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  • Fr., 18. März 2016, 12:13 Uhr
    Aufruf an die Neuschlösser ab 16 Jahre: Bewerben bis 15. April

    Voller Bürgersaal beim Informationsabend zur Bürgerkammer

    Die dunklen Wolken über Neuschloß sind verschwunden und die Sonne strahlt vom Himmel: Nachdem kein Ortsbeirat gewählt werden konnte, erhalten die Bürger mit der Bürgerkammer eine Möglichkeit der direkten Einbindung in politische Entscheidungen. Foto: Benjamin Kloos


    NEUSCHLOSS – Einen Ortsbeirat haben die Einwohner in Neuschloß in den nächsten fünf Jahren nicht, doch ganz ohne Interessenvertretung müssen sie nicht auskommen, wie die Entwicklung in den letzten Wochen zeigte. Bei der  Informationsveranstaltung am Donnerstagabend zum Thema Bürgerkammer, aber auch schon bei der letzten Ortsbeiratssitzung, kam eine Lösung in greifbare Nähe. Wie im Stadtteil Rosengarten, der in der nächsten Legislaturperiode aus ähnlichen Gründen keinen Ortsbeirat haben wird, wurden die Weichen zur Gründung einer Bürgerkammer gestellt. In Neuschloß hatte sich der noch amtierende Ortsbeirat einstimmig für eine Bürgerkammer ausgesprochen und die Einladungen zur Informationsveranstaltung an alle Haushalte verschickt. Unter den interessierten Neuschlössern im fast voll besetzten Bürgersaal waren als Vertreter der Parteien Jens Klingler (SPD), Thomas Bittner (FDP) und Björn Hedderich (CDU) anwesend. Aus Rosengarten war der noch amtierende Ortsvorsteher Horst W. Schmitt gekommen. Ortsvorsteherin Carola Biehal und der stellvertretende Ortsvorsteher Robert Lenhardt leiteten die Veranstaltung. Schon 18 Neuschlösser hatten sich bei der letzten Ortsbeiratssitzung als Kandidaten für die zu gründende Bürgerkammer gemeldet. Bei einer Abstimmung durch Handzeichen signalisierten nun zahlreiche weitere Bürger ihre Bereitschaft mitzuarbeiten. An Themen mangelt es nicht – einige hatte Ortsvorsteherin Biehal schon in der Einladung genannt. So müsse eine praktikable Lösung für den Abwasserkanal gefunden werden, der sich auch an diesem Abend stinkend in Erinnerung brachte, wie Biehal anmerkte. Nur mit Unterstützung der Stadtverwaltung könne die 550-Jahrfeier vorbereitet werden, die 2018 stattfinden soll. Um ein arbeitsfähiges Gremium zu haben, solle die Bürgerkammer nicht mehr als 20 Mitglieder zählen.

    Bei der Informationsveranstaltung im Bürgersaal in Neuschloß wurde durch Handzeichen die Zustimmung zum Wahlverfahren und zur Teilnahme an der Bürgerkammer signalisiert. Foto: Hannelore Nowacki


    Eine Zahl, die augenscheinlich erreicht werden kann. Um von den Bürgern als demokratisches Gremium anerkannt zu werden, soll es in Neuschloß eine Wahl geben, wenn sich mehr als 20 Einwohner offiziell bewerben. In Rosengarten wird in diesem Fall ein Ältestenrat über die repräsentative Zusammensetzung der Bürgerkammer entscheiden. Biehal sieht diese Lösung für Neuschloß nicht, da in Rosengarten andere gewachsene Strukturen vorhanden seien. In der lebhaften Diskussion und durch Handzeichen wurde deutlich: In Neuschloß kommt die Wahl gut an. „Wir betreten Neuland“, appellierte Biehal an die Neuschlösser, „wir müssen einen Weg finden, wie wir arbeiten, wir müssen es einfach probieren – nur dann wissen wir, was rauskommt“. Die bis zu 20-köpfige Bürgerkammer  wird von den Neuschlösser Einwohnern auf zwei Jahre gewählt. Ein Vorsitzender, ein stellvertretender Vorsitzender und ein Schriftführer werden gewählt. Alle Sitzungen sollen protokolliert werden. Ein Hauptamtlicher der Stadt Lampertheim soll bei den Treffen anwesend sein. Kein Problem sei bei zwanzig Mitgliedern, wenn jemand nicht an jeder der geplanten drei oder vier Sitzungen im Jahr teilnehmen könne, meinte Biehal. Die Bürger sollen nach Anmeldung in den Sitzungen in festgelegter Zeit ein Rederecht erhalten. In der direkten freiwilligen Bürgerbeteiligung sieht der Ortsbeirat eine Chance zur Gestaltung des Stadtteils. Bis zum 15. April sind alle interessierten  Einwohner im Alter ab 16 Jahre und mit Hauptwohnsitz in Neuschloß aufgerufen, sich mit einem Schreiben an Carola Biehal oder Robert Lenhardt für die Mitarbeit in der Bürgerkammer zu bewerben (an die E-Mail-Anschrift cbiehal@gmx.de oder RoMoLenhardt@online.de). Ob diese E-Mail als Motivationsschreiben, Bewerbung oder einfach als Mitteilung bezeichnet wird, ist nicht entscheidend, wie die lebhafte Diskussion ergab. Auf jeden Fall müssen die Kontaktdaten mit Name, Alter, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse vollständig sein. Beruf und Interessensschwerpunkte wären hilfreich. Am 19. April ist ein Treffen mit den angemeldeten Einwohnern geplant, die Wahl soll Ende April stattfinden. Für den Wahlausschuss stellen sich Horst W. Schmitt, Thomas Bittner und Björn Hedderich zur Verfügung. Hannelore Nowacki

    Ortsvorsteherin Carola Biehal und der stellvertretende Ortsvorsteher Robert Lenhardt brachten den interessierten Veranstaltungsteilnehmern die direkte freiwillige Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Bürgerkammer nahe. Foto: Hannelore Nowacki


     

     
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