
WORMS – Als Arik, Ares, Raya und Ruby am 17. April in der Schwangerschaftswoche 28+1 mit einem Gewicht zwischen 995 und 1170 Gramm das Licht der Welt erblickten, war vieles ungewiss. Die Vierlinge kamen mehr als elf Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin am 9. Juli zur Welt. Rund zehn Wochen später können die vier Geschwister gemeinsam das Klinikum Worms verlassen und mit ihren Eltern, Julie Nalugwa Hechler und Günther Hechler und ihrer großen Schwester Rhea nach Hause fahren. Für die Familie aus Ramsen, aber auch für die Teams der Frauenklinik und Geburtshilfe sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Worms ist dies ein ganz besonderer Moment.
Vom Kinderwunsch zur Überraschung ihres Lebens
Eigentlich hatte sich die Familie weiteren Familienzuwachs gewünscht. Gemeinsam mit ihrer siebenjährigen Tochter träumten die Eltern von Geschwistern und einer größeren Familie. Nachdem eine Kinderwunschbehandlung in Deutschland zunächst nicht erfolgreich gewesen war, entschied sich das Paar für einen weiteren Versuch in Uganda, dem Heimatland der Mutter. „Dass ich überhaupt schwanger war, war für uns schon ein kleines Wunder“, erinnert sich Julie Nalugwa Hechler. Die eigentliche Überraschung sollte jedoch erst noch folgen. Beim Ultraschall entdeckte der behandelnde Gynäkologe zunächst zwei Embryonen. Beim genaueren Hinsehen wurden daraus drei – und schließlich sogar vier. „Ich war völlig überwältigt. Natürlich habe ich mich gefreut, aber gleichzeitig hatte ich große Angst. Vier Kinder auf einmal – wie sollen wir das schaffen?“, erzählt sie. Mit der Freude kamen jedoch auch viele Sorgen. Die werdende Mutter wusste, dass eine Vierlingsschwangerschaft mit erheblichen Risiken verbunden ist. Vor allem die Frage, ob alle vier Kinder gesund zur Welt kommen würden, beschäftigte sie bis zur Geburt.
Vier Frühchen kämpfen sich ins Leben
Am 17. April zeigte das CTG, das die Herzfrequenz der Babys und die Wehenfunktion der Mutter aufzeichnet, schließlich regelmäßige Wehen. Schnell stand fest, dass die Kinder früher als geplant zur Welt kommen würden. In der Schwangerschaftswoche 28+1 wurden Arik (1170 Gramm), Ares (995 Gramm), Raya (1060 Gramm) und Ruby (1100 Gramm) per Kaiserschnitt geboren. Für die Geburt und die Versorgung der vier Frühgeborenen waren zahlreiche Mitarbeitende aus Geburtshilfe, Neonatologie, Anästhesie und Pflege gleichzeitig im Einsatz. Besonders erfreulich war, dass alle vier Kinder selbstständig atmen konnten. „Das ist bei einer Geburt in dieser frühen Schwangerschaftswoche keineswegs selbstverständlich und ein sehr guter Start ins Leben“, erklärt Univ.-Prof. Knuf.
Höchste Versorgungsstufe für die Kleinsten
Dass die Vierlinge heute gemeinsam nach Hause entlassen werden können, ist auch der spezialisierten Versorgung im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums Worms zu verdanken. Perinatalzentren dieser höchsten Versorgungsstufe sind auf die Betreuung von Früh- und Neugeborenen mit besonderen Risiken spezialisiert. Rund um die Uhr stehen erfahrene Spezialisten sowie modernste Medizintechnik, die auf die Bedürfnisse der kleinsten Patienten ausgelegt ist, zur Verfügung. zg
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