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  • Mi., 15. März 2017, 09:10 Uhr
    Jugendberufshilfe des Diakonischen Werkes unterstütz erfolgreich junge Menschen bis 27 Jahren

    Übergänge von Schule zu Ausbildung und Beruf meistern

    Kerstin Biehal und Tatjana Maier-Borst (v.r.) leisten erfolgreiche Jugendberufshilfe im Diakonischen Werk Bergstraße. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Den eigenen Berufsweg zu finden, sich für einen Beruf zu entscheiden – das ist für viele Jugendliche eine Herausforderung. Wenn dann noch schwierige Lebenslagen wie ein fehlender oder schwacher Schulabschluss, ein Ausbildungsabbruch, soziale und familiäre Probleme oder individuelle Beeinträchtigungen dazukommen, kann der Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche zu einem kaum lösbaren Problem werden. Hier setzt die Fachstelle Jugendberufshilfe des Diakonischen Werkes Bergstraße mit ihrem Beratungsangebot an und unterstützt besonders benachteiligte junge Menschen dabei, ihren Weg in Beruf und Gesellschaft zu finden und befähigt sie zu einer eigenständigen Lebensführung. Dabei werden Menschen bis zu 27 Jahren aus Lampertheim, Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim und Lorsch beraten, wobei sich das Augenmerk insbesondere auf die Übergänge in Ausbildung und Beruf richtet. Unterstützt werden die jungen Menschen beispielsweise durch individuelles Coaching rund um die Berufsorientierung, bei der Analyse der bisherigen Schul- und Berufsbiographie, beim Bewerbungsverfahren – angefangen von der Erstellung von Bewerbungsmappen über die Stellenrecherche bis zur Vorbereitung auf Eignungstests und Vorstellungsgespräche – sowie bei der Vermittlung und Begleitung in Anschlusshilfen. 

    Die Fachstelle arbeitet dann erfolgreich, wenn sie junge Menschen mit besonderem Förderbedarf stabilisiert, sie zu neuen Schritten auf dem Weg zu einer positiven Lebensperspektive bewegt und sie längerfristig in Ausbildung oder Arbeit vermittelt.

    Dass dieses Angebot wichtig und notwendig, gleichzeitig aber auch sehr erfolgreich ist, zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2016, die Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Biehal und Diplom-Sozialarbeiterin Tatjana Maier-Borst am Dienstag in einem Pressegespräch vorstellten: So nahmen insgesamt 133 Personen die Angebote der Jugendberufshilfe in Anspruch, davon 79 in langfristiger Begleitung. Der Anteil von weiblichen und männlichen Klienten hält sich dabei die Waage, während der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund – in diesem Fall keine Flüchtlinge – bei 67 Prozent liegt. Ein Migrationshintergrund ist hierbei bereits vorhanden, wenn mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde. 

    Wie im Vorjahr wurde die langfristige Begleitung besonders von jungen Menschen zwischen 15 und 17 Jahren, aber auch im Alter von 18 bis 20 Jahren genutzt. Neu hinzugekommen ist die Alterspanne derjenigen Klienten, die älter als 26 Jahre sind. Erfreulich für das Team der Jugendberufshilfe ist die Tatsache, dass viele der zu Beratenden eigenständig oder durch das familiäre Umfeld bzw. Freunde den Weg zur Beratung finden, dies sind insgesamt 69 Prozent. Dies zeigt auch den hohen Bekanntheitsgrad der Beratungsstelle, wobei die meisten jungen Menschen – nämlich 77 Prozent – aus Lampertheim selbst kommen, auch weil das Angebot hier direkt vor Ort ist. Wichtig ist den Verantwortlichen auch, dass 63 junge Menschen beim Eintritt in die längerfristige Beratung in keinem Leistungbezug stehen und der Anteil derjenigen mit höherem Schulabschluss steigt – im Fall der Mittleren Reife von 22 auf 37 Prozent in nur einem Jahr. Beim Eintritt in die Beratung sind zudem 41 Jugendliche im schulischen Kontext eingebunden gewesen, 11 Personen besaßen keinen Status – von diesen konnten zehn wieder in das „Hilfssystem” integriert werden. Erfreulich war im Jahr 2016, dass 43 junge Menschen vermittelt werden konnten, davon 14 in eine duale Berufsausbildung und neun in eine weiterführende Schule. 36 Jugendliche hatten die Beratung bis zum Jahresende nicht beendet und werden weiterhin begleitet. Benjamin Kloos

    Info: Um die jungen Menschen zu erreichen, bietet die Fachstelle Jugendberufshilfe an zwei Tagen in der Woche einen Ausbildungs- und Bewerbungstreff an: Dienstags und donnerstags jeweils von 14 bis 16 Uhr können Ratsuchende das Angebot ohne Anmeldung und kostenfrei wahrnehmen. Hier gibt es unter anderem konkrete Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen.
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