Vermehrt Fälle von Fahrradreparatur bei älteren Mitbürgerinnen nach einem absichtlich verursachten Platten
Trickbetrüger mit fiesen Maschen unterwegs
BÜRSTADT - Vorsicht Trickdiebe! Diese Meldung bekommt in Bürstadt einen ganz neuen Hintergrund. Ursache hierfür ist die neueste Masche von Trickbetrügern: Vor mehreren großen Einkaufsgeschäften wie Treff, Penny oder Lidl kamen in den letzten Tagen ältere Bürgerinnen vom Einkaufen zurück und fanden ihr Fahrrad mit einem platten Reifen wieder. In allen Fällen kam ein junger Mann auf die Frauen zu, der sofort Hilfe anbot. Hierzu eilte er angeblich in ein Fahrradgeschäft und kam mit einem Reparaturset wieder. Er „flickte" den Reifen, aus dem er zuvor während des Einkaufs der betroffenen Frauen die Luft entlassen hatte und pumpte diesen anschließend auf. Nach der „Reparatur" bat er um die Ersetzung seiner Auslagen, die zwischen 8 und 20 Euro liegen.
Mittlerweile sind mindestens fünf Fälle bekannt, in denen der Täter mehr oder weniger großen Erfolg hatte. Aus Dankbarkeit für die Unterstützung gaben einige der Betroffenen sogar noch mehr Geld als gefordert. Der Täter wird als circa 30 Jahre alt beschrieben, offenkundig Deutsch und er gab in einigen Fällen an, aus Bensheim zu stammen und seine Mutter in Groß-Rohrheim besuchen zu wollen.
Wer etwas beobachtet hat oder in Zukunft sieht, soll sich bitte bei der Polizei melden. Besonders gefährlich an diesem Trick ist: Da der Täter nur wenig Geld verlangt, ist die Gefahr, auf diesen Trick hereinzufallen, um so größer, zumal dieser sich als sehr hilfsbereit darstellt. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, beim Einkaufen niemals den Geldbeutel oder die Handtasche unbeaufsichtigt in Einkaufswägen zurück zu lassen.
Fahrräder rücken derzeit in den Fokus von Trickbetrügern. Foto: Bernd Deschauer/pixelio.de
Enkeltrick und Betrug an der Haustür
Generell ist derzeit Vorsicht in Sachen Trickbetrug geboten: Immer wieder beherrschen Meldungen von versuchten - oder bedauerlicherweise auch gelungenen - Enkeltrickversuchen die Schlagzeilen, auch wenn die Banken ihre Mitarbeiter in diesem Bereich stark sensibilisiert haben und so glücklicherweise zahlreiche Versuche verhindert werden konnten.
In Bürstadt wurde in diesen Tagen eine weitere Betrugsmasche bekannt: So machten dreiste Trickdiebe am Dienstag mitten am Tag allerlei Beute in einer Wohnung einer 62-Jährigen in der Römerstraße. Unter dem Vorwand, eine Nachricht an den Nachbarn schreiben zu wollen, verschaffte sich eine 40 bis 50 Jahre alte Frau Zutritt zum Wohnraum. Die Ganovin gab an, aufgrund einer Allergie nicht sehen zu können und Handschuhe tragen zu müssen. Sie diktierte der hilfsbereiten 62-Jährigen daher eine Nachricht, in welcher ausführlich zwei mitgeführte Decken beschrieben wurden, die angeblich für den Nachbarn bestimmt seien. Währenddessen breitete die bislang Unbekannte die Decken, eine gelb-orange-weiße Bettdecke sowie eine beigefarbene Tischdecke, aus. Hierdurch konnte die Sicht auf einen weiteren Täter abgeschirmt werden, der zwischenzeitlich auf Beutezug ging. Erst später, als die Diebe bereits über alle Berge waren, wurde der Diebstahl von einer schwarzen Schmuckschatulle, Gold- und Silberschmuck, diversem Modeschmuck, einer hochwertigen goldenen Münze und Geld festgestellt. Die 40 bis 50-jährige Täterin hatte ein südländisches Erscheinungsbild, eine kräftige Statur und trug rosafarbene Handschuhe. Sie soll mit einem südländischen Akzent gesprochen haben. Zeugen, die Hinweise geben können, melden sich bitte unter der Rufnummer 06252/706-0.
Bei Anfragen zum Geldwechsel oder bei Fragen nach dem Weg mit einem Stadtplan sollten Sie ebenfalls vorsichtig sein, dies wurde ebenfalls bereits als Masche im Bereich Trickdiebstahl verwendet. Helfen ja, aber mit dem gebührenden Abstand. Sollten Sie sich bedrängt fühlen, brechen Sie den Kontakt möglichst direkt ab, drohen Sie mit der Polizei oder rufen Sie um Hilfe. Und: Zeigen Sie jeden Versuch von Trickdiebstahl an, um den polizeilichen Ermittlungsdruck auf die Täter zu erhöhen. Benjamin Kloos