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  • Do., 29. Juli 2021, 15:55 Uhr
    PELA: Entschlammung des Altrheins: „Jetzt gibt es einen Weg“

    Viel erreicht – mit vereinten Kräften

    Zufrieden mit dem bisherigen Weg und den Aussichten zur Rettung des Altrheins vor der Verlandung (von links): Erster Stadtrat Marius Schmidt, Fachdienstleiter Umwelt Stephan Frech, 2. PELA-Vorsitzender Helmut Hummel, Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb, 1. PELA-Vorsitzender Werner Reuters und der Vorsitzende des Umwelt-, Mobilitäts- und Energieausschusses Alexander Morawetz. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der Altrhein zeigt sich nach dem Rückgang des Hochwassers von seiner idyllischen Seite. Motorboote ziehen gemächlich ihre Bahn und am Biedensandufer stehen  Graureiher in den Wasserlinsen, sind aber nicht auf Grünfutter aus. Vor dieser schönen Kulisse fand auf Einladung des PELA-Vorstandes (Projektbeirat Entschlammung Lampertheimer Altrhein) das Pressegespräch über den aktuellen Stand des Projekts statt. „Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht“, war die Kernaussage des 1. Vorsitzenden Werner Reuters, verbunden mit der Frage, was sich in den nächsten Monaten tun werde. Im kurzen Rückblick wies Reuters auf die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Stadtverwaltung und dem Wasser- und Schifffahrtsamt hin, die im Januar unterzeichnet wurde und jetzt mit Leben zu füllen sei. Vereinbart ist, dass der Bund die Kosten für die Gutachten und Untersuchungen übernimmt sowie die Hälfte der Entschlammungskosten, wenn die Stadt Lampertheim bereit ist, zukünftig Eigentümerin dieses Teils des Altrheins zu werden. Im Projektbeirat weiß man: Hier sind die Parlamentarier gefragt, die Stadtverordnetenversammlung wird zu entscheiden haben, ob die Stadt Lampertheim den Altrheinabschnitt übernimmt und damit alle zukünftigen finanziellen Risiken. Reuters sieht das Ziel des Projektbeirates erreicht, wenn Ende nächsten Jahres bei Vorliegen der Zahlen entschieden wird. Weitere Gesprächsteilnehmer am späten Mittwochnachmittag waren Vertreter der Fraktionen im Projektbeirat, der 2. Vorsitzende Helmut Hummel (FDP), Alexander Morawetz (Grüne), Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb (CDU) und Erster Stadtrat Marius Schmidt (SPD) sowie von der Stadtverwaltung der Fachbereichsleiter Umwelt Stephan Frech, der seine Fachkompetenz in den Projektbeirat einbringt. Sein Einsatz wurde von allen Seiten anerkennend hervorgehoben. Zu den laufenden Ausschreibungen erläuterte Frech den zweistufigen Vergabeablauf, zunächst gebe es den öffentlichen Teilnehmer-Wettbewerb, anschließend eine beschränkte Ausschreibung, die im Oktober zu Ende gehe.

    Der Lampertheimer Altrhein ist beliebter Sport- und Freizeitbereich. Foto: Hannelore Nowacki


    Im November folge die Auftragsvergabe. Da bereits eine Reihe von Voruntersuchungen wie das Pilotprojekt Probeentschlammung 2017 die Machbarkeit bewiesen habe, machte Hummel deutlich, dass die Entsorgungskosten das größte Problem seien. Wie bekannt ist der Schlamm wegen der Schadstoffe nicht verwertbar und muss entsorgt werden, vor allem wegen Chemikalien aus Schutzlacken der Schiffe. Ein Problem ist allen Beteiligten klar: Da nach und nach über Jahre kontaminiertes Material von den Seiten her in den entschlammten Bereich nachrutschen kann, werde dies zur Haushaltsbelastung führen. Eine Möglichkeit sei, den Schlamm in Säcken zu trocknen und zum Entsorgen abzutransportieren wie im Pilotprojet vorgemacht. Dabei gehe es jedoch nur um eine Teilentschlammung, die Reuters erläuterte: Von der Einfahrt Fretter Loch bis zum Wassersportverein werde der Altrhein 15 Meter breit und einen Meter tief mittels Absaugung entschlammt, auf der Regattastrecke bis zum Bau, der Brücke zum Naturschutzgebiet Biedensand, wird der Altrhein auf 60 Meter Breite um zwei Meter entschlammt. Das alles konnte nur mit vereinten Kräften erreicht werden, machten Projektbeiratsvorstand und Erster Stadtrat Schmidt deutlich. Den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten sei zu verdanken, dass der Lampertheimer Altrhein nun im Bundeshaushalt fest vermerkt sei. Das wiederum sei ein Verdienst der ALA (Arbeitsgemeinschaft Lampertheimer Altrhein), die Kontakte zum Bund geknüpft habe, betonte Hummel. Außerdem hätten viele Vereine und Gruppen an den Strippen gezogen, zum Teil seit zwanzig Jahren. Im Projektbeirat, den das Stadtparlament  2016 fraktionsübergreifend gegründet hat, sei das Engagement zusammengefasst worden. Schmidt erinnerte daran, dass der Altrhein Gegenstand hitziger Diskussionen gewesen sei. Aber die Bevölkerung wolle den Altrhein erhalten: „Und jetzt gibt es einen Weg“. Schmidt dankte dem Projektbeirat für seine Arbeit in den fünf Jahren und stellte das Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Politik heraus, auch im Bund habe man einen Partner für diesen Weg. Die Stadtverordnetenversammlung werde für ihre Entscheidung eine sachliche Grundlage bekommen. Korb nahm die erfolgreiche Zusammenarbeit für den Erhalt des Altrheins zum Anlass für einen Appell an die Bürger: „Engagieren Sie sich, wenn Sie ein Thema voranbringen wollen“. Hannelore Nowacki

     

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