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  • Do., 24. Juni 2021, 15:33 Uhr
    FÖRDERPROGRAMM „SPORT UND FLÜCHTLINGE”: Zwei Sportcoaches in Bürstadt berufen

    Viele Ideen für sportliche und mitmenschliche Begegnungen

    Bürgermeisterin Barbara Schader überreichte den Sportcoaches die Berufungsurkunden im Namen von Minister Peter Beuth. Mit der Zuweisung von 10.800 Euro aus Landesmitteln für das Förderprogramm „Sport & Flüchtlinge“ können in Bürstadt viele Ideen umgesetzt werden. Das wollen im Tandem die beiden zertifizierten Sportcoaches Rainer Uhrig (rechts)  und Fares Abou Raed (Mitte) schaffen, gemeinsam mit Quartiersmanager Oliver Haberer (links), dem Integrationsbüro der Stadt Bürstadt und Gerasimoula Grigoraki, der Frauenbeauftragten im Rathaus. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Viele Ideen haben die beiden neu berufenen Sportcoaches für sportliche Begegnungen, aber es gibt auch Geld im Rahmen des hessischen Förderprogramms „Sport & Flüchtlinge“ zur Verwirklichung von Projekten. Die Stadt Bürstadt hat als Zuweisung aus dem Landesausgleichsstock 10.800 Euro des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport erhalten, die gegen Nachweis für Projekte und Ausstattung verwendet werden können. Die neuen zertifizierten Sportcoaches der Stadt Bürstadt sind Rainer Uhrig, Jugendleiter des JFV Bürstadt (Jugendförderverein Bürstadt), und Fares Abou Raed, der auch ausgebildeter Integrationslotse der Stadt Bürstadt ist, mit einer Zuwanderungsgeschichte aus Syrien im Jahr 2016. Bürgermeisterin Barbara Schader überreichte ihnen am Dienstag im Quartiersbüro am Beethovenplatz die Berufungsurkunden im Namen von Minister Peter Beuth. Voller Elan gehen die beiden Sportcoaches ihre Aufgabe an, ausgebremst nur durch die Corona-Pandemie, die in den letzten neun Monaten Kontakte zu den Flüchtlingen in den Einrichtungen und gemeinsame sportliche Aktivitäten verhindert hat. Um die Menschen mit Planungen nicht zu überfahren, müssten Kontakte erst wieder aufleben, damit diese Ideen aufgenommen werden können, meinte Rainer Uhrig. Mit den Vereinen habe es vor Corona erfolgreich einen runden Tisch gegeben. Ein Projekt steht schon fest: Während der Herbst-Ferienspiele 2021 wird ein „Olympia Fußballturnier“ mit verschiedenen Nationen veranstaltet. Von den Corona-Regeln hängt es ab, ob die weiteren geplanten Projekte wie Fahrradtouren, ein offener Lauftreff mit festen Ansprechpartnern und Sportfeste möglich sind. Quartiersmanager Oliver Haberer denkt auch an Mutter-Kind-Fahrradtouren, Verkehrsschulung und Fahrradprüfung als Netzwerkarbeit. Damit könnten Frauen aus  Kulturkreisen angesprochen werden, in denen Sport und Fahrradfahren für Frauen nicht gängig sind. „Sport ist wesentlich mehr als Wettkampf, Sport verbindet die Nationen“, sagte Bürgermeisterin Schader. Es gehe auch darum, die Menschen in die lebendigen Vereine zu integrieren, die Bürstädter Sportvereine hätten diese Integrationsarbeit mit Leidenschaft mitgetragen. Für die niederschwelligen Angebote über die Sportcoaches im Team mit dem Integrationsbüro und dem Team Sozialagentur Fortuna seien die richtigen Weichen gestellt, betonte Schader. Dabei gehe es nicht darum Kurse zu absolvieren, sondern um Teilhaben, miteinander im Sport vereint zu sein, um Gesundheit als ein Fundament für eine Stadt. Die soziale Integration sei auch für den Bildungs- und Sportcampus festgeschrieben. Quartiersmanager Oliver Haberer sieht bei weiteren Projekten die Möglichkeit mehr Zielgruppen anzusprechen. Rainer Uhrig, der erster Sportcoach der Stadt Bürstadt 2016 war, meinte, dass Sport nicht alles lösen könne, aber ein erster Schritt zur Integration sei. Gut findet er, dass Fares Abou Read dazu gestoßen sei, weil er bei den Flüchtlingen gut vernetzt sei und deren Empfindungen besser verstehe: „Ein Tandem – vernetzt im Sport und Zugang zu Flüchtlingen über das Integrationsbüro“. Oliver Haberer nimmt schon die Teilnahme von Teams am Stadtlauf 2022 in den Blick. Wie können Frauen besser angesprochen werden? Rainer Uhrig denkt an sportliche Mutter-Kind-Angebote, die auch als Familie wahrgenommen werden könnten. Bislang treffen sich Frauen zum Frühstücken, von städtischer Seite betreut von Gerasimoula Grigoraki, der Leiterin Soziales und Integration im Rathaus, darauf wies Bürgermeisterin Schader hin. Eine ausgebildete Sporttrainerin könnte die Frauen zur Bewegung in bestehenden Gruppen animieren, hofft Schader. Die Ausbildung und Fortbildung der ehrenamtlichen Sportcoaches beschrieb Rainer Uhrig: Die Ausbildung im Programm „Sport & Flüchtlinge“  bestehe aus einem Einführungsseminar und einem zweiten Teil zum Thema gruppendynamische Prozesse. Bei der Fortbildung einmal jährlich werden auch Erfahrungen ausgetauscht. Die ersten Kontakte hat Rainer Uhrig geknüpft, als er sich bei Sprachkursen der Flüchtlinge vorstellte, die über Jürgen Knödler vom Integrationsbüro liefen. So lernte er Fares Abou Raed kennen. So etwas müsse sich entwickeln, man müsse die Menschen abholen, erklärte Rainer Uhrig. Hannelore Nowacki

     

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