STADT LAMPERTHEIM: Empfang der 50-Jährigen im Stadthaus in bester Stimmung
Volle Kraft voraus mit 50
Ein fröhlicher Schuljahrgang 1971/1972 genoss die Feierstunde mit lebhaften Gesprächen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Wer 50 Jahre ist oder bald wird, erhält von der Stadt Lampertheim eine Einladung zum Empfang der 50-Jährigen, eine Tradition seit Jahrzehnten, wenn nicht gerade eine Coronapandemie oder andere Störfaktoren dies verhindern. Am Samstagnachmittag traf sich der Schuljahrgang 1971/1972 im Sitzungsaal des Stadthauses – eine muntere Gesellschaft mit viel Gesprächsbedarf und Spaß am Treffen. Selbstverständlich waren auch alle eingeladen, die ihre Schulzeit nicht in Lampertheim verbracht haben. Vom Fachbereich 40 bestens mit Sekt, Saft und Gebäck versorgt, entwickelten sich schnell lebhafte Unterhaltungen, die jedoch aus zwei Gründen pausieren mussten: Bürgermeister Gottfried Störmer hielt die Willkommensrede mit Werbeblock für ehrenamtliches Engagement im Gemeinwesen und ein Gruppenbild war gewünscht. Von den 80 angemeldeten 50-Jährigen waren über 70 gekommen, um dieses einmalige Ereignis mitzuerleben. Zu Ehren der Gäste nahmen der Erste Stadtrat Marius Schmidt und Stadtrat Hans Schlatter am Empfang teil. Als der damalige Bürgermeister Hans Pfeiffer selbst 50 wurde, war er auf die Idee gekommen alle 50-Jährigen zu einem kleinen Empfang einzuladen. Das war 1972 wie Störmer berichtete, ein Jahr mit einigen Ereignissen, die einen Platz in denGeschichtsbüchern bekommen haben. Störmer erinnerte an den Terroranschlag auf die israelischen Sportler, der die Olympischen Spiele in München überschattete und an den Beginn von Nixons Watergate-Affäre. Willy Brandt wurde zum Bundeskanzler gewählt und der Benzinpreis lag ein Jahr vor der Ölkrise bei 62 Pfennig. Vier schwedische Musiker hatten Erfolg mit ihrer ersten Single, zwei Jahre später wurden sie als ABBA berühmt. Weniger bekannt dürfte hingegen sein, dass damals die neue koordinierte Universalzeit eingeführt wurde, damit die ganze Welt im selben Takt läuft. Zu den freundlichen Seiten des Jahres zählte Störmer auch die Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise, die im Fernsehen neue Maßstäbe gesetzt habe. Und wie wohl beabsichtigt, kam Heiterkeit im Saal auf. Störmer geht von einer bislang weitgehend günstigen persönlichen Bilanz der 50-jährigen Gäste aus, die keine allgemeine Mangelsituation kannten und nun mit der Energiekrise und dem Überfall auf die Ukraine Einschränkungen erleben. Doch Störmer zeigte sich überzeugt, dass die nun 50-Jährigen mit dieser Problemlage gut umgehen werden können und sich darauf einstellen, denn auch bisher sei ihnen nichts einfach zugefallen. Mit Einsatzbereitschaft und Fleiß sei alles erarbeitet worden. Störmers Rezept: „Mit Optimismus in die Zukunft gehen“. Und der Hoffnung, dass es aus dem Tal wieder herausgehe. Seinen bekannten „Werbeblock“leitete Bürgermeister Störmer mit diesem Satz ein: „Sie haben die Sicherheit, dass Sie gebraucht werden, beruflich wie gesellschaftlich“. Denn es gebe zahlreiche ehrenamtliche Betätigungsfelder in Sport, Politik, Vereinen und Organisationen und womöglich zuhause freie Kapazitäten, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Zunächst aber, das war erkennbar, hatten die Gäste Spaß daran sich zu unterhalten, Freundschaften aufzufrischen oder neue Bekanntschaften zu machen. Dazu wünschte der Bürgermeister ihnen einen schönen Nachmittag und Abend. Hannelore Nowacki