
LAMPERTHEIM – Sommer, Sonne, Ferien – dieser erholsame Dreiklang gilt nicht für jeden wie derzeit das fleißige Hämmern und Bohren in der Altrheinhalle beweist. Am Eingang ist steht „Turnhalle gesperrt !!!“, denn hier wird ein halbes Jahr lang vor allem die Technik saniert und modernisiert. Im Schulzentrum West steht ein Plan für umfassende Investitionen fest, beginnend mit der Sanierung der Altrheinhalle im ersten Schritt. Vor 40 Jahren erbaut, hat die Sporthalle des Lessing-Gymnasiums den Zenit ihrer technischen Leistungsfähigkeit überschritten und muss für die Zukunft fit gemacht werden, zunächst geht es mindestens um die nächsten zehn Jahre. Dann wird entschieden, ob die Altrheinhalle für die steigenden Schülerzahlen erweitert oder gänzlich abgerissen und neu gebaut wird. Der Hallenboden und Wandverkleidungen sind zur Schonung abgeklebt. Im Dezember ist die Fertigstellung geplant, im Januar nach den Weihnachtsferien steht die Altrheinhalle Schülern des Lessing-Gymnasiums (LGL) und den nutzenden Vereinen wieder zur Verfügung. Erneuert werden Beleuchtung, Heizflächen, Lüftung, Brandschutztüren, Lautsprecher und einiges mehr. Bei seiner diesjährigen Sommertour steuerte Landrat Christian Engelhardt am vergangenen heißen Freitag mehrere Ziele im Kreis Bergstraße an, am Nachmittag traf er pünktlich nach Plan an der Altrheinhalle zur Besichtigungstour ein, wo er auf den Ersten Stadtrat Marius Schmidt und den designierten Bürgermeister Alexander Scholl traf. Die Fertigstellung fällt bereits in seine Amtszeit, die am 1. Dezember beginnt. Eik Burger, stellvertretender technischer Leiter des Eigenbetriebs Schule und Gebäudewirtschaft, und der Fachbereichsleiter für Grundsatzfragen Alexander Löffelholz, der die Tour organisiert hatte, begleiteten ihn. Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur und Stellvertreter Jérôme Dath erwarteten die Besucher und Hausmeister Mladen Stahan hatte beim Rundgang ein Auge auf mögliche Stolperfallen. Als diesjähriges Motto hatte Engelhardt „Investitionen im Kreis Bergstraße – Zukunft gestalten“ gewählt. Dass im Kreis Bergstraße aufgrund der Wirtschaftskrise weniger investiert werde, merke man anhand der geringeren Anzahl an Bauanträgen, ließ Engelhardt wissen.
Erster Schritt Altrheinhalle – zweiter Schritt neues LGL
Das größte öffentliche Investitionsvorhaben mit mehr als 80 Millionen Euro sei der Neubau des Lessing-Gymnasiums von 2026 bis 2029. Anschließend werde die Alfred-Delp-Schule komplett erneuert, nur die tragenden Betonteile und die Decken bleiben erhalten, im Grunde ein Neubau. In dieser Zeit ziehen die Alfred-Delp-Schüler in die alten LGL-Gebäude um, die erst nach der Fertigstellung der Alfred-Delp-Schule im Jahr 2032 abgerissen werden. Die Gebäude seien in einem guten Zustand und medial aufgerüstet, betonte Schulleiterin Weimar-Ekdur: „Eine komfortable Situation“. Landrat Engelhardt ergänzte, dass die alten Gebäude mit Glasfaser versorgt seien, damit die Schüler schon heute gute Bedingungen haben. An den Planungen sei die Schulgemeinschaft beteiligt, das sei wichtig. Entsprechend meinte Dath, dass die Hallensanierung wohl der größte Einschnitt sei. Denn in den kommenden Monaten müsse man auf andere Örtlichkeiten wie die Sedanhalle und die Halle des Wassersportvereins ausweichen, während die Schüler beim Neubau des LGL bis zum Umzugstag in den bisherigen Gebäuden bleiben. Als zusätzliche überdachte Fläche wird beim LGL auf dem 20 x 40 Meter großen Sportfeld eine Traglufthalle installiert, die danach an anderer Stelle im Kreis weitergenutzt wird – Anschaffungskosten 600.000 Euro. Die Biedensandschule bekommt ein neues Außensportfeld, das währender Sanierung der Altrheinhalle von beiden Schulen genutzt wird. Da der Kreis seine Hallen nur für schulische Zwecke baue, müsste für den zukünftigen Bedarf mit der Stadt Lampertheim geklärt werden, ob für Veranstaltungen eine Bühne oder Tribüne gewünscht wird. Diesen Mehraufwand müsste dann die Kommune tragen, ähnlich wie bei der Hans-Pfeiffer-Halle als „Teils-Teils-Investition“. Für die zukünftige Verkehrszuführung sieht Erster Stadtrat Schmidt die Chance für Verbesserungen: „Das müssen wir lösen“. Auf dem Außengelände wird zurzeit mit großem Gerät ein Brunnen für Löschwasser gebohrt, da der Hydrant dem LGL-Neubau Platz machen muss.
Hannelore Nowacki













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