerwehr aus. Für den Einsatz rollten die Nachwuchsbrandschützer drei D-Schläuche aus. Thomas Kritsch, Leiter der Kinderfeuerwehr, und weitere Unterstützer aus der Einsatzabteilung halfen beim Zusammenschrauben der Kupplungen und zeigten, wie man die Spritze aufs Ziel richtet. Ruckzuck füllten sich die Schläuche mit Wasser. Kräftig loderten die Flammen aus dem Feuertopf empor, aber nur solange bis der junge Nachwuchs mit vereinten Kräften und fünf bar Wasserdruck aus drei Spritzen das Feuer gelöscht hatte. Die Zuschauerrunde verfolgte das Geschehen sicher hinter der Bandabsperrung und applaudierte verdientermaßen am Schluss. Kinder im Alter von vier bis 10 Jahre, die bei der Feuerwehr mitmachen wollen, sind jederzeit willkommen. Zurzeit sind vier Mädchen und sechs Jungen im Alter von sechs bis acht Jahren dabei, die im Sommer gerne Schläuche ausrollen, Ausflüge unternehmen, basteln, spielen und später im Jahr Kürbisse aushöhlen, Plätzchen backen und vieles mehr erleben. Alle zwei Wochen dienstagsabends von 17 bis 18 Uhr treffen sich die Kinder im Feuerwehrhaus – der nächste Termin ist am 14. Juni. Hannelore Nowacki