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  • Fr., 04. September 2026, 16:00 Uhr
    SCHILLERSCHULE: Erweiterung auf vier Züge durch Parkhausabriss für die Zukunft gesichert / Parkplatzfrage soll gelöst werden

    Tauschgeschäft zwischen Stadt und Kreis notariell besiegelt

    Der notariell besiegelte Vertrag zwischen Kreis und Stadt ist der Startschuss für den ergänzenden Neubau der Schillerschule anstelle des Parkhauses. Im Bild (von links): Konrektorin Beate Gündling, Johannes Kühn, Landrat Christian Engelhardt, Bürgermeister Alexander Scholl, Nicole Stöcklin und Rektorin Annette Wunder-Schönung.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – „Endlich“. Das Wort kam Landrat Christian Engelhardt (CDU) und Bürgermeister Alexander Scholl (CDU) beim Pressetermin in der Schillerschule am Donnerstagmorgen mit sichtbarer Erleichterung über die Lippen, dazu ein glückliches Strahlen. Am Ende, nach langen Jahren der Diskussionen und Verhandlungen seit 2019 und Beschlüssen von Kreistag und Stadtverordnetenversammlung, ist der Vertrag über das Tauschgeschäft zwischen dem Kreis Bergstraße und der Stadt Lampertheim am Vortag notariell beglaubigt worden und damit ab sofort gültig: Die bislang dreizügige Schillerschule im 136 Jahre alten historischen Gebäude kann sich zukünftig durch einen Neubau mit Klassenzimmern, Mensa, Betreuungsräumen und einer Turnhalle auf vier Züge erweitern und moderne pädagogische Konzepte verwirklichen, weil die Stadt Lampertheim das Parkhaus in der Domgasse mit über 200 öffentlichen Stellplätzen im Tausch gegen die Sedanhalle in der Kernstadt und die Alte Schule im größten Stadteil Hofheim aufgibt. „Auf diesen Termin haben wir beide gewartet“, bestätigte Scholl, der an den Diskussionen zunächst als damaliger Hofheimer Ortsvorsteher und als Fraktionsvorsitzender beteiligt war. 

    Am Schillerplatz hat die Schillerschule ihren Haupteingang.
    Foto: Hannelore Nowacki

    Der symbolische Schlüsseltausch fand im Schulhof der Schillerschule mit Blick auf das Parkhaus statt, dessen Ausmaße aus dieser Perspektive gewaltig wirken. Am Pressetermin nahmen vom Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft des Kreises Bergstraße der technische Leiter Johannes Kühn und die neue kaufmännische Leiterin Nicole Stöcklin teil, die Schillerschule war vertreten durch Rektorin Annette Wunder-Schönung und Konrektorin Beate Gündling. Auch die Schulleitung zeigt sich überglücklich, dass ihre Schule dadurch „endlich“ eine Perspektive gegen die schon lange bestehende Raumnot bekommen hat. „Wir sind einfach froh, dass es losgeht und etwas Neues entstehen kann“. In Phase null der Vorplanungen seien viele Schwerpunkte festgelegt worden, an denen alle Akteure aus dem Schulalltag beteiligt waren, wie Konrektorin Gündling erklärte: die Lehrer, Eltern, Beratungs- und Förderkräfte, die Schulsozialarbeit, die Mittagsbetreuung, der Hausmeister. Diese Einbindung sei als sehr gewinnbringend erlebt worden. Das auf diese Weise entstandene Funktionsbuch werde noch vom Kreisausschuss beschlossen, erklärte Kühn, bevor es ans Bauen gehen kann. Mit der auf zwei Jahre angesetzten Planung werde 2027 begonnen, weitere zwei Jahre werde die Bauzeit betragen. Laut Rektorin Wunder-Schönung werden aktuell 380 Grundschulkinder von 25 Lehrern unterrichtet, im Wirtschaftsbetrieb seien 10 Personen tätig.

    Jetzt noch ein Stillleben auf einem Tisch in der Schillerschule, in ein paar Jahren lebendiger Teil der Innenstadt und in Hofheim: Der Stadtplan, die beglaubigte Abschrift des Tauschvertrags und die symbolischen Schlüssel.
    Foto: Hannelore Nowacki

    Wie geht es weiter?

    Bürgermeister Scholl machte deutlich, dass er diese Tauschlösung schon immer positiv gesehen habe. Eine erweiterte Schillerschule trage zur Innenstadtbelebung bei und es gebe Vorteile für die Stadtentwicklung, ein Gewinn für die Innenstadt und Hofheim, da die Alte Schule dort im Zentrum liege: „Zentraler geht es fast nicht“. Eine neue Mitte könnte dort gestaltet werden. Alles werde noch ein paar Jahre dauern, aber die Zeit werde vernünftig genutzt, um die Parksituation bei wegfallenden über 200 Parkplätzen „auf die Füße zu stellen“. Engelhardt hatte einen Trost parat für alle, die dem Parkhaus nachtrauern könnten: „Schee ist das Parkhaus nicht“. Und hätte saniert werden müssen, merkte er an. Durch den wertgleichen Tausch, sei kein Geld geflossen, erklärte Engelhardt, lediglich die rund 85.000 Euro, die für das Wertgutachten für die Alte Schule in Hofheim, das Parkhaus und die Sedanhalle angefallen waren, werden an die Stadt überwiesen. Anstelle der Sedanhalle kann sich Scholl die Schaffung von Wohnraum für jede Preisklasse vorstellen. Seine Botschaft an die Vereine zur Nutzung der Sedanhalle: Sie werde wie immer auch für den Schulsport gebraucht und bleibe in Betrieb bis das neue Schulgebäude mit Sporthalle bezogen ist. Auch bei knappen Kassen könne man nicht auf die Stadtentwicklung verzichten, betonte Scholl. Da auch die Volksbank am Parkhaus mit eigenen Parkplätzen beteiligt war, habe dafür eine Lösung gefunden werden müssen, das habe gedauert.

    Hannelore Nowacki

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