CULTUR COMMUNAL: Neues Videoprojekt in Lampertheim zur Unterstützung der Künstler
„Thirty minutes for culture”
Klappe zu, Kamera läuft: cultur communal bietet Künstlern in Lampertheim eine neues Format an. Gabi Wesp und Kultur-Fachbereihsleiter Rolf Hecher (v.r.) freuen sich auf zahlreiche interessiere aus dem Kulturbereich. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Gerade der Kulturbereich ist sein Monaten durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen — durch die abgesagten Konzerte, Theateraufführungen oder Lesungen sowie Ausstellungen leiden viele Künstler unter dieser sehr schwierigen Situation. Cultur communal der Stadt Lampertheim möchte mit einem neuen Angebot Unterstützung anbieten und trotz Veranstaltungsabsagen einen öffentlichen Auftrittsrahmen im Schwanensaal schaffen.
Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher und Gabi Wesp stellten das neue Konzept am Freitag offiziell vor: Ziel ist es, mit professioneller technischer Ausstattung und Filmequipment Künstlern eine Plattform für Film- und Tonaufnahmen zu ermöglichen. Das Projekt „Thirty minutes for culture” startet im November 2020 und ist zunächst bis Juni 2021 geplant – alle interessierten Künstler sind
eingeladen, sich per E-Mail unter kultur@lampertheim.de bei cultur communal zu melden.
„Wir koordinieren dann einen passenden Termin für Ihren Auftritt auf der Bühne des Schwanensaals”, erläuterte Rolf Hecher. Bisher sind zunächst zwei Termine pro Monat vorgesehen. Für die Durchführung der Veranstaltung sind ingesamt circa drei Stunden eingeplant – nach Aufbau und Soundcheck können die Künstler in circa 30 Minuten ihre Projekte oder Songs präsentieren. Dies kann zum Beispiel eine „offene Probe” sein, eine Lesung oder ein Ausschnitt eines künstlerischen Programmes. Dieser Auftritt wird gefilmt und abgemischt. Das Video, welches nach drei bis vier Tagen fertiggestellt sein wird, ist anschließend für einen gewissen Zeitraum unter www.lampertheim.de, auf der städtischen Facebook-Seite sowie auf der MIL-Homepage zu finden. Gleichzeitig wird das Video den jeweiligen Künstlern kostenfrei zur Verfügung gestellt.
„Durch dieses Projekt soll trotz der vielen Einschränkungen ein zumindest digitaler Auftritt und ein finanzieller Beistand durch die Stadt Lampertheim gewährleistet werden”, so Rolf Hecher weiter, der weiß, dass es für die Künstler mit Sicherheit eine Herausforderung wird, ohne Publikum aufzutreten. Derzeit laufen noch die letzten Abklärungen bezüglich der Übertragung von Filmrechten, die Gema-Gebühren wurden seitens cultur communal bereits geklärt – bei Videos berechnen sich diese pro Click.
„Leider mussten wir frühzeitig alle Veranstaltungen im November absagen. Denn wir haben Verantwortung für die Künstler, für unsere Mitarbeiter und für unser Publikum. Wir wissen, dass dies für die Künstler eine schwierige Situation ist. Auf diesem Weg bieten wir ihnen aber zumindest die Möglichkeit einer kostenfreien Aufnahme, die Stadt übernimmt die Kosten für die Miete, die Technik und die Videoproduktion. Zudem erhalten die Künstler eine kleine Aufwandsentschädigung. Denn es ist wichtig, den Blick auf die Kultur zu richten”, betonte Rolf Hecher, der froh ist, mit dem Projekt gleichzeitig Musikern der MIL, die als Profi-Musiker derzeit nichts verdienen, eine Arbeitsmöglichkeit bieten zu können: Denn diese übernehmen die Leitung des Projektes und dessen Durchführung inklusive Ton- und Videotechnik.
„Eventuell entstehen auch neue Kontakte der Künstler untereinander oder die Videos werden gar Teil einer Sammlung von regionalen Künstlern. Wir freuen uns auf zahlreiche interessierte Künstler. Es ist vieles möglich, auch für Musikgruppen, die bisher keinen Zugang zur MIL hatten. Jeder ist willkommen, es gibt keine Qualitätsstandards”, stellte Rolf Hecher abschließend klar. „Wenn es Kulturtreibende in Lampertheim gibt, die darüber hinaus Ideen haben, können diese sich ebenfalls gerne an cultur communal wenden – neue Formate sind sowohl angedacht als auch willkommen.” Benjamin Kloos
Info
Der TIP wird die entsprechenden Videos und die Künstler, die dahinterstehen, regelmäßig vorstellen und das Projekt begleiten.