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  • Mi., 15. Juli 2020, 11:03 Uhr
    Fortschreibung des Nahverkehrsplans: 858 Bürger unterschrieben für durchgehende Buslinie 642 Biblis nach Worms

    Unterschriftensammlung geht weiter – Hofheim macht mit

    Der Bürgerwunsch für die Reaktivierung der durchgehenden Buslinie 642 von Biblis über Hofheim nach Worms drückt sich in zahlreichen Unterschriften aus, die der Kreisbeigeordnete Karsten Krug (links) in Empfang nahm. Rita Rose von der „IG für die 642“, die Nordheimer Ortsvorsteherin Renate Weissbrodt, Bürgermeister Volker Scheib und der Wattenheimer Ortsvorsteher Heinrich Ochsenschläger machen sich für die verlängerte Buslinie stark. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Bürger der Groß-Gemeinde Biblis und Hofheim wollen, dass die Buslinie 642 wie vor 2015 wieder durchgehend nach Worms verkehrt. Ein Wunsch, den der Kreisbeigeordnete Karsten Krug als Aufgabe mitnimmt, wie er am Montag in Biblis bei der Pressekonferenz im Rathaus erklärte. Mit dem Nahverkehrsplan von 2014 kam die Endstation am Bahnhof Hofheim. Umsteigen heißt es seitdem für alle, die nach Worms zu ihrem Arzt, zum Einkaufen oder einfach zum Vergnügen fahren wollen. 

    Für ihr Anliegen hatten sich bis zur Übergabe der Unterschriftenlisten am Montag durch Bürgermeister Volker Scheib an den Kreisbeigeordneten Krug in Biblis genau 858 Bürger der Groß-Gemeinde Biblis eingetragen. Im Sitzungssaal des Rathauses achtete man auf den Corona-Abstand, doch in der Sache standen sich Bürgermeister, die Nordheimer Ortsvorsteherin Renate Weissbrodt (SPD) und der Wattenheimer Ortsvorsteher Heinrich Ochsenschläger (CDU) sowie die Sprecherin Rita Rose der erst jüngst gegründeten Hofheimer Interessengemeinschaft „IG für die 642“ (IG) ganz nahe. Innerhalb kurzer Zeit hatte IG 96 Mitglieder, die sich alle auf der Unterschriftenliste eingetragen, die Rose nun ebenfalls dem Kreisbeigeordneten überreichte. Rose und ihre Mitstreiter wollen noch mehr Hofheimer mobilisieren – zwei Listen liegen noch aus. Auch in Biblis werden weiterhin Unterschriften gesammelt. 

    Unterschriftenlisten übergeben
    Am Dienstag ließ Rüdiger Glaser den TIP schriftlich wissen, dass weitere 190 Unterschriften zusammengekommen sind, die er dem Kreisbeigeordneten Krug im Original zukommen ließ. Im Rahmen einer Pressekonferenz überreichte Bürgermeister Scheib die Unterschriftenlisten und dankte dem Kreisbeigeordneten Krug, dass er sich trotz gefüllten Terminkalenders die Zeit genommen habe. „Ein Stück Lebensqualität und Eigenständigkeit für unsere älteren Mitbürger“ sieht Scheib in einer durchgehenden Buslinie nach Worms. Er habe sich selbst von den Problemen beim Umsteigen auf die Bahn überzeugt. Krug verwies auf den „guten Zeitpunkt“ für dieses Thema, da die Fortschreibung des Nahverkehrsplans in Richtung Verkehrswende gehe, allerdings müssten die Rahmenbedingungen für die Realisierung zusätzlicher Angebote gesehen werden. Vor sechs Jahren sei entschieden worden, dass es keine Parallelverkehre von Bus und Bahn gebe. Die Kommunen und Verbände seien angeschrieben worden und die Bürger hätten die Möglichkeit sich in den Prozess einzubringen. Beraten und entschieden werde über den Nahverkehrsplan in den Kreisgremien nach den Sommerferien. Warum ist die Reaktivierung einer durchgehenden Buslinie 642 nach Worms im Entwurf des Nahverkehrsplans nicht vorgesehen? 

    „Knapp vorbeigeschrammt“
    Diese Frage beantworte Krug mit Hinweis auf die bundesweite Studie eines Fachplanungsbüros über Fahrgastpotenziale aus dem Jahr 2017, die das komplette Mobilitätsverhalten untersucht habe. Anhand dieser Studie sei das Fahrgastaufkommen für diese Strecke im Zwei-Stunden-Takt hochgerechnet worden – und an der Zielmarke „knapp vorbeigeschrammt“. Die Rückendeckung der Kommunen und die Unterschriften signalisieren, dass die Bürger das Angebot nutzen wollen, meinte Krug. Auch aus ökologischen Gründen und für Mobilitätsangebote im ländlichen Raum sei ein gutes Angebot von Vorteil. Bei einem Zwei-Stunden-Takt hätte der Kreis laut Krug Kosten von einer halben Million Euro im Jahr zu tragen. Aus dem Landesbudget gebe es einen Zuschuss. Bürgermeister Scheib gab sich im Anschluss an die Pressekonferenz sehr zuversichtlich, in Biblis noch rechtzeitig auf tausend Unterschriften zu kommen. Bis zum 15. Juli läuft die Bürgerbeteiligung durch den Kreis Bergstraße.  Hannelore Nowacki

    Bei der Zustellung: Eva Oymak, Rüdiger & Daniel Glaser und Noah Oymak.


     

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