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Mi., 05. Juli 2017, 13:04 Uhr
Dieter Heumann entdeckt eine circa 1.000 Jahre alte Münze als Zeitzeugnis zurückliegender Kultur
Unter Bürstadts Scholle – Sensationsfund auf Bürstädter Gemarkung
Ein Sensationsfund: Der circa 1.000 Jahre alte Silber-Denar. Foto: oh
BÜRSTADT – Pünktlich zur 1250-Jahrfeier der Stadt Bürstadt ist dem Bürstädter Dieter Heumann ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Ein Silber-Denar ist ein weiteres Zeugnis der früheren Besiedlung Bürstadts. Zwar ist der Zeithorizont nicht so weit zurück anzusetzen wie beispielsweise die letzten Funde bei der Grabung im Sonneneck 2015, aber eine circa 1.000 Jahre alte Münze ist ein herrliches Zeitzeugnis zurückliegender Kultur – zumal die Münze in einem guten Erhaltungszustand gefunden wurde, was natürlich auch dem vorzüglichen Feingehalt des Silbers zuzuschreiben ist. Sie hat die Jahre im Ackerboden überdauert, ohne von einem Pflug oder anderem landwirtschaftlichen Gerät beschädigt zu werden. Doppelt glücklich konnte sich der Finder fühlen, da der Fund ein Tag vor seinem Geburtstag erfolgte und die Münze zudem einen engen Bezug zu unserer Nachbarstadt Worms hat. Eine weitere Nachsuche konnte nicht mehr erfolgen, da die Ackerfläche bearbeitet wurde, und es versteht sich von selbst, dass dann so eine Fläche nicht mehr betreten wird. Hier heißt es nun abwarten, bis nach der Ernte die Fläche wieder begehbar ist. Ausgestattet mit der benötigten Erlaubnis vom zuständigen Landesamt für Denkmalpflege in Hessen zur Feldbegehung und Bergung eventeulle Funde, kam es zum Auffinden dieses Artefakts. Als Nichtnumismatiker machte sich der Finder nun höchst gespannt daran herauszufinden, in welchen Zeithorizont die Münze passt. Freund Bruno Gündling vom Heimatmuseum wurde wie immer gleich informiert und mit seinem Hinweis zu Suchbegriffen wie „Dünnpfenning“, „Schlüsselpfennig“ und „Brakteaten“ ging die Recherche im Internet los.
„Um es abzukürzen: Über das Institut für klassische Archäologie in Heidelberg bin ich dann bei einem Experten für mittelalterliche Münzen, Bernd Kluge, dem ehemaligen Leiter des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, mit einer der umfangreichsten Sammlung, die mit zu den größten weltweit zählt, angekommen”, erläutert Dieter Heumann. „Kurz nach dem Telefonat mit ihm und der Übermittlung von Fotos erhielt ich freundlicherweise die Lösung zu der numismatischen Fragestellung.” Bei der Münze, die einen Durchesser von circa 15 Millimeter und ein Gewicht von 0,85 Gramm hat, handelt es sich um einen Ottonischen Silber-Denar aus der königlichen Prägestätte zu Worms und ist Otto III. (983-1002) oder Heinrich II. (1002-1024) zuzuordnen. „Ich bin gespannt, was unter Bürstadts Scholle wohl künftig noch zu finden ist. An dieser Stelle auch mein Dank an alle Landwirte, mit denen bisher problemlos zusammengearbeitet werden konnte!”, so Dieter Heumann abschließend. zg