Mo., 11. Januar 2016, 13:14 Uhr
SPD will sich verstärkt für den Ausbau einer optimierten Energieerzeugungs- und -versorgungskette einsetzten
Von der Solarstadt zur Energiestadt
BÜRSTADT - Bürstadt hat sich selbst den Titel „Solarstadt“ gegeben. In der Tat gibt es hier sehr viele Photovoltaik-Anlagen, also Anlagen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Der so erzeugte Strom wird neben dem Eigenverbrauch zumeist in das öffentliche Stromnetz eingespeist. "Das ist ein guter Beitrag zur Energiewende und ein gutes Nebeneinkommen für die Betreiber. Doch Bürstadt könnte sehr viel mehr aus dem Thema regenerative Energien machen und den Schritt von der Solarstadt zur Energiestadt einschlagen", meinen die Bürstädter Sozialdemokraten. Der bahnbrechende Beschluss der UN-Klimakonferenz von Paris 2015 zeige das Ziel:
Ein weltweiter Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas oder Öl und eine konsequente Begrenzung des Temperaturanstiegs. Was muss Bürstadt und was kann Bürstadt tun? Die SPD Bürstadt will sich in den nächsten fünf Jahren nach der Kommunalwahl am 6. März verstärkt für den Ausbau einer optimierten Energieerzeugungs und -versorgungskette für Wohnbebauung und Gewerbebetriebe mit vernetzten Systemen einsetzen. "In Bürstadt haben wir umfangreiche und überwiegend positive Erfahrungen mit der Erzeugung von Elektrizität aus Sonnenlicht gesammelt. Dabei vernachlässigen wir jedoch bisher, welche anderen regenerativen und kostengünstigen Energieformen genutzt werden könnten und wie Energie intelligenter verwendet und verteilt werden kann. Der vor drei Jahren in den Bürgermeister-Wahlkampf eingebrachte Begriff „Energiekonzept“ von Barbara Schader wurde nie mit Leben gefüllt", lautet die Kritik von Boris Wenz, Ortsvereinsvorsitzender der SPD. Deshalb sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen: Ein Energiekonzept, das den Namen verdiene, muss sich neben der Energieerzeugung mit dem Energietransport und der Energieverwendung befassen. Und diese Anforderungen müssen intelligent miteinander verknüpft werden, meint Wenz.
"Bürstadt könnte den Bau von Anlagen fördern, die Photovoltaik, Solarthermie, Kraft-Wärmekopplungssysteme und Mikro- und Kleinwindanlagen miteinander sinnvoll kombinieren, für die Eigenversorgung von Privathäusern und Gewerbebetrieben, von der Wärme zur Wohnraumbeheizung bis hin zu Prozesswärme für Produktionsprozesse", betont SPD-Kandidat Udo Bauer, dem das Thema besonders am Herzen liegt. "Wir rechnen damit, dass durch solche Projekte die schon in diesem zukunftsträchtigen Feld tätigen Bürstädter Unternehmen gestärkt werden. Und es werden sich weitere Technologie-Unternehmen ansiedeln. Dadurch entstehen neue hochwertige Arbeitsplätze und Bürstadt wird weiter an Attraktivität als Gewerbestandort gewinnen, wovon letztlich alle Bürgerinnen und Bürger Bürstadts profitieren." zg