STROMTRASSE: Bürgermeister Störmer moderiert zwischen IG und Amprion
„Vorsorgeprinzip ist die Basis der Verwaltungshaltung“
Für einen weiteren klärenden Austausch zwischen der IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat Bürgermeister Störmer ins Stadthaus eingeladen. Foto: Stadt Lampertheim
LAMPERTHEIM – Zu einem weiteren Austausch mit den Vertretern der IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH hat Bürgermeister Störmer ins Lampertheimer Stadthaus eingeladen. Der erneute Austausch war ein Wunsch der Interessengemeinschaft, den der Verwaltungschef trotz Urlaub gerne erfüllte. „In der vergangenen Pressekonferenz der IG konnte man entnehmen, dass es noch viele Unklarheiten gibt und diese müssen ausgeräumt werden“, erklärt Störmer.
Die Stadtverwaltung steht im regen Kontakt mit dem Unternehmen Amprion, um den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung umzusetzen und die ausgearbeitete Verschwenkungsvariante zu platzieren. Hierzu wurden bereits die Eigentümer der von der Verschwenkungsvariante betroffenen Grundstücke, in einem Internetvortrag informiert und in der Folge angeschrieben.
Die Interessengemeinschaft befürchtet jedoch, dass dem nicht ausreichende Bedeutung geschenkt werden könnte und damit der Weg für eine Verschwenkungsvariante verbaut würde. „Die Verschwenkungsthematik ist zum jetzigen Zeitpunkt sehr abstrakt und komplex, aber die Stadtverwaltung setzt alles daran eine transparente Kommunikation herzustellen“, betont Störmer. „Die Sorgen und Bedenken der Anwohner sind nachvollziehbar - wir sehen hier ebenfalls Handlungsbedarf. Wir müssen dennoch bei den Fakten bleiben, denn wir befinden uns nicht in der entscheidenden Phase und hier ist auch nicht das letzte Wort gesprochen“, macht der Verwaltungschef deutlich. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt eine Alternative zu erarbeiten und fungiert hier als ausübende Kraft der Politik. Dass der Verwaltung Untätigkeit vorgeworfen wird, kann Störmer nicht nachvollziehen. Zur Unterstützung hat der Verwaltungschef auch die Bundes- und Landespolitik kontaktiert und hofft hier auf positive Rückmeldung. Störmer legt Wert darauf, produktiv und gemeinsam einen Lösungsweg mit allen Akteuren zu erarbeiten.
Das Gespräch bot auch die Gelegenheit den aktuellen Sachstand zu erläutern, Unklarheiten auszuräumen und juristische Sachverhalte zu erläutern. „Leider werden mir immer wieder falsche Aussagen und Informationen zugetragen. Gerade bei so einem sensiblen Themenkomplex sollten alle Protagonisten bedacht mit der Weitergabe von Informationen sein. Im Zweifelsfall bitte ich darum, doch Kontakt mit der Verwaltung aufzunehmen“, mahnt der Verwaltungschef.
So wird zum Beispiel die Verlegung der Ultranet-Trasse von Amprion regelmäßig mit dem zu erschließenden Baugebiet „Gleisdreieck“ in Zusammenhang gebracht. „Die besagte Trasse ist nicht alleine ausschlaggebend für die Entwicklung des Baugebiets, denn neben der besagten Trasse führt eine weitere noch näher an der Bebauung stehende Höchstspannungsleitung entlang die auch verlegt werden muss, um das Baugebiet umfänglich zu verwirklichen oder es wird eine Einigung mit dem Land zur Abweichung vom Grundsatz erzielt “, gibt Störmer zu bedenken.
Abschließend hält der Bürgermeister fest, dass es auf der Hand liegt, dass die Verschwenkung neue Flächen beansprucht, alte freigibt, ein Eingriff in die Natur bedeutet und die Bündelung von Trassen zerschlägt. Dennoch besteht die Sorge um die Gesundheit von Menschen und darum folgen wir dem Ziel des Vorsorgeprinzips, welches den größtmöglichen Abstand zur Wohnbebauung sucht, betont Störmer. zg