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  • Mo., 18. November 2019, 11:43 Uhr
    Sehnsucht nach Frieden, Freiheit, Menschenrechten und Versöhnung

    Volkstrauertag in Biblis mit Kranzniederlegung an der Gedenkstätte

    Bei der Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof rief Bürgermeister Felix Kusicka dazu auf, das Gedenken als Beitrag zur Friedenssicherung wach zu halten. In ihren Ansprachen mahnten Pfarrer Ludger M. Reichert und Pfarrer Arne Polzer zu friedlichem Umgang und Eintreten für den Frieden in der Welt. Foto: Hannelore Nowacki


     

    BIBLIS – Ein Novembertag mit Regen, einzig das Herbstlaub an den Bäumen leuchtete auf dem Alten Friedhof, als sich die Menschenmenge zur Gedenkfeier am Volkstrauertag dort versammelte. Trotz dieses wenig einladenden Wetters nahmen an die hundert Menschen teil. Treffpunkt war am alten Rathaus, um gemeinsam durch die Korngasse und Friedhofstraße zum Alten Friedhof zu gehen, an der Spitze die Fahnenträger der Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde Biblis und Vereine. „Der Volkstrauertag ist ein Tag des Innehaltens, ein Tag der Erinnerung und ein Tag der Trauer“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka in seiner Ansprache. Es gehe um die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit, Menschenrechten und Versöhnung. Gedacht werde den unzähligen Opfern von Krieg und Gewalt in der Vergangenheit und in unseren Tagen. „Dabei muss uns allen klar sein – der Weg zu einem dauerhaften Frieden kann niemals über den Kampf mit Waffen erreicht werden“, mahnte Kusicka, es gelte festgefahrene Positionen zu überdenken und die Bereitschaft zu Kompromissen auszuloten. Werte wie die Menschenrechte, das Recht eines jeden Menschen auf Unversehrtheit, Humanität und Mitmenschlichkeit dürften nicht nur in Dokumenten festgeschrieben sein: „Sie müssen gelebte Wirklichkeit werden“. Der Volkstrauertag als Reaktion auf die beiden Weltkriege habe unverändert seine Daseinsberechtigung, um aus der eigenen Geschichte und der Vergangenheit zu lernen, denn wer diese vergisst, setze sich der Gefahr aus, sie zu wiederholen. „Nicht mit dem ersten Schuss begann der Krieg, er wurde lange zuvor durch das Wort begonnen“, betonte Kusicka und verwies auf die Respektlosigkeit und Diskriminierung nicht nur in den sozialen Netzwerken. Dagegen setzt Kusicka „Toleranz, gegenseitige Achtung und Respekt vor den Werten anderer Menschen“ als „Leitlinie für unseren Alltag“. Frieden und Mitmenschlichkeit nannte Kusicka „unser höchstes Gut“, diesem Ziel müsse „all unsere Kraft gelten“. Pfarrer Ludger Maria Reichert von der katholischen Pfarrgruppe Biblis erinnerte in seiner Ansprache an das Totengedenken von Bundespräsident Theodor Heuß, der 1952 im Bundestag sagte: „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker“. Auch an die Kriegsopfer anderer Völker müsse gedacht werden, an die Opfer von Kriegen und Verfolgungen, die es seitdem immer wieder gebe. Papst Franziskus zitierte Reichert mit seiner Aussage zum diesjährigen Weltfriedenstag der katholischen Kirche am 1. Januar: „Gute Politik steht im Dienste des Friedens“. Dabei sei der Begriff Frieden ein recht einfacher, der auf altgermanische und indogermanische sprachliche Wurzeln zurückgehe, damals ein Begriff für Freundschaft, frei sein und sich versöhnen, sich gegenseitig wie Familienmitglieder behandeln. Pfarrer Reichert betonte: „Ein Zuviel an Frieden kann es niemals geben“. Pfarrer Arne Polzer von der evangelischen Kirchengemeinde Nordheim hielt seine Ansprache im Gedächtnis an die Toten, Verwundeten, Opfer und Hinterbliebenen als eindringliches Gebet, verbunden mit der Hoffnung auf Frieden. Mit Rita Schramm, Vorsitzende der Gemeindevertretung, legte Bürgermeister Kusicka an der Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges einen Kranz nieder. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier vom MGV Liederkranz und von Pierre-Olivier Denise, der zu Beginn einen Choral auf der Trompete und später das Lied „Ich hatte einen Kameraden“ vortrug. Am Schluss rief Bürgermeister Kusicka dazu auf, gemeinsam die Nationalhymne, das Deutschlandlied, zu singen. Hannelore Nowacki

     

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