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Mi., 16. Dezember 2020, 10:40 Uhr
CULTUR COMMUNAL: Die nächsten fünf Videos sind bereits online
„thirty minutes for culture“ geht in die zweite Runde
Die nächsten fünf Videos sind aufgezeichnet und zeigen die große Bandbreite des Formats: Lesungen, Musik und Kreatives. Von links: Hans-Jürgen Götz, Adax Dörsam, Nicole Beisel, Anouk Bourrat-Moll und Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Um Künstlern, die derzeit mit vielen Konzert- und Veranstaltungsabsagen leben müssen Unterstützung anzubieten, hat die Stadt Lampertheim das Video-Projekt „thirty minutes for culture“ ins Leben gerufen (wir berichteten). Seit Mittwoch sind weitere fünf Videos online, die ebenfalls mit professioneller technischer Ausstattung und Filmequipment im Schwanensaal aufgezeichnet wurden. „Insgesamt werden wir 40 Videos drehen“, freute sich Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher über die gute Resonanz bei den Künstlern. Und auch während des Lockdowns wird eifrig weiter produziert. „Wir arbeiten nach Ton- und Filmstudiobedingungen mit Hygieneplan und lassen maximal nur zehn Leute in den Raum“, erklärte Hecher und überließ die Bühne dann den Künstlern, die die neuen Videos gestaltet haben. Autorin Nicole Beisel aus Hofheim liest mit Gitarrenbegleitung aus ihrem Roman „Wo die Schneeflocken zuhause sind“. „Die Lesung beginnt mit dem Lied „Streets of London“, das auch Teil meines Buches ist“, berichtete Beisel. In ihrem Roman geht es um Obdachlosigkeit und Familie, aber auch die Liebe spielt eine Rolle. Kreativ wird es dann im Video von Anouk Bourrat-Moll: Die vhs-Dozentin bietet bereits seit 1995 Kurse im Zeichnen an, in ihrem Video wird mit einfachen Mitteln und ohne große Kosten gemalt und geduckt. „In der Corona-Zeit ist es sehr schwer ohne Aggressionen und mit Spaß an etwas heranzugehen“, meinte Bourrat-Moll, „Deshalb soll das Drückende mal eine halbe Stunde vergessen werden und etwas kreatives, schönes entstehen.“ Das nächste Video stellte Musiker und Schriftsteller Adax Dörsam vor. Unter dem Titel „Musikalische Odysee“ liest er aus seinem aktuellen Roman mit Schlagzeugbegleitung durch Hans-Jürgen Götz. Der Profigitarrist ist seit Jahren auf den Weltmeeren unterwegs und war im März diesen Jahres an Bord eines Kreuzfahrtschiffs engagiert. „Die Reise startete in Sidney und es sollte in die Südsee gehen, eine sogenannte Traumreise“, berichtete Dörsam. Doch diesmal kam alles ganz anders, alles ging ganz schnell. Seine Erfahrungen auf dem Kreuzfahrtschiff hat er in einem „Corona-Logbuch“ festgehalten. Musikalisch wird es dann im vierten Video. Die Original Blütenweg-Jazzer haben ein kleines Weihnachtsprogramm aufgezeichnet, das Hans-Jürgen Götz vorstellte, da Bruno Weis, der Gründer der traditionsreichen Band, die es bereits seit 40 Jahren gibt, nicht anwesend sein konnte. Die Aufzeichnung habe allen sehr viel Spaß gemacht, meinte Götz, der als Schlagzeuger auch bei den Blütenweg-Jazzern im Einsatz ist. Das Publikum darf sich also auf stimmungsreiche 30 Minuten mit Dixieland Weihnachtssongs freuen. „Das ist ein super Format für uns Musiker, so können wir uns ein kleines bißchen austoben“, betonte Götz, dem nicht nur das Geld, sondern auch der Kontakt zum Publikum fehlt. Schließlich dreht sich auch im fünften Video alles um die Musik: Hier steht Adax Dörsam mit seinem Musikerkollegen Alex Auer, der einige Jahre in Xavier Naidoo Soloband als Gitarrist mitgespielt hat, auf der Bühne. Unter dem Titel „Songwriting und Gitarrenkunst“ stellen die beiden Künstler eigene Songs vor. „Alex spielt hauptsächlich Gitarre, hat aber auch eine tolle Stimme“, lobte Dörsam seinen Kollegen, der in den 80/90 Jahren mit einem eigenen Projekt kurz vor dem Durchbruch stand. Die Songs stammen von seiner neuen Platte „Much better“. „Er ist ein Naturtalent, ein erfrischender Typ“, meinte Dörsam. Derzeit arbeite Auer auf dem Bau, er müsse einfach irgend etwas machen. „Das ist leider Teil der Realität von Künstlern, die fast nichts zu tun haben“, meinte Hecher, für den das Projekt und die Menschen dahinter eine Herzensangelegenheit ist. Die aufgezeichneten Videos können sowohl über die städtische Facebook-Seite sowie über die Internetseite der Stadt, die mit den entsprechenden Links zum neuen YouTube-Kanal führen,aufgerufen werden. Eva Wiegand