„Isidor wird Nachtgespenst“-Vorführung der Theater AG „Kleiner Bär und Company Biblis“ begeisterte nicht nur die Kinder
Von Geisterjägern und Nachtgespenstern
Das Theaterstück „Isidor wird Nachtgespenst" fand großartigen Anklang bei den Kindern und Erwachsenen. Foto: Sigrid Samson
BIBLIS – Mit dem Gespenstermärchen „Isidor wird Nachtgespenst“ von Christina Stenger brachten die acht Mitglieder der Theater AG „Kleiner Bär und Company Biblis“ am vergangenen Sonntag erneut ein interessantes und gleichzeitig lustiges Stück für Kinder auf die Bühne. In der Mitmachgeschichte für Kinder ab fünf Jahren wurde erzählt, wie aus Isidor Spukenburg, Henrietta Nachtschatten und Wunibald von Schreckenschrei echte Nachtgespenster wurden – dargestellt von acht Laienschauspielern, die bereits seit im Frühjahr mit den Proben für die Aufführungen begonnen hatten. Vom Kulissenbau und der Bemalung, dem Plakatentwurf bis hin zum Schneidern der Kostüme der Geister macht die Gruppe alles selbst – bei der Bewirtung und der Technik am Vorführtag wurden sie von weiteren Vereinsmitgliedern unterstützt. Etwa 300 Gäste im fast voll besetzten Bürgerzentrum verfolgten gespannt die Aufführung.
In der Geschichte mussten die angehenden Nachtgespenster zunächst noch die Schulbank drücken, während die Gespenster-Prüfung näher rückte. Die drei wollten sich mit Hilfe des „Großen Buchs der Nachtgestalten“ einen kleinen Spickzettel schreiben – doch das ging völlig daneben, denn durch dieses kamen sie mit dem ganz speziellen Wort „Grusel-Wusel“ in Berührung. Dieses konnte zwar Geisterjäger erstarren lassen, aber wenn die Nachtgespenster das Wort drei Mal während einer einzigen Geisterstunde aussprechen würden, dann verwandelte sich dieses vorlaute Gespenst in eine Nebelschwade. „Und ich habe es gesagt – sogar drei Mal“ jammerte Isidor und fühlte sich schon ganz verschwommen. Gut, dass ihm die taffe Streberin Henrietta und der dusselige Wunibald zur Seite standen. Sie besorgten sich mit Hilfe von Emily-Sophie Kühn, einem der Kinder aus dem Zuschauerraum, das besagte Buch, welches Gänsehaut eingeschlossen hatte. Mit dem passenden Finger von Emily ging das Schloss auf und so konnten sie die Lösung für Isidor darin finden: Er musste einem Menschengeist zu seiner wohlverdienten Ruhe verhelfen – dieser spukte immer noch herum, weil er zu Lebzeiten etwas Wichtiges vergessen hatte zu regeln. Und wenn Isidor ihm helfen konnte, verwandelte er sich selbst nicht in eine Nebelschwade. Mit Freundschaft, Mut und Hilfsbereitschaft für andere machten sich Isidor, Henrietta und Wunibald an’s Werk und begaben sich auf den Weg zur Burg Blauenstein, in dessen Gemäuern ein Menschengeist – in Gestalt des vergesslichen Grafen – wohnte, der den Schlüssel zur Rettung von Isodor darstellte. Dort trieben jedoch zeitgleich ein paar gefürchtete Geisterjäger ihr Unwesen und fingen mit ihrer Geisterfalle den Grafen ein. Seine verstorbene Gemahlin, die in einem Bild wohnte, wollte ihn noch warnen, jedoch zu spät.
Zugleich konnte die Rettung nur gelingen, wenn die zuschauenden Kinder auch kräftig mithalfen – sonst wäre Isidor verloren. So wurden die Mädchen und Jungen immer wieder in das Stück integriert, denn nur gemeinsam konnten sie es schaffen, dass sich das kleine Nachtgespenst nicht auflöst. Schwierig wurde es, als dann noch gefürchtete Geisterjäger auftauchten. Das Wort „Grusel-Wusel“ konnte hier helfen, doch kaum noch einer auf der Bühne durfte es aussprechen und hier halfen die Kinder im Saal kräftig mit durch lautes Rufen und brachten die Geisterjäger zum Erstarren. Alle suchten gemeinsam nach dem Schatz und dem Testament, welches sich in einem Geheimfach befand, und wurden fündig. Damals hatte der vergessliche Graf, dem nun alles wieder einfiel, sein gesamtes Hab und Gut seinem Haushofmeister Schnickenpick vermacht, der nun nicht mehr lebte. Oscar Schnickenpick, der Assistent der Geisterjägerin Dr. Schimmelpilz, war der Ururur-Enkel, der nun der Erbe war. Somit hatte der Graf seine Aufgabe gelöst und alle freuten sich, bis auf Isidor, der sich langsam auflöste. Doch mit Hilfe der Kinder und dem Spruch „Spinnenbein und Mäusedreck, böser Nebel flieg hinweg“ konnte er gerettet werden. „Jetzt sind wir doch endlich noch echte Nachtgespenster geworden“ freuten sich die 3 mutigen Geister, die von Prof. Gänsehaut zum guten Schluss noch die Zeugnisse für ihre bestandene Prüfung erhielten. Und ganz wichtig: ohne die Hilfe der Kinder wäre das nicht möglich gewesen, denn sie wurden in dem Stück immer wieder von den Schauspielern angesprochen und halfen mit ihren Beobachtungen mit, dass die Geister die richtigen Sachen erfuhren und fanden. Und natürlich brachten sie die Geisterjäger zum Erstarren und retteten Isidor.
In der kurzen Pause gab es Brezeln und kalte Getränke. Vereinsmitglied und Künstlerin Cäcilia Georgi bot gegen eine kleine Spende selbstgemachte kleine Bären, aus Gips gegossen und liebevoll verziert, an - der Verkaufserlös wird dem Kinderhospiz Sterntaler zugute kommen.
Die Theater AG möchte darauf hinweisen, dass sie gerne mit dem Stück auf Tour gehen kann – durch mobile Kulissen und Technik sind auch andere Aufführungsorte möglich. Gerne können sich Interessenten oder Gemeinden, die eine Halle / Räumlichkeit mit Bühne anbieten können, unter kleinerbaerbiblis@gmail.com bei Vanessa Linn melden. Sigrid Samson
Mitwirkende:
Isidor Spukenburg – dargestellt von Stefanie Reis
Henrietta Nachtschatten - Nadine Pfaff
Wunibald von Schreckenschrei - Vanessa Linn
Graf von und zu und auf und unter Blauenstein – Norbert Linn
Frau Dr. Schimmelpilz – Tanja Flick
Oskar Schnickenpick (ihr Assistent) – Marc Drackert