Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • So., 09. Februar 2025, 12:30 Uhr
    ALTRHEIN: Experten des Wasser- und Schifffahrtsamts diskutierten mit Stadtverordneten das Thema Entschlammung

    Verschlammung droht – aber Stadt Lampertheim hat kein Geld

    Sommerliches Naturerlebnis Altrhein.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Der Altrhein wird auf Dauer verlanden, wenn nicht gründlich und dauerhaft entschlammt wird. Das Projekt würde der Stadt Lampertheim 10 Millionen Euro für den Kauf und jährliche Folgekosten von 290.000 Euro aufbürden. Die Entschlammungskosten 

    würden sich auf 14 Millionen Euro belaufen. Der Bund als Eigentümer dieser Bundeswasserstraße hat Haushaltsvorgaben, die dem Vorhaben ebenfalls Grenzen setzen, wie die Experten des Wasser- und Schifffahrtsamtes bei der letzten Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses (SEBA) deutlich machten. Eine Machbarkeitsstudie durch den Bund wurde 2023 fertiggestellt. Ob der romantische Altrhein als Erholungsraum und für den Wassersport erhalten werden kann, hängt von der Finanzierung ab, für die sich möglicherweise neue Ansätze ergeben. Das jedenfalls erhofft sich Stadtverordnetenversteher Franz Korb (CDU) aus den Erkenntnissen, die diese Ausschusssitzung erbracht habe, wie er am Rande der Sitzung im Gespräch erklärte. Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos) bilanzierte am Ende der Sitzung: „Der Haushalt gibt’s nicht her“. Da alle Fakten auf dem Tisch lägen, müsste wohl irgendwann eine klare Entscheidung getroffen werden. Das Thema solle man ruhen lassen und nicht weiter daran arbeiten. Allerdings sei die Haushaltszusage des Bundes nicht auf Dauer garantiert, mahnte die Expertin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. 

    Winterliche Ruhe am Altrhein.
    Foto: Hannelore Nowacki

    Großes Interesse am Erhalt des Altrheins

    Für den Altrhein auf Lampertheimer Gemarkung schlägt das Herz aller, die dort gerne spazieren gehen, sich an der Natur erfreuen und für ihren Wassersport trainieren oder Motorboote haben. Aus den Reihen des Wassersportvereins Lampertheim und des Kanu-Clubs sind Weltmeister hervorgegangen, die auf dem Altrhein ihre ersten Erfolge hatten. Zwischen den Rheinkilometern 2,6 und 4,75 nimmt die Verschlammung messbar zu wie die Präsentation zeigte, ist aber noch nicht sichtbar. Allerdings mussten schon vor Jahren bei Niedrigwasser Regatten abgesagt werden. Bestrebungen zur Rettung des Altrheins gibt es seit den 1990er Jahren. Unter den Zuschauern der öffentlichen Sitzung waren Vertreter der Wassersport-Vereine und des Projektbeirats Entschlammung Lampertheimer Altrhein (PELA), der 2016 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gegründet wurde und aus Vertretern der Fraktionen, Vereinen und Initiativen besteht. Beim Aktionstag „Lebendiger Altrhein“ im Sommer 2019 wurde an Land und auf dem Wasser ein großes Fest gefeiert, bei dem das Potenzial als Raum der Begegnung deutlich wurde. 

    Eine Regatta auf dem Altrhein vor vielen Jahren.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Der Bund zahlt keine Regattastrecke 

    „Für lebendige Wasserstraßen“ war die Präsentation von Veronika Hecht von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt überschrieben. Deutlich wurde in ihrem Vortrag, dass für den Bund die Grenzen für Förderprogramme im Haushaltsvermerk Nr. 12 liegen. Knackpunkt ist, dass die Stadt Lampertheim vor der Entschlammung Eigentümerin werden und sich anteilig an verschiedenen Kosten beteiligen müsste. Immerhin seien in der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung bereits die vollständige Kostenübernahme der Kampfmittelsondierung und hälftige Kosten für die Kampfmittelräumung durch die WSV festgelegt. Finanziert werde keine Nutzungsänderung, nur der aktuelle Nutzungsstand, betonte Hecht. Die Herstellung einer normengerechten Regattastrecke mit entsprechenden Anlagen, 60 Metern Breite, 700 Metern Länge und zwei Metern Tiefe gehört nicht dazu. Das sei nicht das, was man hören wollte, meinte Carola Biehal (SPD) und gab zu bedenken, dass in Lampertheim ein Landesleistungszentrum für den Wassersport angesiedelt sei. Die Beurteilung nach historischen Daten habe keine Regatta ergeben, entgegnete Hecht. Auch sei das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSV) nicht für Freizeitanlagen zuständig. Zur Hälfte beteiligen würde sich der Bund an der sogenannten Grundinstandsetzung mit Fahrrinne. Bürgermeister Gottfried Störmer gab einen Rückblick über Maßnahmen und Bemühungen in mehr als 20 Jahren, unter anderem habe es eine Saugbaggeraktion gegeben. Hecht wies auf das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ hin, das 2017 vom Bundeskabinett mit einem jährlichen Budget von 60 Millionen Euro auf 30 Jahre beschlossen wurde, darin enthalten seit 2019 das Förderprogramm Auen. 

     

    Hannelore Nowacki

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2