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  • Mi., 16. Januar 2019, 15:20 Uhr
    Bewilligungsbescheid in Höhe von 170.000 Euro im Flurbereinigungsverfahren an die Teilnehmergemeinschaft Bürstadt-Bobstadt übergeben 

    Viel Geld fließt in die Wege rund um Bobstadt – und in die Natur

    Der Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft von Bürstadt-Bobstadt, Richard Schöcker (2.v.l.) freut sich im Beisein von Bürgermeisterin Barbara Schader (l.) über den Förderbescheid, der ihm durch die Vertreter des Amtes für Bodenmanagement – Amtsleiter Thomas Knöll (Mitte), Onno Diddens (2.v.r.) und Jörg Ritter (r.) – überreicht wurde. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT/BOBSTADT – Strahlende Gesichter gab es am Mittwoch im Bürstädter Rathaus: Der Leiter des Amtes für Bodenmanagement, Thomas Knöll, war gemeinsam mit Onno Diddens und Jörg Ritter gekommen, um dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft von Bürstadt-Bobstadt, Richard Schöcker im Zuge des Flurbereinigungsverfahren einen Förderbescheid in Höhe von 170.000 Euro für das Wegenetz zu überreichen – sehr zur Freude von Bürgermeisterin Barbara Schader.

    „Engagierte Teilnehmer haben es im gemeinsamen Dialog, aber auch mit viel Ringen  geschafft, Flächen für die Landwirtschaft und den Naturschutz neu zu ordnen, zusammenzulegen und damit zu optimieren”, freute sich Bürgermeisterin Schader. „Ein großer Dank geht an die Teilnehmergemeinschaft, hier lag das Projekt in professionellen Händen, bei Menschen, die wissen, was zu tun ist. Ich bin froh und dankbar, dass im Rahmen der Flurbereinigung auch die Ertüchtigung der Feldwege, die auch gerne als Radwege genutzt werden, sehr gut gelungen ist. Generell wurde viel Wert auf Qualität gelegt.” Gleichzeitig bedauerte Barbara Schader, dass eine solche Maßnahme nur für Bobstadt und Riedrode möglich sei, da Bürstadt von der Fläche her zu groß sei – gerade Richtung Rosengarten herrsche hier ebenfalls Handlungsbedarf. Onno Diddens vom Amt für Bodenmanagement machte die Bürgermeisterin daraufhin darauf aufmerksam, dass es ein entsprechendes Programm vorliege. „Wir kommen gerne auf Sie zu und vereinbaren einen Termin bezüglich einer möglichen Förderung”, betonte er – ein Angebot, das die Bürgermeisterin gerne direkt annahm.

    Hintergrund für das Flurbereinigungsverfahren war der Bau der Umgehungsstraße 44, der nicht nur zu einer Verkehrsberuhigung in Bobstadt, sondern auch zur Verbesserung der Agrarstruktur rund um Bobstadt und Riedrode führte. Zersplitterter Grundbesitz von über 300 Eigentümern musste neu geordnet werden – eine Größe von 724 Hektar oder über 1.000 Fußballfelder. Die Strukturierung der neuen Flurstücke zu größeren Bewirtschaftungseinheiten ermöglicht eine nachhaltige landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweise. Die Arbeits- und Produktionsbedingungen können somit erheblich verbessert werden. Betrug die mittlere Ackerlänge vor dem Verfahren nur 250 Meter, so wurde sie nun auf 450 Meter vergrößert – dies ist auch gerne vor dem Hintergrund der größer gewordenen landwirtschaftlichen Fahrzeuge von großer Bedeutung.

    „Durch die Fördersumme, die bei Bund, Land und EU in Höhe von 170.000 Euro beantragt wurde, konnte das Wegenetz verbessert und Nutzungskonflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft entflechtet werden”, erklärte der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft von Bürstadt-Bobstadt, Richard Schöcker. 

    Auch der Naturschutz ist ein Gewinner der Maßnahme: Denn im Rahmen des Verfahrens wurde dieser durch die Schaffung eines Biotopes im ökologisch wertvollen, alten Neckarschlingengebiet in der Gemarkung Riedrode gefördert. In dem 24 Hektar großen Areal sagen sich nun Wechselkröten und andere Amphibienarten „Gute Nacht”. Eine weitere positive Nachricht: Auch in diesem Gebiet stehen noch verschiedene Maßnahmen an, die ebenfalls entsprechend gefördert werden und so dem Naturschutz direkt zugute kommen werden. „Hier wurde eine ökologisch wertvolle Fläche zusammengelegt, dafür kann jetzt in Bobstadt eine größere zusammenhängende Fläche genutzt werden”, so der Leiter des Amtes für Bodenmanagement, Thomas Knöll.

    Insgesamt wurde für die Flurbereinigungsfläche in einer Größenordnung von 725 Hektar eine Summe von 1,1 Millionen Euro in das Wegenetz und somit in die Landwirtschaft sowie auch in den Naturschutz investiert, von denen 160.000 Euro auf die Stadt sowie 130.000 Euro auf die Teilnehmergemeinschaft entfallen. Die Baumaßnahme wurde im Juli 2018 beendet, nun sind endlich die ersehnten Fördermittel geflossen. Insgesamt wurden 74 Prozent der Maßnahme durch Fördergelder aus der EU, dem Land Hessen sowie dem Bund finanziert. „Wir hätten das Wegenetz in dieser Form ohne die Fördermittel nicht so gestalten können”, stellte Bürgermeisterin Schader klar. Die neuen Grundstücke werden bereits bewirtschaftet, auch wenn sie erst mit der Erneuerung des Flurbereinigungsplans rechtskräftig werden. Was noch folgt sind einige wenige kleinere Maßnahmen und die große Naturschutzmaßnahme in Riedrode. Die Feldwege werden nach Abschluss der Maßnahme Eigentum der Stadt Bürstadt, die dann auch für deren Pflege zuständig ist.

    „Von Seiten des Amt für Bodenschutz möchten wir uns bei der Teilnehmergemeinschaft für die vorbildliche Zusammenarbeit bedanken, hier sind und waren sehr engagierte Kräfte vor Ort”, betonte Thomas Knöll. Benjamin Kloos

     

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