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  • Mi., 15. Januar 2020, 13:58 Uhr

    Tuning und Motorsport – das Auto-Customizing

    Wer vom Tuning spricht, meint im herkömmlichen Sinne die Verbesserung der Leistung, der Optik oder des Fahrverhaltens. Unterschieden wird in die vier Kategorien Motortuning, Interieur-Tuning, Fahrwerktuning und Karosserietuning. In vielen Fällen setzen Tuner auf alle vier Kategorien und tunen ihr Fahrzeug ihren Vorstellungen entsprechend. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die klassische Tuning-Szene oder um Tuning im Motorsport handelt. Doch Vorsicht: Wer zu viel am Auto verändert, lebt riskant, denn gerade im Tuning-Bereich gibt es unzählige Vorschriften für verschiedene Bauteile. Jede Komponente, die nachträglich am Auto verbaut wird, kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Als Folge davon kommen saftige Geldstrafen auf die Autofahrer zu. Im schlimmsten Fall dürfen sie das Fahrzeug nicht mehr auf öffentlichen Straßen führen.

    Auto-Tuning ohne Risiko


    Ein Teilegutachten oder ein ABE-Gutachten (Allgemeine Betriebserlaubnis) können vorbeugen. Ein Teilegutachten ist normalerweise in der Lieferung sicherheitsrelevanter Autoteile enthalten. Trotzdem besteht hier ein Restrisiko, dass dieses Teil im Endeffekt nicht ordentlich verbaut wurde und die Verkehrssicherheit gefährdet wird. Werden Bauelemente mit Teilegutachten beim Tuning verbaut, muss im Anschluss bei einer zertifizierten Stelle wie GTÜ, DEKRA oder TÜV eine Anbauabnahme erfolgen. Im Rahmen dieser Anbauabnahme prüfen die Experten die Funktionsfähigkeit der Komponente und des Fahrzeugs nach dem Einbau. Bei einem positiven Verlauf der Prüfung kann der Autofahrer zu der für ihn zuständigen Zulassungsstelle gehen. Dort werden die durchgeführten und genehmigten Baumaßnahmen in die Zulassungsbescheinigung eingetragen.

    Nicht immer ist ein Teilegutachten notwendig. Wird eine Kfz-Komponente mit einem ABE-Gutachten ausgeliefert, finden sich dort die Fahrzeugmodelle, an denen dieses Teil verbaut werden darf. In diesem Fall ist eine Kontrolle nach dem Tuning durch einen Experten nicht notwendig. Die einzige Pflicht ist das Mitführen des ABE-Gutachtens, um dieses bei Verkehrskontrollen vorzeigen zu können.

    Fahrwerktuning, Motortuning & Co.


    Das Motortuning ist wohl der Klassiker bei Tuning-Arbeiten: alter Motor raus, neuer Motor rein. Allerdings zählt diese Maßnahme streng genommen nicht zum Tuning. Schließlich sollen beim Tuning vorhandene Fahrzeugkomponenten erweitert, verbessert oder abgestimmt werden, um mehr Leistung zu bringen. Dazu gehört u. a. die Hubraumvergrößerung, bei dem die Zylinder aufgebohrt werden, sodass Platz für größere, leistungsfähigere Kolben entsteht. Oft genügt ein Turbolader oder ein Kompressor, um die Leistung zu steigern. Wird der Luftfilter regelmäßig gereinigt oder gewechselt oder An- und Absaug-Kanäle geglättet, kommt es auch zu einer besseren Leistung. Beim Chip-Tuning erfolgt das Tuning vollkommen ohne Schrauber. Hier wird die Leistung des Motors über die Computersteuerung gesteigert.

    Beim Fahrwerktuning richten Tuner die Fahrwerke ihrer Fahrzeuge entsprechend ihren eigenen Vorstellungen aus. Das kann die Änderung von Bauteilen der Radaufhängung sein wie Tieferlegung, Sportfahrwerke, die Montage von Tieferlegungsfedern, Gewindefahrwerken, Stabilisatoren, Hydraulik-Fahrwerken, Domlager und Domstreben, Fahrwerkslagerung oder Luftfederung und Airride-Fahrwerken.

    Auch die Anpassung der Leuchten ist bei Tunern sehr beliebt. Mit Lichtfarbe, Form und Helligkeit der Scheinwerfer erreichen Tuner ungewöhnliche Effekte. Der Austausch von Blinkern oder deren Ausstattung mit anderen Farben ist ebenfalls beliebt. Ein Lichtbalken als Blinker hinten, der über das Heck von innen nach außen huscht, ist fast der Klassiker.

    Beim Karosserie-Tuning sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Ob neue Felgenlackierung, die Montage eines Spoilers oder der Austausch von Serienteilen sind bei dieser Art Tuning gängig. Die meisten Tuner beginnen mit dem Cleaning, bei dem sie alles beseitigen, was sie optisch stört, z. B. Logos. Dabei vergessen viele, dass ein Spoiler nicht zwangsläufig die Fahrleistung verbessert. In vielen Fällen kann die Fahrleistung reduziert werden, wenn das Auto bei zu hoher Geschwindigkeit mit einem zu großen Luftwiderstand kämpft.

    Harmloser geht es beim Interieur- und Audiotuning zu. Hier werden oft Sportsitze verbaut, ans Fahrzeug angepasste Fußmatten verwendet oder ein Sportlenkrad montiert. Die Möglichkeiten beim Autotuning sind vielfältig und setzen der Fantasie keine Grenzen.

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