
BÜRSTADT – Am weltweiten „Safer Internet Day“ unter dem Motto „Together for a better Internet“, jedes Jahr im Februar, ging es in der Erich-Kästner-Schule ums Lernen mit KI und das Thema Sicherheit im Internet. Als Schwerpunkt nahm die EU-Initiative in diesem Jahr die KI als Instrument der Beziehung in den Blick. KI ist immer eine künstliche Beziehung, die aber ohne den menschlichen, lebendigen Input nicht funktioniert, wie beim Pressetermin am Montag in der Erich-Kästner-Schule von den Netzhelden des Wahlpflichtunterrichts (WPU) mit Fachlehrerin Maike Sattler-Wolff gezeigt wurde. In den beiden WPU-Kursen der 9. und 10. Klasse haben die Schüler einen Chatbot geschaffen, der in den nächsten sieben Tagen in einer ersten Phase fächerübergreifend für Fragen freigeschaltet ist. „Toni“ lässt sich gerne ansprechen und sagt freundlich „Hi, ich bin Toni, was möchtest du wissen?“ Hat man also Fragen zum Lernen mit KI – „dann frag Toni“. Auch zuhause bei den Hausaufgaben soll Toni den Schülern mit klugen Antworten auf die Sprünge helfen. Im zukünftigen Betrieb soll Toni nach Bedarf und unterrichtsbezogen von den Klassenlehrern genutzt und freigeschaltet werden. Wie Fachlehrerin Sattler-Wolff erklärte, könne jede Lehrkraft auf Toni zugreifen. Toni ist mittels der Plattform TELLI entstanden, einer Software, die das hessische Kultusministerium den Schulen zur Verfügung stellt. An dem Termin nahm Landrat Christian Engelhardt teil, der auch Schuldezernent im Kreis Bergstraße ist, sowie Schulleiterin Stephanie Dekker und das Präventionsteam des Kreises Bergstraße. Die Erwachsenen hätten viel von den Jugendlichen gelernt, meinte die Schulleiterin anerkennend. Landrat Engelhardt lobte die Erich-Kästner-Schule als Vorbildschule mit tollen Projekten wie die Yolo-Days und die Netzhelden, „eine coole Schule“.
Bei der Nutzung des Internets gehe es darum, die Chancen mit KI zu nutzen, betonte Engelhardt. Neue Welten öffneten sich, aber man müsse wissen, was man tut. Was Toni kann und wie Toni entstanden ist, erläuterten routiniert die Netzhelden Leni Graf und Chiara Marrancone, beide 15 Jahre, der 16-jährige Leon Jakobi und der 17-jährige Damian Cring. Das Präsentieren ihrer Arbeiten sind die Netzhelden gewohnt, wird erklärt, man wechsele sich dabei ab. Auch die KI muss lernen, das wird im Vortrag deutlich. Die Netzhelden haben intensiv im Internet recherchiert, Dokumente erstellt und Toni damit gefüttert, wobei die Idee für diesen KI-Dialogpartner, die Namensgebung und die Persönlichkeit von Toni als lustiger Wombat mit großen Kulleraugen aus den Reihen der Netzhelden gekommen war. Für den Namen Toni haben sich die Netzhelden aus Gründen der Neutralität entschieden, also weder „er“ noch „sie“. Einen Schwachpunkt hat Toni noch – Mathe ist nicht ganz seine Sache. Die Netzhelden der Erich-Kästner-Schule haben sich in ihrer Schule und in Bürstadt überhaupt seit Jahren einen guten Ruf in Sachen Kompetenz bei Fragen zum Internet und im Umgang mit Smartphone und Tablet erarbeitet. Eine bewährte und hoch gelobte Kooperation besteht mit dem Seniorenbeirat der Stadt Bürstadt, der einmal im Monat mit wissbegierigen Senioren in die Schule kommt, um mit Unterstützung der jungen Netzhelden an Themen und Lösungen zu tüfteln und Neues zu lernen. Siegfried Gebhardt, Ansprechpartner in der Kooperation, nahm am Pressetermin teil und schwärmte im Gespräch mit dem TiP von den Zusammenkünften mit etwa 15 Senioren und 20 Netzhelden. Zuletzt hätten die Senioren das Thema Bildbearbeitung vorgeschlagen. Begeistert äußert sich auch Fachlehrerin Sattler-Wolff über diese generationsübergreifende Arbeit als „Win-Win-Situation“.
Hannelore Nowacki
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