
KREIS BERGSTRASSE – Es ist schon zur Tradition geworden, dass die Senioren-Union Bergstraße ihre Mitglieder und Freunde alljährlich zu einer mehrtägigen Fahrt einlädt. In diesem Jahr fuhr die Gruppe mit dem Reisebus nach Thüringen, um dort bekannte und weniger bekannte Orte zu besuchen. Anneliese Parzinger und Olaf Jünge hatten die Fahrt vorbereitet.
Vom Quartier in Oberhof aus starteten die Teilnehmer, die aus dem Kreis Bergstraße von Bickenbach bis Neckarsteinach und von Lampertheim, bis Fürth/Odw. kamen, ihre Tagestouren. Natürlich stand zunächst Erfurt mit einer Straßenbahntour und der Besichtigung der Altstadt, des Geländes des MDR, der berühmten Krämerbrücke und des Domgeländes auf dem Programm.
Bei einem Ausflug nach Ilmenau konnte in der Schortenmühle – einem Schaubergwerk – bei einer Grubenfahrt der Abbau von Fluss-Spat, der zum Glasfärben benötigt wird, beobachtet werden. Weimars Altstadt, der Besuch der Herderkirche und Zeit zum Shoppen waren Thema des zweiten Tages.
Der dritte Tag galt Lauscha mit Besuch einer Glasmanufaktur, in der Glasbläser ihr Handwerk vorstellten. In großen Ausstellungsräumen konnten modere Glaskunst, Glasskulpturen, Vasen und Schalen bewundert und erworben werden. Nach dem Besuch in mehreren „Weihnachtszimmern“ wurde die Möglichkeit genutzt, Glaskugeln und anderen Weihnachtsschmuck zu erwerben.
Abschluss der Fünftagefahrt war ein Besuch im Bunkermuseum in Frauenwald. Die unterirdische Anlage aus DDR-Zeiten erinnerte in beklemmender Weise an die 40-jährige Trennung Deutschlands in zwei Staaten. Das heutige Museum war für das Überleben der Thüringer Landesregierung bei einem möglichen Atomkrieg gebaut. Das Bauwerk war so getarnt und abgeschirmt, dass die Bevölkerung nichts von Bauaktivitäten mitbekommen konnte. Völlig autark – ähnlich wie auf einem U-Boot – wurden Atemluft und Trinkwasser immer wieder aufbereitet, reichlich Lebensmittelvorräte gespeichert, und auch eine gut ausgerüstete Krankenstation war vorhanden. So wollten die Politiker des Landes dort vier Wochen überleben. Eindrücklich schilderte der Museumsführer, mit welchen Maßnahmen die Bevölkerung bei so einem großen Projekt irregeführt und übergangen wurde.
Fünf Tage, die mit vielen neuen Eindrücken gespickt waren, gingen schnell vorüber. Machte die Gruppe auf der Hinfahrt in Eisenach Station mit der Möglichkeit die Wartburg zu besichtigen und in der Altstadt zu bummeln, stand auf der Rückfahrt zur Mittagspause der Besuch der Feste Coburg mit einer Führung auf dem Programm. Nach einer letzten gemeinsamen Stärkung startete der Bus dann in Richtung Südhessen.
Im kommenden Jahr soll der Bodensee und das Dreiländer Eck Deutschland, Österreich und Schweiz erkundet werden. zg
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