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Mi., 16. November 2016, 10:17 Uhr
Freiwillige Feuerwehr zur Brandschutzerziehung an der Astrid-Lindgren-Schule
Unterricht, Räumungsübung und Besuch der Feuerwache
Die Astrid-Lindgren-Schule war bei der Räumungsübung komplett geräumt und alle Klassen hatten sich auf dem Sammelplatz vor der Sporthalle übersichtlich aufgestellt. Im Nieselregen hielt Rupert Getrost vom Brandschutzteam der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt nur eine kurze Ansprache. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Der Feueralarm in der Astrid-Lindgren-Schule am Dienstagvormittag leitete die Räumungsübung ein und war Teil der dreitägigen Brandschutzerziehung in den beiden zweiten Klassen und der dritten Klasse durch aktive Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt. Diese Übung hatten die Brandschutzerzieher nicht bekannt gegeben, aber die klugen Kinder ahnten sicher, dass noch etwas passieren würde - gerüchteweise sickere so etwas durch, da war sich Rupert Getrost ziemlich sicher. Als Verantwortlicher der Feuerwehr für den gesamten Ablauf der Brandschutzerziehung an diesen drei Tagen führte er auch eine Statistik. Sechs Klassen mit 109 Schülerinnen und Schülern gibt es an der Astrid-Lindgren-Schule. Acht Lehrerinnen einschließlich Schulleitung unterrichten die Kinder. Bei der Räumungsübung musste die Schule komplett geräumt werden. Beim Notsignal ruhig und geordnet in Zweierreihen die Räume verlassen – so wünschen es sich die Brandschutzerzieher der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt. Doch als das ohrenbetäubende Signal ertönt, stürmen die Kinder aus den Klassenzimmern ins Treppenhaus und laufen aus der Schule hinaus. Nichts wie weg und dabei die Ohren zuhalten. Ganz schnell hatten sich die Klassen auf dem Parkplatz der nahegelegenen Sporthalle gesammelt. Alle waren da, die Lehrinnen und die Brandschutzerzieher waren zufrieden. Nach einer kurzen Ansprache im Nieselregen entließ Rupert Getrost Kinder und Lehrerinnen vom Sammelplatz. Wenig später hörten die Kinder die Durchsage: „Regenpause“. Schon am Montag hatten die Brandschutzerzieher mit einem zweistündigen Unterricht begonnen. Themen wie Rauchentwicklung und das Verhalten im Brandfall wurden praxisorientiert besprochen. Ganz wichtig auch die fünf „W“, die für den Fall eines Notrufs am Dienstag geübt wurden. Im Dialog mit den Kindern ging es zwei Stunden lang auch um Fluchtwege, was die Schilder in der Nähe von unterirdischen Hydranten bedeuten und vieles mehr. In der dritten Klasse erklärte Christoph Heiser, dass man darauf nicht parken dürfe. Es gebe auch oberirdische Hydranten, aus denen die Feuerwehr ihr Löschwasser ziehen könne. Statt Musikunterricht mit ihrer Lehrerin Ingrid Fehr waren die Kinder Feuer und Flamme für die Feuerwehr, von der sie am Montag ein Malbuch bekommen hatten. Bei ihrem zweistündigen Besuch am Mittwoch in der nahe gelegenen Feuerwache in der Waldstraße erfahren die Kinder, was es dort an Geräten und Einrichtungen gibt. Wie sieht ein Feuerwehrmann aus, wenn er Brände mit viel Rauch löschen muss? Mit Schutzkleidung, Helm und Gasmaske, mit Atemschutzgerät auf dem Rücken sehe er für viele Kinder furchteinflößend aus und eigenartige Geräusche seien auch zu hören. Die Kinder sollen das kennenlernen, damit sie sich zukünftig nicht fürchten, erklärte Getrost im Gespräch mit dem TIP. Eine besondere Attraktion sei das Einsteigen in die Feuerwehrfahrzeuge. Die Jugend- und die Kinderfeuerwehr haben ihren eigenen Raum. Im Aufenthaltsraum bekommen die Kinder am Schluss eine kleine Stärkung. Im Bobstädter Brandschutzteam sind sechs bis acht Feuerwehrleute engagiert, Manfred Heiser, Christoph Heiser, Günter Dinges und Rupert Getrost waren an diesen drei Tagen im lehrreichen Einsatz. Christoph Heiser war gerade von der Arbeit gekommen, die anderen haben von ihrem Arbeitgeber Urlaub genehmigt bekommen. Ehrenamtlich und ohne Entgelt kommt die Freiwillige Feuerwehr zur Hilfe, auch die Brandschutzerziehung ist ehrenamtlich organisiert. Das Hessische Brand- und Katastrophenschutzgesetz verlange von den Kommunen die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten, eine Aufgabe, die die Stadtverwaltung der Feuerwehr übertrage, erläuterte Getrost. Im nächsten Jahr sei wieder der Kindergarten dran. Auch bei den Feuerwehren in der Nachbarschaft gerne bei Veranstaltungen gesehen sei das eigene Puppentheater der Bobstädter Feuerwehr, wenn Kasper gegen den Feuerteufel antritt. Hannelore Nowacki