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Di., 26. November 2013, 13:44 Uhr
Bürstadt zeigt Flagge: Nein zu Gewalt gegen Frauen / Unterschriftenaktion läuft bis 6. März
„Vergewaltigung – Schluss mit der Straflosigkeit“
Kaum ein Verbrechen in Deutschland wird so selten bestraft wie eine Vergewaltigung. Bürstadt zeigte am Montag Flagge: Nein zu Gewalt gegen Frauen! Mit einer Unterschriftenaktion können die Bürger die Forderung nach einer härteren Bestrafung von Tätern und bessere Bedingungen für die Opfer unterstützen. Foto: oh
BÜRSTADT – „Mit möglichst vielen Unterschriften ein Zeichen setzen”, lautet der Appell von Christine Giesler, Frauenbeauftragte der Stadt Bürstadt, die am Montag vor dem Rathaus der allgegenwärtigen Gewalt gegen Frauen die rote Karte zeigt. Die wird auch von der Engel-, Marien- und Rathausapotheke seit Mitte November ausgegeben. Auch in Kindergärten, Grundschulen und Schülerbetreuungen wurde auf diese Aktion hingewiesen.
„Ein großes Dankeschön gilt den beteiligten Apotheken”, erläuterte Giesler, „da doch manche Verletzung so schwerwiegend ist, dass das Opfer oder auch Freunde, Bekannte den Weg in eine Apotheke nehmen und nun auf diesem Weg eine vielleicht lebenswichtige Information erhalten.” Das diesjährige Thema der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mit Bezug auf das symbolische Hissen der Fahne am Rathaus und der Unterschriftenaktion lautet: „Vergewaltigung – Schluss mit der Straflosigkeit“. „Gewalt an Frauen bleibt nicht ohne Folge für das Opfer”, erklärte Christine Giesler. Angstzustände und Depressionen seien nur ein paar von vielen „Nebenwirkungen“, welche durch eine Vergewaltigung entstehen könne, „aber das Schlimmste ist, dass die Täter noch frei herumlaufen und andere Frauen ebenfalls angreifen oder die Frauen, wenn es in ihrer Beziehung passiert ist, nicht nur einmal vergewaltigt werden, sondern der Mann als Lebenspartner macht es immer wieder”.
„Ein Martyrium geht dann unendlich weiter – und kein Einzelfall”, so Giesler. Laut einer von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie haben bereits 25% der Frauen in Deutschland Formen körperlicher oder sexueller Gewalt oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt. Terre des Femmes spricht von jährlich 160.000 Vergewaltigungen bundesweit. Lediglich 8.000 werden zur Anzeige gebracht. Es gibt nur 1.000 Verurteilungen.
Härtere Strafen für Täter und bessere Bedingungen für die Opfer während des Verfahrens zu erreichen, sind das Ziel der Unterschriftenaktion. Eine Liste gegen die Straflosigkeit von Vergewaltigungen liegt diese Woche im Rathaus aus. Danach wird die Unterschriftenliste unter anderem auf den Weihnachtsmärkten in Bürstadt beim Stand vom 1. Judoclub Bürstadt, dem Bobstädter Weihnachtsmarkt, der Sportlerehrung, dem Neujahrsempfang, sowie bei Kulturveranstaltungen ausliegen.
Interessierte Personen und Vereine können sich an der Aktion auch in Form einer elektronischen Unterschriftenliste beteiligen. Diese und weitere Informationen gibt es bei der Frauenbeauftragten Christine Giesler, E-Mail: frauenbeauftragte@buerstadt.de bzw. Telefon 06206-701146. Die Unterschriftensammelaktion in Bürstadt läuft noch bis 6. März 2014. red