Mo., 26. September 2016, 11:36 Uhr
Günther Hilgartner nach 50 Jahren aus Gymnastica-Leitungsteam verabschiedet
Tränen der Rührung und Vorfreude auf gemeinsame Reise

Das Reisegeschenk gefiel Günther Hilgartner, der im nächsten Jahr mit Ehefrau Marianne und den Mitgliedern des Gymnastica-Leitungsteams Klaus Arnold (von links), Sabine Faecke und Alfred Koch nach Portugal reisen wird. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – 50 Jahre lang war Günther Hilgartner für die Bürstädter Gymnastica aktiv. Alle drei Jahre findet diese internationale Sportveranstaltung in der TSG-Halle statt, vom vierköpfigen Leitungsteam auch in diesem Jahr zur Zufriedenheit der Gäste hervorragend vorbereitet und durchgeführt, wie das Leitungsteam berichtete. Mit über 800 Gästen sei es nur eine „kleine“ Gymnastica gewesen, meinte Günther Hilgartner im Gespräch mit dem TIP am Samstagabend ganz bescheiden, waren doch in den Vorjahren mehr als 1.400 Gäste gekommen. Wegen des Umbaus der Erich-Kästner-Schule waren die Unterbringungsmöglichkeiten diesmal nicht so zahlreich und deshalb auch weniger Gäste eingeladen. Zum Helferfest in der VfR-Vereinsgaststätte waren etwa 120 Helfer mit Angehörigen gekommen, bei der Gymnastica hatten insgesamt über 200 ehrenamtliche Helfer für den guten Ablauf der Veranstaltung gesorgt. Auch Partner und Nichtmitglieder der TSG Bürstadt beteiligten sich mit hohem Engagement. Wenige Tage nach der 21. Gymnastica hatte Hilgartner bereits seinen geplanten Rückzug aus dem bislang vierköpfigen Leitungsteam angekündigt - mit 76 Jahren ein verdienter Gymnastica-Ruhestand. Am Samstagabend floss manche Träne der Rührung und auch stimmlich sorgte diese nun offizielle Tatsache für ein emotionales Timbre. „Fangen wir in den 70er Jahren an“ – Leitungsteam-Mitglied Alfred Koch beschrieb in seinem Rückblick, der eigentlich keine Laudatio sein sollte, das mehr als 50 Jahre dauernde Wirken Hilgartners als stetige Steigerung: „Das Festival ist von Mal zu Mal besser geworden“. Zunächst gemeinsam mit August Held, habe er nach dessen Tod 1982 die Gymnastica eigenverantwortlich geleitet. Im Alter von sechs Jahren war Alfred Koch zum ersten Mal als Zuschauer bei der Gymnastica – mit späteren Folgen. Denn er habe damals die erste und einzige Vision in seinem Leben gehabt, „dass er damit mal etwas zu tun haben wollte“. Menschen zusammenzuführen und ihnen eine Plattform zu geben ohne daran Geld zu verdienen sei das Ziel von Günther Hilgartner gewesen. In seine Dankesworten an alle schloss Hilgartner auf humorvolle Weise eine Bemerkung ein, die ihm im Saal gerne lachend bestätigt wurde: Es sei nicht immer einfach mit ihm gewesen. Auch habe er wohl viele Fehler gemacht. Seine Botschaft an den Verein: „Es geht weiter“. Vor allem, weil so viele junge Leute da seien. Auf 35 Jahre Zusammenarbeit blickte Sabine Faecke zurück, dabei zu Tränen gerührt: „Ich könnte heulen“. Dass diese Verabschiedung keinen Schlussstrich bedeutet und der Dank nicht nur aus Worten bestehe, zeigte das Leitungsteam mit dem „selbsterklärenden“ Geschenk, das der frisch gebackene Ruheständler Blatt für Blatt vorlesen durfte. Im nächsten Jahr wird Günther Hilgartner mit seiner Frau Marianne und dem Leitungsteam mit Klaus Arnold, Sabine Faecke und Alfred Koch eine vielseitige Reise nach Portugal unternehmen. Hannelore Nowacki