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  • So., 02. November 2014, 11:10 Uhr
    Koordinierungsausschuss: „Lampertheim handelt für Flüchtlinge“

    Unterstützung für Flüchtlinge braucht Koordination

    Im Koordinierungsausschuss unter dem Vorsitz von Kurt Stass (rechts) arbeitet die Stadt Lampertheim eng zusammen mit den Ortsvorstehern und Vertretern der Kirchengemeinden. Im Bild: Erster Stadtrat Jens Klingler und Carola Biehal, Ortsvorsteherin von Neuschloß, die allen ein herzliches Dankeschön aussprach, die bis jetzt schon geholfen haben. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – „Weltweit machen Krieg, Gewalt und Vertreibung Menschen das Leben zur Hölle. Wenn diese Menschen die Flucht ins Ungewisse als einzigen Ausweg aus der Not ansehen, können wir ermessen, wie groß das Elend sein muss“. Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinierungsausschusses, eröffnete das Pressegespräch im Magistratsraum anlässlich des dritten Treffens am Donnerstagabend mit diesen Worten. Die vierzehn Teilnehmer hatten sich zuvor über die neuesten Entwicklungen ausgetauscht und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Vierzehn Teilnehmer  Fakten und Zahlen, die deutlich machen: Hier muss geholfen werden. Nach Erkenntnissen der UN-Flüchtlingshilfe sind weltweit 51 Millionen Menschen auf der Flucht. 33 Millionen Menschen verlassen das eigene Land dabei nicht. In Lampertheim sind bisher 80 Flüchtlinge untergebracht – in der Kernstadt 23, in Neuschloss 27 und in Rosengarten 6 Flüchtlinge. Zugewiesen wurden sie vom Kreis Bergstraße, nachdem das Land Hessen mit der Bundesregierung die Aufnahmequote verhandelt hat. Bis Jahresende werden insgesamt 119 Personen erwartet, doch nach dem Verteilungsschlüssel können es auch bis zu 169 Flüchtlinge werden. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Lampertheim, in der Kernstadt wie in den Stadtteilen, ist beachtlich. Nun kommt es auf die Koordinierung und Verteilung der vielfältigen Unterstützung, Sach- und Geldspenden an. Vom Kreis Bergstraße werden die Flüchtlinge nur mit dem Grundbedarf zum Wohnen ausgestattet. Bürgermeister Gottfried Störmer hat den Koordinierungsausschuss mit dieser Hauptaufgabe ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Ortsvorstehern und Vertretern der Kirchengemeinden beteiligt sich die Stadt Lampertheim an dieser Aufgabe. Stass wies darauf hin, dass die aktuellen Flüchtlingszahlen weit unter denen der 90er Jahre liegen. Ein Vergleich mit dem nur viereinhalb Millionen Einwohner zählenden Libanon zeige, wie stark dagegen das kleine Land mit der Aufnahme von einer Million Flüchtlingen betroffen ist. Unter dem Leitwort „Lampertheim handelt für Flüchtlinge“ macht sich der Koordinierungsausschuss für die Unterstützung und Integration der zugewiesenen Flüchtlinge stark und hofft auf viele weitere Helfer und Unterstützer. „Ohne unsere Hilfe werden sie sehr lange brauchen, um sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden“, erklärte Stass. Alles ist zunächst fremd, auch die Sprache. Dabei gehe es oft um einfache Informationen: Wo bekomme ich welche Lebensmittel, wo erhalte ich ärztliche Hilfe, welche Behörde ist zuständig oder wie kann ich mich sportlich und kulturell betätigen. “Wir brauchen Manpower, Leute, die bereit sind Zeit zu investieren“. Dieser Aufruf des Koordinationsausschusses wendet  sich an alle Lampertheimer Bürger, die sich mit mehr oder weniger Zeit einbringen wollen, ganz nach den persönlichen Gegebenheiten.  Der Koordinierungskreis hat die Aufgabe, die Bedarfe zu ermitteln und gerecht zu verteilen – mit dem Ziel, dass die Flüchtlinge alles selbständig erledigen können. Weitere Informationen bei Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinierungskreises, Telefon 06206/910707 und 01726209730, E-Mail kurtstass@aol.com. Hannelore Nowacki

    Wie kann geholfen werden?

    Der Koordinationsausschuss sucht  Mitbürgerinnen und Mitbürger, die als Ansprechpartner bei Behördengängen fungieren, zum Beispiel beim  Ausfüllen von Formularen helfen, kein Fachwissen erforderlich. Die einfache Sprachkenntnisse in kleinen Gruppen vermitteln wollen oder Flüchtlinge bei akuten Erkrankungen zum Arzt begleiten sowie Fahrdienste übernehmen, wenn eine notwendige Fahrt nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist. Weitere Informationen bei Horst Schmitt, Fachbereich  Soziale Sicherung der Stadt Lampertheim, Telefon 06206/935-210, E-Mail h.schmitt@lampertheim.de.


    Fahrtüchtige Fahrräder gesucht. Drei Lampertheimer Fahrradgeschäfte nehmen diese Fahrräder an, überprüfen die Verkehrssicherheit und übernehmen notwendige Reparaturen. Danach werden sie vom Koordinierungsausschuss nach Priorität verteilt. Abgabe bei: Rad Haus (Lothar Pfeifer, Bürstädter Straße 2a, Telefon 06206/9546839. Zweiräder Probst, Sedanstraße 1, Telefon 06206/2610. Alma Matern, Emilienstraße 3, Telefon 06206/12516.


    Beim Immobilienmanagement der Stadt Lampertheim kann man erfahren, welche Einrichtungsgegenstände aktuell benötigt werden. Das Immobilienmanagement entscheidet, ob die Gegenstände abgeholt werden, oder wo sie abgegeben werden können. Fachbereichsleitung 065: Telefon 06206/935-336 oder 06206-935-392.


    Brauchbare Winterkleidung in kleineren Größen und Schuhe können bei der Kleiderkammer der AWO in der Blücherstraße 26 abgegeben werden. Ansprechpartnerin ist Walburga Jung, Telefon 06206/53346. Größere Mengen nach vorheriger Absprache. Öffnungszeit: Mittwochs von 14.30 bis 17.30 Uhr.


    Spendenkonto bei der Stadt Lampertheim eingerichtet, da zum Beispiel Kosten für Sprachbücher entstehen: Kennwort Lampertheim handelt für Flüchtlinge“. Konto: IBAN DE87 5535 0010 0003 101110 bei der Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Mit den Spenden werden die Flüchtlinge in ihrer Gesamtheit und nicht in Einzelaktionen unterstützt.


     

     

     

     

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