So., 16.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 19. Oktober 2023, 11:31 Uhr
    Beeindruckendes Konzert in der Bibliser Pfarrkirche

    Viele Stimmen – Ein Klang

    Das Bild zeigt die Chorleiterin und Chorleiter mit der Moderatorin: (v.l.) Herbert Ritzert, Stefan Spreizenbarth, Thomas Braun, Uschi Litzinger, Waltraud Olf und Rainer Weis. Foto: oh


    BIBLIS – Die 30 Jahre alte Oberlinger-Orgel in St. Bartholomäus wird grundsaniert werden müssen. Einer der Organisten, Stefan Spreitzenbarth, hatte die Idee, ein Benefizkonzert zu veranstalten um für die zu erwartenden Kosten eine Rücklage bilden zu können, wie Pfarrer Christian Rauch zu Beginn des Konzertes verkündete. Diese Idee wurde innerhalb von wenigen Wochen mit den beteiligten Vereinen und Gruppierungen besprochen und am vergangenen Sonntagabend vor fast vollem Gotteshaus sehr eindrucksvoll umgesetzt.

    Waltraud Olf moderierte den Abend und fand von Beitrag zu Beitrag verbindende Worte. Thomas Braun, Pfarrer Christan Rauch und Stefan Spreitzenbarth verzauberten an der Orgel während die Katholische Kirchenmusik unter der Leitung von Rainer Weis sowie die Chöre „Die Schola“, geleitet von Stefan Spreitzenbarth, der „Chor der Pfarrei“, unter der Leitung von Thomas Braun, der GV Frohsinn unter der Leitung von Herbert Ritzert und das Chorprojekt „Stimmt so“ und „Mikado“ aus Biblis und Groß-Rohrheim unter der Leitung von Uschi Litzinger ihren wertvollen Beitrag leisteten.

    Generalsanierung der Orgel wird irgendwann kommen

    Die Orgel in der Bibliser Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde 1992 von der Firma Oberlinger aus Windesheim gebaut. Mit ihren 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal zählt sie zu den Orgeln mit überdurchschnittlicher Größe. Im Gegensatz zur früheren Orgel, deren Konstruktion es ermöglichte, dass auch ein Chor auf der Empore über dem Haupteingang singen konnte und den freien Blick zum Kirchenschiff hatte, wurde die neue Orgel vor der Brüstung abgesenkt und somit die Blickverbindung zur Apsis unmöglich gemacht. Diese Konzeption, die vom Bistum vorgeschlagen wurde, führte zu unterschiedlichen Reaktionen in der Gemeinde, zumal sehr umfangreiche statische Umbauten vorgenommen mussten, damit überhaupt diese heutige Konstruktion umgesetzt werden konnte. Die damals nicht mehr benötigte Balustrade wurde als Unterbau für den Zelebrationsaltar verwendet.

    Heute, nach mehr als 30 Jahren, sei es sinnvoll, Geld anzusparen um zum gegebenen Zeitpunkt eine Generalsanierung finanzieren zu können. So hatte einer der Organisten, Stefan Spreitzenbarth, die Idee, ein Benefizkonzert zu veranstalten um für die zu erwartenden Kosten eine Rücklage bilden zu können, wie Pfarrer Christian Rauch zu Beginn des Konzertes verkündete. Diese Idee wurde innerhalb von wenigen Wochen mit den beteiligten Vereinen und Gruppierungen besprochen und am vergangenen Sonntagabend vor fast vollem Gotteshaus sehr eindrucksvoll umgesetzt.

    Bei seiner Begrüßung freute sich Pfarrer Rauch über die überraschend gute Resonanz, die diese Idee gefunden habe und es sei einfach toll, dass sich so viele Menschen, es waren ca. 120 Personen, aus örtlichen Vereinen und Gruppen, zusammengefunden haben, diesen Gedanken umzusetzen. Er wünschte allen, Akteuren und Besuchern, dass sie von der Musik berührt werden und dass sie ihr Herz für Gott aufmachen. Er dankte vorab allen, die sich an dieser Aktion beteiligen. Sein besonderer Danke richtete er an Stefan Spreitzenbart, der mit seinem Team die Gesamtorganisation hatte.

    Konzertauftakt mit dem Präludium in G-Dur

    Waltraud Olf sprach die verbindenden Worte auf der Reise durch die Musik. Dabei stellte sie die meisten Musikstücke in kurzen Worten vor. Den Auftakt machte Thomas Braun, der Dirigent des „Chor der Pfarrei“ mit dem wohl am meistgespielten Orgelwerk, dem Präludium in G-Dur. Wie angekündigt, nahm der fröhliche, mitreißende Überschwang der Interpretation die Hörer sofort für sich ein.

    Es folgte das Adagio et Alleluja von Händel, der dieses Stück im Oratorienstil mit großer Erhabenheit und anhaltender Kraft in einem Arrangement von Barnes umsetzte. Die Katholische Kirchenmusik unter der Leitung von Rainer Weis konnte diese Vorgaben dem Publikum vermitteln. Die Schola, geleitet von Stefan Spreitzenbarth, befasste sich in ihrem ersten Vortrag mit dem Geist Gottes, der weht wie ein Wind. Es ging darum, was der Heilige Geist bei den Menschen bewirken kann. Gottes Geist, der uns antreibe, nach Lösungen zu suchen angesichts der weltweiten Flüchtlingsströme und des Klimawandels und den schrecklichen Kriegen. Möge Gott euch seine Barmherzigkeit schenken, war der Wunsch, der im „A clare benediction“ zum Ausdruck kam. „Die Gott lieben werden sein wie die Sonne“, das dritte Lied der Schola, wurde geschrieben von Peter Strauch, einem deutschen Theologen des Bundes freier evangelischer Gemeinden.

    Kesselpauken füllen den Kirchenraum

    Mit „Luna orta est“, ein Kirchen- und Abendlied von Haan setzte die KKM ein musikalisches Zeichen, wie der Kirchenraum eindrucksvoll und festlich in die Darbietung einbezogen werden kann. Die beiden Kesselpauken hatten dabei einen großen Anteil.

    Wie schon am Gurkenfest betätigte sich Pfarrer Christan Rauch als Organist. Bei seinen „Fantasien von Klassik bis Moderne“ durfte auch „Ich war noch niemals in New York“ nicht fehlen.

    Der „Chor der Pfarrei“ interpretierte zunächst, in Anlehnung an den Psalm 103, der die Barmherzigkeit Gottes preist, das Lied „Lobe den Herrn meine Seele“. Es folgte das einfühlsame Lied „Behutsam leise nimmst du fort die Dämmerung von der Erde“. Die Moderatorin bezog sich bei der Ansage auf den biblischen Schöpfungsbericht. „Es ist das Licht, das wir brauchen um Leben zu können. Dies war auch Gottes erste Schöpfungsgabe. In dem dritten Stück „Vorbei sind die Tränen“ erhalten wir Gottes Zusage, dass er bei uns Menschen wohnt, dass er alle Tränen abwischt, uns tröstet.

    „Highland Chatedral“ die wohl bekannteste Dudelsackkomposition stammt aus der Feder der Deutschen Roever und Korb aus dem Jahr 1982 und ist die wohl populärste Melodie dieser Art. Man bedenke, dass sie als Nationalhymne von vielen Schotten vorgeschlagen wurde. Stefan Spreitzenbarth gelang es, auch mit der Orgel, den Dudelsack zu vermitteln.

    Vater unser“ von Hanne Haller

    Mit dem „Ave Verum“ von Mozart begann der GV Frohsinn unter der Leitung von Herbert Ritzert seine Vorträge. Mozart komponierte diese Motette ein halbes Jahr vor seinem Tod. Sie ist innig und heimelig. Nirgends sonst seien Ruhe und Reinheit so vollkommen ausgedrückt, unterstrich Waltraud Olf die Auffassung von Louis Hector Berlioz, einem Musikkritiker und Komponisten der Romantik. „Lobe den Herrn“ wurde von mehreren Komponisten verton. Der Frohsinn brachte eine Version von Franz Josef Cleuver der in der Zeit bis 1940 mehrere Chöre im Rhein-Sieg-Kreis leitete. „Für alle“ war der deutsche Beitrag zum Eurovision Song Contest 1985, der von der Gruppe „Wind“ gesungen wurde und den 2. Platz erreichte. Mit dem „Vater unser“ von Hanne Haller beendete der Frohsinn seine Vorträge. Aus diesem Lied hört man die tiefgläubige Christin heraus, die leider an Brustkrebs erkrankt und viel zu früh im Alter von nur 55 Jahren im November 2005 verstarb.

    Mit „Gloria Amoris“, die Herrlichkeit der Liebe, entführte die KKM in ein emotionales und wirkungsvolles Engagement, komponiert von dem niederländischen Musiker Johann de Meij.

    Chorprojekt „Stimmt so“ und „Mikado“

    Diese beiden Chöre aus Biblis und Groß-Rohrheim haben sich unter der Leitung von Uschi Litzinger zu einem Chorprojekt zusammengeschlossen. „There`s Swing in the Air“ war ein leicht singbaren neues Chorarrangements im Stil der Swingle – Sisters. Der Text war einfach, er bestand nur aus vier Silben:“ Doo doo ba doo“. „Ist da jemand“, von Adel Tawil beschreibt mit diesem Songtext ein Gefühl, das den meisten Menschen bekannt ist. Er spricht von Einsamkeit und der Leere, die dieses Gefühl in einem auslösen kann, vermittelte Waltraud Olf. Er beschreibe aber auch das wundervolle Gefühl von Hoffnung. Auch die drei Worte des letzten Liedes „Ich seh dich“ sagen vielleicht mehr noch als „ich liebe dich“. Es kann bedeuten, ich sehe dich mit meinem Herzen, ich sehe deine Seele und deine Dunkelheit. Zusammengefasst sei das Lied eine wunderbare Liebeserklärung.

    Zum Schluss des beeindruckenden Konzertes sangen alle Chöre, gemeinsam mit den Besuchern „Möge die Straße“ und „Bleibe bei uns Herr“. zg

    Beitrag aus der Rubrik

    » Biblis und Ortsteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2