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  • Fr., 01. Dezember 2023, 09:25 Uhr
    VOLKSBÜHNE: Viel zu lachen bei Premiere der Komödie „Hoaddisch mol gehaiad“ in der Notkirche

    Volles Haus und ein begeistertes Publikum

    Opa Adam verhört sich gerne, was im Publikum zu Lachanfällen führt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Auf der Bühne ging es hoch her, witzige Dialoge und überraschende Entwicklungen hielten die Zuschauer im großen Saal der Notkirche bei der Premiere der Komödie mit dem Titel „Hoaddisch mol gehaiad“ in Atem. Kaum waren die ersten Dialoge im Raum, kam Heiterkeit im Publikum auf, das vom Lachen nicht mehr lassen konnte. Die gemütlichen Momente im Geschehen, zum Beispiel an der festlichen Hochzeitstafel und beim Kaffeeplausch der Mütter, wechselten schnell ins Dramatische. Aktuelle Themen kamen ohne Schnörkel auf den Tisch, ein Geschehen mitten aus dem Leben gegriffen. Allerdings viel vergnüglicher als es in Wirklichkeit sein würde. Die Darsteller verkörperten ihre Bühnenfiguren mit Können und Spielfreude, ja verschmolzen mit den Charakteren. Beim Schwank der Volksbühne Lampertheim in drei Akten in Lampertheimer Mundart musste es vor allem schnell gehen, immer hurtig voran. So sagt es schon der Titel, der hurtiges Heiraten ansagt. Die Gründe dafür liegen im Streit um den elterlichen Hof, den die Geschwister gerne übernehmen wollen, aber nicht gemeinsam.

    Ziemlich glückliches Ende ist überraschend

    Das schöne Bühnenbild zeigt die innerstädtische Lage des Bauernhofs mit Blick auf die Domkirche, die Tür zum Kuhstall ist offen, die Kühe muhen zufrieden, das Wetter ist gut, man sitzt und trifft sich draußen im Hof und erlebt hier allerhand. Nach kurzweiligen zweieinhalb Stunden einschließlich zwanzig Minuten Pause endete die Vorstellung mit begeistertem Applaus, der sich zu einem rhythmischen Tanz im Stehen mit fröhlichem Händeklatschen entwickelte, gemeinsam mit den Darstellern auf der Bühne. Zur Komödie sei an dieser Stelle nur soviel verraten: Das ziemlich glückliche Ende ist überraschend. Wie es Jungbauer Paul (Michael Swietlicki) mit seinem Freund Mäddl (Frank Burkhardt) ergeht, der mehr als ein guter Freund ist, wie der Streit mit der biestigen Schwester Lina (Saskia Fischer) ausgeht, und wie sich das Thema Mütter entwickelt, muss man gesehen haben. Die Schwester will Hühner, also Hinkel, in Massentierhaltung aufziehen, der Bruder will den bäuerlichen Betrieb zu einem Biohof machen, das harmoniert nicht. Aber nur wer zuerst heiratet, bekommt den Hof überschrieben, so will es die Mutter. Das macht die Sache kompliziert.

    Schwerhöriger Opa außer Rand und Band

    Außer Rand und Band gerät der schwerhörige Opa Adoam (Frank Griesheimer) im Rollstuhl angesichts der feschen Frauen Was er nicht hören soll, versteht er, weiß aber sowieso besser Bescheid als die ebenso strenge wie herzliche Jungbauernmutter Magreed (Heike Tschirner). Seiner Schwester will der Paul zuvorkommen, heiratet schnell Opas polnische Pflegekraft Agnieszka (Stephanie Seelinger), die bei der Hochzeit plötzlich zwei Mütter hat, als die echte Mama Natalia (Traudel Krause) auftaucht und Freund Mäddl in seiner Doppelrolle sich einiges einfallen lassen muss. Scheinehe oder nicht? Das überprüft die Beamtin des Ausländeramtes Roswidda (gespielt von Rita Klemmer), die genau auf ihre Pausenzeiten achtet. Knecht Lui (Sven Soldan) hat trotz seines speziellen Tourette-Syndroms gute Karten in der Liebe und kommt in seinem Umfeld gut klar, auch wenn ihm ständig der Fluch „Hinkelscheiße“ entfährt. Das Stück wurde frei nach „Ein Hof voller Narren“ von Winnie Abel von Michael Tschirner in Lampertheimer Mundart modifiziert. Am Samstag, 2. Dezember um 20 Uhr öffnet sich der Bühnenvorhang in der Notkirche erneut.

    Hannelore Nowacki

    Das Publikum mit Applaus im Stehen und das fröhliche Ensemble auf der Bühne feiern gemeinsam die gelungene Premierenvorstellung. Foto: Hannelore Nowacki


    Information
    Wie im TiP berichtet, gibt es für ausgefallene Vorstellungen Ersatztermine: Die Vorstellung vom 17. November am 9. Februar 2024, die vom 18. November am 10. Februar 2024, die vom 24. November am 16. Februar 2024 und die Vorstellung vom 25. November am 17. Februar 2024. Fragen an die Volksbühne können per E-Mail an mail@volksbuehne-lampertheim.de gerichtet werden.

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