So., 21. Februar 2021, 18:49 Uhr
REGIONALBAUERNVERBAND STARKENBURG: Stellungnahme zum Bau einer Fotovoltaikanlage im Bruch
„Verleihen Bürgermeister Störmer eiserne Himbeere zur Nachhaltigkeit”
LAMPERTHEIM – Der Regionalbauernverband Starkenburg bezieht zum Bau einer Fotovoltaikanlage im Bruch Stellung: „Nachhaltigkeit ist, wenn man der nächsten Generation auch was übriglässt. So hinterlassen wir der nächsten Generation erstmal einen riesigen Haufen Schulden. Rohstoffe wie Phosphate und seltene Erden haben wir auch schon ziemlich aufgebraucht. Unsere Atmosphäre haben wir soweit kontaminiert, dass unsere Kinder und Enkel nur noch klimaneutrale Energien nutzen dürfen, was zwar gut, aber sehr teuer ist. Und was machen wir mit unseren Böden: Wir wandeln sie um in Bauland, wir stellen große Logistikhallen drauf, Einkaufscenter mit großen Parkplätzen und wir erdreisten uns, Ackerflächen, die für die Ernährung dringend gebraucht werden mit Photovoltaik vollzupflastern. Gegen Photovoltaik ist erstmal nichts einzuwenden. Aber sie gehört auf die Dächer. Fast alle Bauern haben das vorgemacht. In Bürstadt hat man vergessen, den Betreibern der über 6 ha großen Logistikhallen die Auflage zu machen, die Hallen mit Photovoltaik zu versehen. Irgendein Bürstädter Verantwortlicher hat dann gemeint, dann wären sie nicht gekommen, die Hallen! Sowas gehört bundesweit geregelt, bevor Ackergelände verbraucht wird, müssen alle vorhandenen Dächer mit Photovoltaik belegt sein! Und die Parkplätze gehören entweder unter die Einkaufszentren oder über den Parkplätzen müsste stattdessen Photovoltaik installiert werden. Das wäre sinnvolle Doppelnutzung!
Erst wollte man uns im Bruch weismachen, dass Photovoltaik und Landwirtschaft kein Widerspruch seien. Die Anlagen müssten dann nur so gebaut werden, dass die Bauern untendrunter wirtschafften können. Niemand glaubte uns, dass eine rentable Erzeugung gesunder Nahrungsmittel so nicht möglich ist. Nicht umsonst stehen beide Solaranlagen im Rosengarten und Boxheimerhof seit Jahren über nacktem Boden. Auch hier war eine Doppelnutzung gefordert und hochgelobt. Jetzt müssen wir erfahren, dass die Hochbauweise unrentabel sei und man daher auf die landwirtschaftliche Nutzung verzichte. Man suche daher einen Schäfer. Alternativstandorte kommen nicht in Frage, weil dann das Projekt aus der Bezuschussung („Bundesfernstraßen“) fällt und daher unrentabel wird. Wegen dieser marginalen Subvention erdreistet sich die Energieried und auch unser Bürgermeister 5 ha landwirtschaftlicher Fläche zu verbrauchen. Lampertheim hat Gott sei Dank noch einige gut funktionierende landwirtschaftliche Betriebe mit jungen Familien am Ruder. Wie sollen die ihre Verpflichtungen an den Handel bedienen, wenn immer mehr Fläche wegfällt. Wie sollen wir immer extensiver arbeiten, wenn uns die Wirkstoffe wegfallen und wir keine Flächen mehr haben, um die Ertragsverluste zu kompensieren? Hier wird das Wort „Nachhaltigkeit“ aus reinem, kurzfristigen Profitdenken in den Dreck getreten, genauso wie es als Wahlkampffloskel missbraucht wird!
Der Regionalbauernverband Starkenburg verleiht Herrn Bürgermeister Gottfried Störmer die
eiserne Himbeere für Nachhaltigkeit!” zg